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Mittwoch, 18. Juli 2018
Ausgabe 6176 | Nr. 199 | 17. Jahrgang
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Neue Schnittstelle zwischen Baubetrieb und Baurecht

# 11.08.2017

Bauablaufstörungen nehmen unverändert zu. Bauexperte sieht Baubeteiligte neben Rechtssprechung in der Pflicht. 1. Deutscher Baubetriebs- und Baurechtstag soll Impulse für Weiterentwicklung der Gesetzeslage schaffen

Störungen am Bau durch fehlende Verbindung von Baubetrieb und Baurecht

Zum 1. Deutschen Baubetriebs- und Baurechtstag laden die Veranstalter der Leuphana Professional School in das neue Zentralgebäude der Universität ein, welches von Daniel Libeskind entworfen wurde. Foto: Bernd Kasper / Pixelio Zum 1. Deutschen Baubetriebs- und Baurechtstag laden die Veranstalter der Leuphana Professional School in das neue Zentralgebäude der Universität ein, welches von Daniel Libeskind entworfen wurde. Foto: Bernd Kasper / Pixelio

Warum kommt es zu Problemen bei der Abwicklung von Bauprojekten? Unter anderem sind diese auf nicht geklärte Lösungsansätze an der Schnittstelle zwischen Bautechnik, Bauökonomie und Baurecht zurückzuführen. Die großen Beispiele im Zusammenhang mit dem Bau der Hamburger Elbphilharmonie, des Flughafens Schönefeld oder "Stuttgart 21" sind hinlänglich bekannt.

Die Weiterentwicklung des zivilen Baurechts wurde in den letzten 20 Jahren ausschließlich der Rechtsprechung überlassen. Experten des Bauwesens, darunter der Bauingenieur und Hochschulprofessor Ralf Schottke, bedauern dies, sehen aber in der Eingliederung des Bauvertragsrechts in das Bürgerliche Gesetzbuch (BGB) zum 1. Januar 2018 einen ersten wichtigen Schritt zur Verbesserung.

Experte sieht Handlungsbedarf trotz Gesetzesänderung

Nach Einschätzung Schottkes werden die Probleme damit allein noch nicht gelöst sein. Es sei hiermit lediglich die Grundlage geschaffen worden, Problemlösungsansätze im Gesetz voranzutreiben und weiterzuentwickeln. "In fünf Jahren wird es eine Evaluation des Gesetzes geben, bei der die Chance zur Korrektur und gesetzlichen Weiterentwicklung bestehen wird. Bis dahin gibt es Handlungsbedarf", stellt Schottke unmissverständlich fest.

Zu diesem Zweck wurde von Schottke selbst aus dem Studiengang Baurecht & Baumanagement M.A. der Leuphana Universität Lüneburg der 1. Deutsche Baubetriebs- und Baurechtstag (DBB) entwickelt, welcher erstmalig vom 1. bis 2. September 2017 stattfindet. Die Tagung soll eine Vermittlungsmöglichkeit zwischen den oben genannten Disziplinen der Bautechnik, der Bauökonomie und des zivilen Baurechts darstellen.

Baurechtstag bringt Juristen und Bauausführende zusammen

Ziel sei laut Veranstalter die Diskussion und Weiterentwicklung des Gesetzes, wobei das Zusammenführen von Baupraktikern und wissenschaftlich orientierten Teilnehmern ein tragender Faktor ist. In dreizehn Workshops werden sowohl klassische Themen wie Nachträge und Nachtragskalkulation oder die Störung des Bauablaufes als auch die Vereinheitlichung der Begriffsbildung an der Schnittstelle zwischen Baubetrieb und Baurecht behandelt.

Um qualitativ hochwertige Ergebnisse zu erzielen, seien die Workshops mit namhaften deutschen Juristen und Baubetrieblern besetzt, heißt es. Die Tagung soll in Zukunft alle zwei Jahre durchgeführt werden. Die hier herausgearbeiteten Lösungsmodelle würden darüber hinaus kontinuierlich und in Kooperation mit dem Deutschen Baugerichtstag weiterentwickelt.

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