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Samstag, 16. Januar 2021
Ausgabe 7089 | Nr. 16 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Walter Bau AG email-weiterempfehlendruckansicht

Walter Bau AG - Pressekonferenz am 21.2.2002 im Berliner Olympiastadion

# 25.02.2002

Zeitrückstand aufgrund des Baustopps zu 70% aufgeholt / Vorbereitungen zum DFB-Pokalfinale laufen plangemäß / Montage des Daches beginnt Mitte Mai 2002

Luftaufnahme des Berliner Olympiastadion - Foto Walter Bau AG Luftaufnahme des Berliner Olympiastadion - Foto Walter Bau AG

Berlin/Augsburg - Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz am 21.2.2002 stellten Senator Peter Strieder, Hans-Jürgen Hecklau (Vorstand der WALTER-BAU-AG) und Hans-Wolf Zopfy (Technischer Projektleiter der WALTER-BAU-AG) den Stand und Fortschritt der Bauarbeiten am Berliner Olympiastadion vor. In einem Ausblick wurde über die kommenden wichtigsten Maßnahmen des Jahres 2002 informiert.

Der Zeitverlust vom Sommer 2001 nach dem Fund von PCB-belastetem Material wird bis zu den DFB-Pokalfinalspielen am 11. Mai 2002 aus heutiger Sicht aufgeholt sein, so Hecklau.

Von besonderer Bedeutung ist bei den Umbau- und Sanierungsarbeiten am Olympiastadion die Beteiligung von Bauunternehmen aus der Region Berlin-Brandenburg. Seit Beginn der Bauarbeiten sind mittlerweile Aufträge für Arbeiten bei der Modernisierung im Wert von rund 66 Millionen Euro vergeben worden. Knapp zwei Drittel (63%) dieser Auftragssumme ging an Unternehmen aus der Region Berlin/Brandenburg.

Senator Peter Strieder: „Grundsätzlich ist die Beteiligung der in unserer Region ansässigen Firmen an den Bauvorhaben des Landes Berlin unser vordringliches Anliegen. Gerade beim Umbau des Olympiastadions, von dem eine überregionale Signalwirkung zu erwarten ist, müssen die Bauunternehmen aus Berlin und Brandenburg gefördert werden und Gelegenheit erhalten, sich mit ihrer Arbeit zu präsentieren.

Diese Auflage war eine der maßgeblichen Forderungen des Landes an den Generalunternehmer. Heute können wir den Erfolg der Beteiligung regionaler Firmen an dem Bauvorhaben einschätzen. Insgesamt wurden von 170 erteilten Aufträgen 94,3% an mittelständische Unternehmen der Region Berlin/Brandenburg mit einem Gesamtvolumen von 41,6 Millionen Euro vergeben. Das ist eine positive Bilanz. Wir gehen davon aus, dass dieses günstige Verhältnis auch bei der weiteren Auftragsvergabe bestimmend bleibt.

Eine gute Bilanz kann auch hinsichtlich des Bauablaufes gezogen werden. Trotz einiger unvorhergesehener Schwierigkeiten, dem PCB-Fund im Olympiastadion und der Freilegung von Teilen des historischen Deutschen Stadions, wird der Zeitplan eingehalten. Der spektakuläre Fund wird zukünftig in das Kunstkonzept des Berliner Olympiastadions integriert werden.

Seit der Wiederaufnahme der Bauarbeiten im Innenbereich des Stadions im September 2001 hat die WALTER BAU-AG zusammen mit DYWIDAG bereits rund 70% des Zeitrückstandes gegenüber dem Terminplan wieder aufgeholt. Möglich wurde dies durch eine Reihe von Beschleunigungsmaßnahmen, die eng mit der Berliner Senatsverwaltung und HERTHA BSC abgestimmt wurden. Hierzu gehört in erster Linie ein verstärkter Einsatz von Personal und Maschinen.

Mit der Spielfeldabsenkung nach den DFB-Pokalfinalspielen startet im Mai 2002 die "heiße Phase" beim Umbau des Olympiastadions. Im Zuge der verschiedenen Beschleunigungsmaßnahmen wurden einige Arbeiten im Bereich des Unterrings schon vorgezogen, um den ehrgeizigen Terminplan einhalten zu können. Während der – aufgrund der Fußball-WM in Südkorea/Japan verlängerten – Bundesliga-Spielpause von knapp drei Monaten müssen gewaltige Erdmassen bewegt werden. 55.000 Kubikmeter Erde sind binnen kürzester Zeit aus dem Stadion zu schaffen. Der Terminplan sieht vor, dass dies – im 24-Stunden-Betrieb – bereits nach sechs Wochen geschafft ist. Für den Abtransport der Erdmassen werden spezielle Zufahrtstrassen eingerichtet, bei denen ein Einbahnstraßenverkehr gilt. Mit der Wiederherstellung des Spielfeldes wird Ende Juni begonnen.

Der Einbau der Entwässerungsanlage, der Bodenheizung, der Beregnungsanlage sowie der neuen Leichtathletik-Laufbahn müssen genauestens koordiniert werden, damit zum Saisonstart der HERTHA wieder auf dem neuen Rasen gespielt werden kann. Mit dem Abschluss der Spielfeldabsenkung präsentiert sich der Unterring des Olympiastadions bereits in dem Zustand, den er nach der Fertigstellung im Jahr 2004 haben wird.

Im Mai 2002 beginnt die Montage des neuen Daches. Die Aufträge für den Stahlbau und die Dachmembran mit einem Gesamtvolumen von rund 22 Millionen Euro sind inzwischen vergeben. Die Stahlbauarbeiten werden von DSD Dillinger Stahlbau GmbH, Saarlouis vorgenommen, die unter anderem auch an der Halle des Cargolifter und der Stahlkonstruktion des Commerzbank-Tower in Frankfurt mitgewirkt hat. Die Membranarbeiten übernimmt die Bihler & Oberneder Hightex GmbH aus München, die ähnliche Membranen bereits bei großen Stadien auch in Korea und Nigeria montiert hat.

Ein weiterer wichtiger Schritt im Modernisierungskonzept ist der Umbau der Ehrentribüne. Direkt nach dem Pokalfinale 2002 wird mit dem Entfernen der Stühle und des Natursteins im Außenbereich begonnen. Die Demontage des Daches erfolgt ab Juni 2002 und im August startet dann der Abbau der Ehrentribüne. Zum Beginn der Saison 2002/2003 wird sich der Bereich der Ehrentribüne dann auf der Gegengeraden befinden. Dieser provisorische Ausbau der Ehrentribüne ist zum Saisonstart 2002/2003 abgeschlossen. Auch die technischen Installationen sind ab diesem Zeitpunkt dort bereits vorhanden.

Die Sanierungsarbeiten am Rohbau im zweiten Abschnitt des Oberrings sind derzeit zu rund 75% abgeschlossen. Zu 90% abgeschlossen sind die Rohbauarbeiten an der Tiefgarage Süd, einschließlich der dortigen VIP-Zufahrt. Damit später 450 Autos dort Platz haben werden, mussten 19.500 Kubikmeter Beton und 3.300 Tonnen Bewehrung verbaut werden. Die Grundfläche beträgt 9.600 Quadratmeter. Bei der Aufwärmhalle am Marathontor ist der Rohbau erst zu 15% abgeschlossen, da es durch den Fund von Resten des alten Deutschen Stadions zu Zeitverzögerungen kam. In diesem Bereich wird dann durch zusätzliche Beschleunigungsmaßnahmen die Rampe für den Transport von Erdaushub bei der Spielfeldabsenkung bis Mai 2002 fertiggestellt werden.

Die Technische Gebäudeausrüstung (TGA) beginnt im Frühjahr 2002 im ersten Bauabschnitt (Ober-Unterring NW) und wird dort voraussichtlich im Herbst abgeschlossen sein. Die Leistungen der TGA umfassen den gesamten Bereich der Haustechnik mit den wichtigen Gewerken Heizung, Sanitär, Raumluft, Elektro und Sicherheit sowie die Mess-, Steuer- und Regeltechnik. Besonders wichtig in einem Sportstadion sind die zusätzlichen Leistungen Beschallung, Flutlicht, Beleuchtung sowie die Datennetzwerke und die Telekommunikation. Gerade bei der TGA wirkt es sich besonders aus, dass die Arbeiten während des laufenden Betriebes zu erfolgen haben.

In der Spitze werden am Berliner Olympiastadion im Sommer dieses Jahres rund 500 gewerbliche Mitarbeiter tätig sein. In der Projektleitung und im Planungsteam sind derzeit 120 Personen beschäftigt.

Damit sich die Berliner Bürger ein Bild vom Stand der Arbeiten machen können veranstalten die Senatsverwaltung und die WALTER BAU-AG vereinigt mit DYWIDAG am Samstag, 4. Mai 2002 einen "Tag der offenen Baustelle". Das genaue Programm wird noch bekannt gegeben.

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