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Dienstag, 19. Oktober 2021
Ausgabe 7365 | Nr. 292 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Immobilien-Preisspiegel: Was kostet 2021 wie viel?

# 12.08.2021

Kräftiger Anstieg der Wohnimmobilienpreise für 2021 erwartet. Berliner Umland am stärksten von Preissprüngen betroffen. Wunsch nach Wohnen auf dem Land mit schnellem Internet wird durch Pandemieerfahrung größer

Experten: Baulandpreise steigen bis Jahresende um sieben Prozent

Der aktuelle LBS-Immobilienpreisspiegel für 2021 enthält Zahlen und Einschätzungen zur Wohnungsmarktentwicklung. Grafik: obs / LBS Der aktuelle LBS-Immobilienpreisspiegel für 2021 enthält Zahlen und Einschätzungen zur Wohnungsmarktentwicklung. Grafik: obs / LBS

Während der diesjährige teils starke Preisanstieg für Baumaterialien und deren Erzeugung vermutlich nicht von Dauer sein wird, hält das hohe Preisniveau für komplette Immobilien seit Jahren an.

Die Immobiliengesellschaften der Landesbausparkassen (LBS) und Sparkassen gehen davon aus, dass sich die Lage auf dem Markt für Wohnimmobilien bis Ende dieses Jahres weiter anspannt.

Im Durchschnitt erwarten die für die diesjährige LBS-Analyse "Markt für Wohnimmobilien" befragten rund 560 Immobilienvermittler Preissteigerungen zwischen gut vier Prozent für neue Reihenhäuser und knapp sieben Prozent für Bauland. Gebrauchte Einfamilienhäuser könnten sich demnach um rund fünf Prozent verteuern.

Berliner Speckgürtel: Preissprünge von über zehn Prozent erwartet

Die Spanne der Preiserwartungen ist teilweise groß. Mit extremen Preissprüngen von mehr als zehn Prozent ist beispielsweise beim Bauland in Brandenburg nordöstlich und südwestlich von Berlin zu rechnen. Das geschätzte Plus von zwei bis drei Prozent im Osten Thüringens, im Westen Mecklenburg-Vorpommerns und im Regierungsbezirk Kassel in Hessen nimmt sich demgegenüber relativ moderat aus.

Seit der letztjährigen Frühjahrsumfrage, die vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland stattfand, haben die Immobilienmarktkenner nahezu sämtliche Preisprognosen noch einmal angehoben. Die Einschätzung der Experten basiert auf der Erwartung, dass sich das Angebot in allen Marktsegmenten weiter verknappt, während die Nachfrage abermals zunimmt.

Experten sehen Baulandmobilisierungsgesetz pessimistisch

Den Marktbeobachtern zufolge dürfte das Kaufinteresse an Bauland sowie älteren freistehenden Einfamilienhäusern besonders groß ausfallen, aber auch gebrauchte Reihenhäuser könnten nach einer vorübergehenden Atempause wieder höher im Kurs stehen. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen dagegen wächst voraussichtlich nicht mehr ganz so dynamisch wie in den zurückliegenden Jahren.

Den größten Engpass im Angebot sehen die Immobilienvermittler weiterhin beim Bauland. "Ob das Baulandmobilisierungsgesetz zur Entspannung der Situation beitragen kann, werden wir erst im Laufe der kommenden Jahre erleben", sagt LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann. Noch dominiere bei den Experten der Pessimismus.

Pandemieauswirkung: Schnelles Internet und Garten für Käufer immer wichtiger

Etwas genauer lässt sich inzwischen abschätzen, wie die Pandemie auf den Markt für Wohnimmobilien wirkt. Bei der Immobiliensuche sind laut aktueller Befragung drei Merkmale besonders wichtig geworden:

  1. schneller Internetanschluss (78%)
  2. Wunsch nach Garten oder Balkon (72%)
  3. mehr Zimmer bzw. Möglichkeit für Homeoffice-Platz (58%)

Abgelegene Regionen profitieren nicht vom Wunsch nach mehr Grün

Nicht stärker in den Vordergrund gerückt ist dagegen die Verkehrsanbindung. "Die Menschen haben in der Lockdown-Zeit die Erfahrung gemacht, dass sich vieles inzwischen online erledigen lässt, wozu sie vor noch nicht allzu langer Zeit ein Auto bewegen oder in den Bus steigen mussten", so Guthmann.

Vor allem aufgrund dieser veränderten Anforderungen an die Wunschimmobilie gehen 44 Prozent der Befragten davon aus, dass die Nachfrage in den Vororten steigen wird. Immerhin 38 Prozent erwarten dies auch für den ländlichen Raum im Umkreis von bis zu 1,5 Stunden Fahrzeit um die nächstgelegene Kernstadt. Lediglich abgelegene ländliche Regionen dürften laut Umfrage kaum vom Wunsch nach mehr Platz und einer grüneren Umgebung profitieren.

Verdichtungsprozess: Preissteigerung in Landkreisen höher als in kreisfreien Städten

"Der Trend zum Wohnen in den Außenbezirken und auf dem Land zeigt einmal mehr, dass die Menschen Mittel und Wege finden, ihren Traum von den eigenen vier Wänden trotz der misslichen urbanen Preisentwicklung in die Tat umzusetzen", sagt Axel Guthmann.

Solche Nachfrageverschiebungen schlagen sich jedoch auch in den Preiserwartungen nieder. Die LBS-Immobilienexperten rechnen daher in ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen generell - verbunden mit noch etwas kräftigeren Preissteigerungen für Bauland und gebrauchten Eigenheimen als in den kreisfreien Großstädten.

Aktueller Preisspiegel für über 1.000 Städte und Gemeinden

Nicht übersehen werden darf dabei allerdings, dass das Preisniveau der hiesigen Metropolen jenes der meisten Kleinstädte und ländlicheren Regionen deutlich übertrifft. Laut dem zuletzt erhobenen LBS-Immobilienpreisspiegel für mehr als 1.000 Städte und Gemeinden kostete ein älteres Einfamilienhaus beispielsweise in Berlin zuletzt oft um die 615.000 Euro.

Im rund 75 Kilometer westlich gelegenen Brandenburg an der Havel zahlte man dagegen nur 210.000 Euro. Geografisch und preislich auf halber Strecke findet sich die Gemeinde Brieselang wieder. Dort ist für ein gebrauchtes Eigenheim derzeit mit um die 400.000 Euro zurechnen.

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