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Freitag, 19. Juli 2019
Ausgabe 6542 | Nr. 200 | 18. Jahrgang
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Bauingenieure in Norddeutschland knapp

# 31.10.2017

Region durch Fremdenverkehr und Tourismus auf belastbare Infrastruktur angewiesen. Viele Stellen für Bauingenieure in Ämtern und Behörden vakant. Lokale Verbundenheit und gesellschaftsrelevante Arbeit als Motivation für Bewerber im öffentlichen Dienst

Früherer Personalabbau in Behörden rächt sich

Der Landtag von Schleswig-Holstein (im Bild: Landtagsgebäude in Kiel) hat ein Video zur Anwerbung von Bauingenieuren produzieren lassen. Foto: Kai Breker / Pixelio Der Landtag von Schleswig-Holstein (im Bild: Landtagsgebäude in Kiel) hat ein Video zur Anwerbung von Bauingenieuren produzieren lassen. Foto: Kai Breker / Pixelio

Ob als Ziel für tausende Touristen, als Transitland oder Metropolregion, alle norddeutschen Bundesländer brauchen eine funktionierende Infrastruktur. Für diese braucht es wiederum entsprechende Fachkräfte und Planer in den zuständigen Landesbehörden und Kommunalverwaltungen.

Nachdem in den letzten Jahren deutschlandweit Personal in Bauämtern und Infrastrukturbehörden abgebaut wurde, klafft nun - in Zeiten gestiegener Investitionen vor allem seitens des Bundes - eine riesige Lücke.

Tausende Stellen für Bauingenieure vakant

In Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg wurden im zweiten Quartal 2017 laut Verein Deutscher Ingenieure VDI 2.220 vakante Stellen für Bauingenieure und Architekten gemeldet.

Auf Bundesebene gab es für dieselben Berufsgruppen zusammen rund 30.000 offene Stellen. Demnach kamen im Frühsommer auf 100 Arbeitssuchende 465 Jobangebote für Bauingenieure und Architekten.

Schleswig-Holstein: Nach zehn Jahren erneut Studiengang im Bauingenieurwesen

Wie aktuell Bauingenieure vor allem in die Verwaltungen zu locken sind, will man in Schleswig-Holstein erkannt haben. Die Landesregierung - es handelt sich um eine Koalition aus CDU, FDP und Grünen - hat unter anderem einen Werbefilm produzieren lassen, der allerdings erst 2018 in die Kinos kommt.

Gleichzeitig soll an der Fachhochschule Kiel ab Herbst 2018 wieder das Studium im Bauingenieurwesen möglich sein. Vor zehn Jahren wurde die an die Kieler FH angeschlossene Baugewerkschule in Eckernförde erst geschlossen.

Heimatverbundenheit kommt Behörden bei Personalnot zugute

Eine schnelle Lösung des Personalproblems innerhalb der öffentlichen Verwaltung dürfte mit den jeweiligen Gegenmaßnahmen wohl nicht erreicht werden. Dessen ungeachtet können Behörden auch jetzt schon im Kampf um die derzeit raren Köpfe gegenüber der freien Wirtschaft punkten.

So werde nach Einschätzung der Verantwortlichen der Fachhochschule Kiel von den Arbeitnehmern die regionale Verbindung durch einen öffentlichen Arbeitgeber mit entsprechend begrenztem Einsatzradius sehr geschätzt.

Idealvorstellung vom Ingenieurberuf trifft auf reale Gehaltsbeschränkung

Auch das Gefühl, etwas Nachhaltiges und für die Allgemeinheit Nützliches zu schaffen anstelle Projekte für private Investoren mit kurzfristigem Gewinnstreben zu realisieren, kann Bewerber zu einem Wechsel von der freien Wirtschaft in die Verwaltung motivieren.

Die Schuldenbremsen in den Haushalten und der damit verbundene enge Gehaltsspielraum schmälern diese Vorteile allerdings.

2017-11-01 Bauingenieurwesen Fachkräftemangel Norddeutschland Hamburg Berlin Schleswig-Holstein Mecklenburg-Vorpommern Brandenburg VDI Bauingenieure Verein Fachplaner Bauamt Behörden Infrastrukturplanung Ingenieurmonitor Vakanz Arbeitsmarkt Arbeitssuchende Baubranche Baubereich Bauwirtschaft Berufswelt Bauingenieurwesen https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/berufswelt/bauingenieure-in-norddeutschland-knapp/2985.htm 386 de-DE
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