Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 20. August 2019
Ausgabe 6574 | Nr. 232 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Zerstörungsfreie Bauwerksprüfung

# 15.11.2012

Das Ingenieurbüro Finette + Schönborn bietet zerstörungsfreie Bauwerksprüfungen unter diesem Namen deutschlandweit als Dienstleistung an. Mittels 3D Scantechnologie, die mit Hilfe von Radarwellen bzw. Induktionsgebenden Verfahren arbeitet, können verborgene Bauteilinhalte sichtbar gemacht werden.

Eine Wärmebildkamera wandelt die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotlicht) auch aus größerer Entfernung in elektrische Signale um, die durch Computer leicht verarbeitet werden können, Foto: electriceye / Fotolia Eine Wärmebildkamera wandelt die für das menschliche Auge unsichtbare Wärmestrahlung (Infrarotlicht) auch aus größerer Entfernung in elektrische Signale um, die durch Computer leicht verarbeitet werden können, Foto: electriceye / Fotolia

Zerstörungsfreie Bauwerksprüfung arbeitet je nach Aufgabenstellung in Kombination mit verschiedenen Messtechniken und Analyseverfahren. Die Daten der 3D-Scantechnologie werden in drei Ebenen gleichzeitig und in Echtzeit aufgezeichnet. Der Scanner greift jedes Detail des Bauteils Schicht für Schicht bis zu 30 Zentimeter Bauteiltiefe ab und ermöglicht das direkte Beurteilen der Situation vor Ort.

Das Büro Finette + Schönborn wurde beauftragt, ein Einkaufszentrum in Nürnberg im Vorfeld der Eröffnung zu prüfen. Das Nürnberger Prüfobjekt ist ein eingeschossiger Baukörper in Sandwichbauweise. Die Hohlkammer der Betonfiligranwand wurde zwischen Wärmedämmung und innen liegender Wandschale mit Beton verfüllt und stand im Verdacht, statisch relevante Hohlräume zu bilden. Die Mieter hatten ihre Räume bereits bezogen. Aufgrund der zeitlichen Begrenzung und der schon vorhandenen Inneneinrichtung konnte gerade hier das Verfahren erfolgreich eingesetzt werden. Die Untersuchung wurde im Bereich der Fugen der innen liegenden Wandschale durchgeführt.

Zur Untermauerung der Ergebnisse erfolgte eine stichprobenhafte Bauteilöffnung durch Kernbohrungen und ergänzende Sondenbefahrungen. Innerhalb von drei Tagen wurde die abschließende Bewertung der Prüfergebnisse vorgenommen. Auf weitere kostenintensive Maßnahmen und der damit verbundenen Regressansprüche im Falle einer verzögerten Eröffnung konnte verzichtet werden.

Weitere Technologien, die im Rahmen von Bauwerksprüfungen zur Anwendung kommen können: Die Thermografie: Das Erstellen von Signaturen mit der Wärmebildkamera, gibt durch das Abbilden von Temperaturdifferenzen Auskunft über Feuchtigkeit und Kältebrücken und kann z.B. die Lage der Verankerungen von Fassadenelementen bestimmen. Die Mikrowellenmessung zeichnet die Feuchteverteilung und damit den qualitativen Feuchteunterschied im Bauwerk auf, z.B. zum Auffinden von Undichtigkeiten im Bereich von Bodenplatten. Eine weitere Technologie ist die Potenzialfeld-Messung: Diese Korrosionsgrad-Analyse (z.B. für Armierungseisen im Beton) misst über den elektrischen Widerstand Spannungsunterschiede im Material und bestimmt darüber den Querschnittsunterschied, der über den Grad der Korrosion Auskunft gibt.

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