Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Ausgabe 6631 | Nr. 289 | 19. Jahrgang
Autor: Dipl.-Ing. Klaus D. Siemon, Osterode/Harz
Herausgeber: IWW Institut für Wirtschaftspublizistik GmbH & Co. KG email-weiterempfehlendruckansicht

Tragwerksplanung: Welche Kosten der Kostengruppe 400 sind anrechenbar?

# 10.08.2011

Mehrere Leser des Wirtschaftsdienstes für Ingenieure und Architekten (WIA) haben nach der Anrechenbarkeit von Kosten der Kostengruppe 400 für die Tragwerksplanung von Gebäuden gefragt. Einige Auftraggeber vertreten nämlich die Auffassung, die Kostengruppe 470 sei nicht bzw. nicht vollumfänglich anrechenbar. Das ist aber definitiv falsch.

Begründung für die Anrechenbarkeit

Nutzungsspezifische Anlagen gehören zu den anrechenbaren Kosten, wenn sie ortsfest im Objekt sind. So auch medizintechnische und labortechnische Anlagen, Foto: Rainer Sturm / Pixelio Nutzungsspezifische Anlagen gehören zu den anrechenbaren Kosten, wenn sie ortsfest im Objekt sind. So auch medizintechnische und labortechnische Anlagen, Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Die Wahrheit ist, dass die technischen Anlagen bei der Tragwerksplanung anrechenbare Kosten darstellen. Das lehrt ein Blick in de Neue HOAI. Sie nimmt in der amtlichen Begründung zu den anrechenbaren Kosten Bezug auf die DIN 276-1: 2008-12. Damit ist die DIN 276, Teil 1 vom Dezember 2008 gemeint. In dieser DIN ist auch die Kostengruppe 400 enthalten. In der amtlichen Begründung zur HOAI wird der Bezug konkret mit den Kostengruppen 300 und 400 bezeichnet.

Damit ist geregelt, dass die Kosten der Kostengruppe 400 bei der Tragwerksplanung für Gebäude (§ 48 Abs. 1 HOAI) zu den anrechenbaren Kosten gehören. Die Kosten der Kostengruppe 400 werden in der oben erwähnten DIN 276-1:2008-12 inhaltlich beschrieben. Danach gilt, dass zu den Kosten der Technischen Anlagen die Kosten aller im Bauwerk eingebauten, daran angeschlossenen oder damit fest verbundenen technischen Anlagen oder Anlagenteile gehören.

Die baufachlichen Einzelheiten

Die Kostengruppe 470 (Bestandteil der Kostengruppe 400) ist in der DIN 276 beschrieben als "fest mit dem Bauwerk verbundene Anlagen, die der besonderen Zweckbestimmung dienen". Nicht dazu gehören die baukonstruktiven Einbauten der Kostengruppe 370. Sie sind mit einem Ansatz von 55 Prozent innerhalb der Kostengruppe 300 anrechenbar.

In diesem Zusammenhang ist festzuhalten, dass die anrechenbaren Kosten nur der Honorarbemessung dienen und dabei die Kostengruppe 400 mit einem Anteil von nur 10 Prozent der 400er Kosten beteiligt ist. Unberührt davon gilt, dass die Lasten und sonstigen Auswirkungen von schweren Großgeräten in die Tragwerksplanung einfließen sollen. Aus diesem Grund ist innerhalb der Kostengruppe 400 keine weitere Differenzierung in der HOAI vorgesehen. Die 400er Kosten sind insgesamt mit 10 Prozent anrechenbar.

Bei Anwendung des § 48 Abs. 1 HOAI gehören unter anderem folgende nutzungsspezifische Anlagen zu den anrechenbaren Kosten, wenn sie ortsfest im Objekt sind:

  • Ortsfeste, medizintechnische und labortechnische Anlagen
  • Wäschereianlagen, Großkücheneinbauten (mit Kälteanlagen)
  • Hebebühnen, Sprinkler-, Kühlwasserversorgungs- und Waschanlagen
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