Fachbeiträge & Interviews
Montag, 26. Oktober 2020
Ausgabe 7007 | Nr. 300 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Täglich 73 Hektar mehr bebaute Fläche

# 20.02.2015

Siedlungen und Infrastruktur beanspruchen 13,6 Prozent der Bodenfläche in Deutschland. Zunahme von 2,2 Prozent in drei Jahren. Land- und Forstwirtschaft mit über 80 Prozent größte Flächennutzer

Flächenverbrauch soll bis 2020 deutlich zurückgehen

Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt in Deutschland weiter zu. Ein Großteil entspricht dabei inzwischen jedoch unversiegelter Erholungsflächen. Foto: Dieter Schütz  / Pixelio Die Siedlungs- und Verkehrsfläche nimmt in Deutschland weiter zu. Ein Großteil entspricht dabei inzwischen jedoch unversiegelter Erholungsflächen. Foto: Dieter Schütz / Pixelio

Auch wenn in Deutschland die Gesamtfläche der für eine Bebauung genutzten oder vorgesehenen Fläche, also der Siedlungs- und Verkehrsfläche, weiterhin größer wird, lässt sich die Angst vor dem bisweilen beschworenen "Landfraß" nicht begründen. Die meiste Fläche hierzulande ist nach wie vor der Landwirtschaft und dem Wald vorbehalten.

Konkret hat die Siedlungs- und Verkehrsfläche in Deutschland in den Jahren 2010 bis 2013 insgesamt um 2,2 Prozent oder 1.060 Quadratkilometer zugenommen. Das entspricht rechnerisch einem täglichen Anstieg von 73 Hektar oder etwa 104 Fußballfeldern. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) verlangsamte sich damit die Zunahme der Siedlungs- und Verkehrsfläche gegenüber dem letzten Berechnungszeitraum 2009 bis 2012 geringfügig.

Damals hatte der Anstieg noch 74 Hektar pro Tag betragen. Ziel der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung ist es, die tägliche Inanspruchnahme neuer Siedlungs- und Verkehrsflächen bis zum Jahr 2020 auf durchschnittlich 30 Hektar pro Tag zu reduzieren.

Landwirtschaft beansprucht meiste Flächen in Deutschland

Zum Erhebungsstichtag, dem 31. Dezember 2013, beanspruchte die Siedlungs- und Verkehrsfläche 48.482 Quadratkilometer oder 13,6 Prozent der Bodenfläche Deutschlands (357.341 Quadratkilometer). Die Waldfläche nahm 108.162 Quadratkilometer oder 30,3 Prozent der Bodenfläche ein, die Landwirtschaftsfläche 186.193 Quadratkilometer oder 52,1 Prozent. Von Wasser waren 8.671 Quadratkilometer der Fläche bedeckt, die sonstigen Nutzungskategorien umfassten 5.832 Quadratkilometer.

Nach Bundesländern betrachtet liegt der Anteil der Siedlungs- und Verkehrsfläche an der Bodenfläche naturgemäß in den Stadtstaaten Berlin (70,2 %), Hamburg (60,0 %) und Bremen (56,1 %) am höchsten. In den Flächenländern reicht die Spanne des Siedlungs- und Verkehrsflächenanteils von 8,1 Prozent in Mecklenburg-Vorpommern bis 22,8 Prozent in Nordrhein-Westfalen. Den höchsten Waldanteil hat Rheinland-Pfalz mit 42,0 Prozent. Schleswig-Holstein weist mit 69,9 Prozent den höchsten Anteil an Landwirtschaftsfläche auf.

Siedlungsfläche nicht automatisch versiegelt

"Siedlungs- und Verkehrsfläche" ist nicht gleichzusetzen mit "versiegelter Fläche". Die Siedlungs- und Verkehrsflächen umfassen auch einen erheblichen Anteil unbebauter und nicht versiegelter Flächen.

So haben zum Beispiel die Erholungsflächen - dabei handelt es sich insbesondere um Grünanlagen und Sportflächen - derzeit einen Anteil von 8,7 Prozent an der Siedlungs- und Verkehrsfläche. Sie trugen in den Jahren 2010 bis 2013 in erheblichem Umfang (+ 22 Hektar pro Tag) zum Anstieg der Siedlungs- und Verkehrsfläche bei.

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