Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 06. März 2021
Ausgabe 7138 | Nr. 65 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Jochen Scholl
Herausgeber: UNITA GmbH, Essen email-weiterempfehlendruckansicht

OLG Nürnberg - Planer müssen Drainagewirkung verhindern

# 22.04.2002

Gerichtsurteil unterstreicht Haftungsrisiken beim Kanalisationsbau - UNITA empfiehlt Ingenieuren die Prüfung der Berufshaftpflicht Versicherung

Das Oberlandesgericht Nürnberg hat jetzt ein Planungsbüro wegen eines Wasserschadens zu Schadenersatz verurteilt, weil die mit der Errichtung einer Kanalisation beauftragten Ingenieure aus Kostengründen keine Maßnahmen gegen Drainagewirkungen geplant hatten. Die Risikomanagement-Gruppe UNITA warnt vor den Haftungsrisiken, die bei Planungen unter Kostendruck entstehen.

Das OLG hat sowohl das Ingenieurbüro wie das gesamtschuldnerisch mithaftende ausführende Bauunternehmen zu Schadenersatz verurteilt, weil geeignete Gegenmaßnahmen gegen die Drainagewirkung unterlassen worden seien. Als Beispiele werden im Urteil wasserundurchlässige Sperren an den Haltungsenden bei den Einstiegsschächten, wasserdichte Überleitungen an problematischen Stellen oder Vorrichtungen zur Vermeidung von Rückstauungen genannt. Das Gericht hat dabei vorausgesetzt, dass beide Beklagten wissen mussten, dass "eine Rohrgrabenhinterfüllung aus verdichtbarem und damit wasserdurchlässigen Boden einen Wasserweg bildet, der auf dem Umfeld drainierende Wirkung hat" (Az: 4 U 281/00).

Die UNITA Dienstleistungsgruppe weist erneut auf die Risiken hin, welche die Planung von Kanalisationsanlagen aufgrund des Kostendrucks der Kommunen für Ingenieurbüros birgt. UNITA-Geschäftsführer Gerhard F. Embser: "Das OLG Nürnberg ist der Argumentation des Ingenieurbüros nicht gefolgt, dass bei der Planung einer Kanalisation im Einzelfall das öffentliche Interesse an niedrigen Kosten vor den Individualinteressen der Anlieger stehen müsse".

Vor allem bei Abweichungen von geltenden Regeln der Technik, die im Bereich der Abwassertechnik aus Kostengründen oft unvermeidlich seien, empfiehlt die UNITA allen Ingenieuren, vorher ihre Berufshaftpflicht-Policen zu prüfen. Embser: "Der Ingenieur ist gezwungen, von technischen Normen abzuweichen, um Kosten zu sparen und den Zuschlag zu bekommen, hat dann aber meist keinen Versicherungsschutz mehr". Als Beispiel nennt der Risikomanagement-Experte den vorgeschriebenen Durchmesser für Abwasserrohre: "Der ist in Deutschland wie jede DIN-Norm auf größtmögliche Sicherheit ausgelegt, ihn bei der Planung einzuhalten macht das Angebot aber für viele Auftraggeber zu teuer."

Die UNITA, die seit über 25 Jahren auf das Risikomanagement im Planungsbüro spezialisiert und Mitglied in der ATV-DVWK ist, bietet daher ein Berufshaftpflicht-Konzept an, bei dem die speziellen Haftungsrisiken abgedeckt sind, die aus der Planung von Kanalisationswerken resultieren.

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
0 von 5 Sternen | 0 Abstimmungen
Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
UNITA GmbH, Essen
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/755