Fachbeiträge & Interviews
Montag, 20. September 2021
Ausgabe 7336 | Nr. 263 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Tempelhof: Betreiber investiert 100 Millionen in historisches Flughafengelände

# 11.06.2021

Gebäudetechnische Anlagen dringend sanierungsbedürftig. Gemischte Büroflächen für Kultur- und Kreativwirtschaft vorgesehen

Denkmalgeschütztes Bauwerk mit wechselvoller Geschichte

Abb. 1: Der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof soll der Stadt und ihrer Bevölkerung als historisch bedeutsamer Ort erhalten bleiben. Foto: Claudius Pflug / Tempelhof Projekt GmbH Abb. 1: Der ehemalige Flughafen Berlin-Tempelhof soll der Stadt und ihrer Bevölkerung als historisch bedeutsamer Ort erhalten bleiben. Foto: Claudius Pflug / Tempelhof Projekt GmbH

Das Flughafengebäude Berlin-Tempelhof (THF) gilt seit seiner Fertigstellung im Jahr 1941 als eines der größten Bauwerke der Welt. Es beherbergt auf 307.000 Quadratmetern Fläche über 7.200 Einzelräume.

Seit der Schließung des Flughafens Ende 2008 wurde das denkmalgeschützte Ensemble mitsamt den dazugehörigen Freiflächen für Messen, Sportveranstaltungen, Konzerte oder Preisverleihungen genutzt.

Für den Betreiber, die vom Land Berlin eingesetzte Tempelhof Projekt GmbH, steht der ehemalige Flughafen mit seiner wechselvollen Geschichte nicht nur als ein "Symbol der Hoffnung und Freiheit, sondern auch für die Mischung und Heterogenität der deutschen Hauptstadt". Mit dieser großen Bedeutung aufgeladen, soll der ehemalige Flughafen Tempelhof auch in Zukunft für die Öffentlichkeit erhalten und zugänglich bleiben.

Vision 2030+ sieht Tempelhof als zentralen Ort für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft

Abb. 2: Die Vision 2030+ sieht eine überwiegende Nachnutzung des Flughafens Tempelhof durch Kunst- und Kulturschaffende vor. Foto: Drees & Sommer SE / Tempelhof Projekt GmbH Abb. 2: Die Vision 2030+ sieht eine überwiegende Nachnutzung des Flughafens Tempelhof durch Kunst- und Kulturschaffende vor. Foto: Drees & Sommer SE / Tempelhof Projekt GmbH

Bei der Ausschreibung für die denkmalgerechte Instandsetzung wird die Tempelhof GmbH vom Stuttgarter Planungs- und Beratungsunternehmen Drees & Sommer unterstützt.

"Dieses Projekt ist für uns eine Herzensangelegenheit“, sagt Kay Promehl, Verantwortlicher für die Engineering Beratung am Standort Berlin bei Drees & Sommer. Man tue hier etwas für Berlin.

Entsprechend der Vision 2030+ soll der Flughafen Tempelhof in den kommenden Jahren Berlins zentraler Ort für Kunst, Kultur sowie Kreativwirtschaft werden.

Kulturelle Dauernutzung und öffentlicher Zugang der Erdgeschosse geplant

Neben gemischten Büroflächen würden dann nach den Plänen der Projektverantwortlichen auch temporäre Veranstaltungen sowie kulturelle Dauernutzungen möglich sein. Zudem sei vorgesehen, die Erdgeschosse des Flughafengebäudes der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Der Startschuss zum Projekt TI 2030 fiel bereits vor zwei Jahren mit der Erstellung eines technischen Ver- und Entsorgungskonzepts. Mit der anstehenden Ausschreibung für die Fachplanungen will man nun die verschiedenen technischen Maßnahmen konkretisieren und deren Zusammenspiel gewährleisten.

Bis 2030 werden 100 Millionen Euro investiert

Bis 2028 sollen die Montagen der Anlagen unter der Leitung von Angelika Fehn Krestas, Bereichsleiterin Planung & Bau der Tempelhof Projekt GmbH, abgeschlossen sein. Auf den insgesamt 1,2 Kilometer langen Dächern ließen sich nach ihren Berechnungen rund 4100 Megawattstunden Solarstrom produzieren. Voraussetzung wäre, dass das zuständige Denkmalamt zustimmt.

Vorgesehen ist zudem, Wärme aus Abwasser und der Luft sowie Biogas und sonstigen Ökostrom zu nutzen. Circa 100 Millionen Euro sollen bis 2030 in das Infrastrukturgroßprojekt investiert werden.

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Nachgefragt bei: Jens Schlüter
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