Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 22. Mai 2019
Ausgabe 6484 | Nr. 142 | 18. Jahrgang
Autor: 
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst bauingenieur24® Informationsdienst Jobs Stellenangebote Stellen Stellenanzeigen email-weiterempfehlendruckansicht

"Stuttgart 21" kommt

# 21.07.2007

Am Donnerstag einigten sich Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee, Ministerpräsident Günther Oettinger und Bahnchef Hartmut Mehdorn über den Neubau der Strecke Stuttgart/Wendlingen - Ulm und das Projekt "Stuttgart 21"

Gelb: Freiwerdende Fächen nach der Untertunnelung des Bahnhofs, Rot: Verlauf der zukünftigen unterirdischen Trasse, Foto: Deutsche Bahn AG Gelb: Freiwerdende Fächen nach der Untertunnelung des Bahnhofs, Rot: Verlauf der zukünftigen unterirdischen Trasse, Foto: Deutsche Bahn AG

Mit dem Projekt "Stuttgart 21" wird der Bahnknoten Stuttgart-Hauptbahnhof komplett umgestaltet. Der jetzige Kopfbahnhof wird dann durch einen tiefliegenden Durchgangsbahnhof ersetzt. Der Durchgangsbahnhof verläuft dann senkrecht zu den jetzigen Gleisachsen, also um 90 Grad gedreht. Der heutige Abstellbahnhof wird vollständig verlagert. Die bestehenden Eisenbahnstrecken und die neue Hochgeschwindigkeitstrecke Wendlingen – Ulm, werden in den künftigen Eisenbahnknoten Stuttgart eingebunden sein. Die Neue Messe Stuttgart sowie der Flughafen werden durch einen eigenen Haltepunkt in die Neubaustrecke mit eingebunden. Baubeginn für die Projekte soll in 2010 sein, gebaut werden soll dann für etwa 10 Jahre. Die Kosten belaufen sich zusammen auf 4,8 Milliarden Euro – 2,8 Mrd. für den Bahnhof sowie 2,0 Mrd. für die Neubaustrecke. Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm soll durch die neue Strecke auf etwa 28 Minuten halbiert werden.

Die Neubaustrecke ist Teil der Magistrale für Europa und damit des vorrangigen Transeuropäischen Projektes Nr. 17. Mit der Stärkung dieser Verkehrsachse soll nach politischem Willen Europa weiter zusammenrücken und Fahrzeitverbesserungen zwischen Paris und München erzielt werden.

Kenner kritisieren den hohen Finanzzuschuss von 950 Millionen Euro, den Oettinger an die Bahn zahlt. Durch den hohen Zuschuss wird ein Stillstand bei kommenden Infrastrukturprojekten in der Fläche befürchtet. Zudem trägt das Land Baden-Württemberg für Baukostensteigerungen das Risiko ab 220 Millionen Euro. Bis zu diesem Betrag trägt die Bahn die Mehrkosten.

Mit der Umgestaltung des Eisenbahnknotens Stuttgart wird ein stadtplanerisches Projekt umgesetzt, das Mitte der Achtziger Jahre begann. Prof. Dr. Gerhard Heimerl von der Universität Stuttgart kritisierte 1988 die Pläne der Bahn, Gleise durch das Filstal zu legen und einen Fernbahnhof im Rosensteinpark zu bauen. Stattdessen schlug er in einer offenen Denkschrift vor, den von Paul Bonatz gebauten und 1922 eröffneten Stuttgarter Kopfbahnhof zu einem Durchgangsbahnhof umzugestalten.

Stuttgart, Baden-Württemberg, Günther Oettinger, Hauptbahnhof, Stuttgart 21, Tunnelbau, Tunnelprojekt, Verkehrsknoten, Neue Messe Stuttgart, Fernbahnhof, Flughafen Stuttgart Bauprojekte https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/bauprojekte/stuttgart-21-kommt/1859.htm 319 de-DE
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/1859