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Sonntag, 28. November 2021
Ausgabe 7405 | Nr. 332 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Baustoffingenieurwissenschaft startet als neuer Studiengang

# 09.09.2009

Der Studiengang Baustoffingenieurwissenschaft an der Fakultät Bauingenieurwesen der Bauhaus-Universität Weimar wird ab dem Wintersemester 2009/10 mit den Abschlüssen Bachelor und Master angeboten. Bewerbungsschluss für den Bachelor ist der 30. September 2009.

Baustoffkenntnisse zu  Bindemitteln wie Asphalt sind wichtige Lehrinhalte, Foto: Redaktion Baustoffkenntnisse zu Bindemitteln wie Asphalt sind wichtige Lehrinhalte, Foto: Redaktion

Der komplette Studiengang ist eine Weiterentwicklung des bisherigen Studiengangs Werkstoffwissenschaft und in seiner Neukonzeption der einzige grundständige Studiengang mit der Ausrichtung Materialwissenschaft/Baustoffe in Deutschland.

Baustoffingenieurwissenschaft ist eine interdisziplinäre Wissenschaft und beinhaltet die Disziplinen Physik, Chemie, Mineralogie, Kristallographie und Ingenieurwesen. Sie beschäftigt sich mit der Erforschung von Bau- und Werkstoffen. Es werden wesentliche Eigenschaften, Verarbeitungsmöglichkeiten und Anwendungsfelder von Werkstoffen wie Metalle, Glas, Keramik, Holz und Kunststoffe behandelt. Speziell das Wissen zu Baustoffen wie Bindemitteln (Zement, Gips, Asphalt), Gesteine, Mörtel und Beton sind wichtige Lehrinhalte.

"Ergänzt werden die Vorlesungen durch anschauliche Übungen", heißt es bei der Bauhaus-Universität Weimar. In Praktika würden überwiegend in selbstständiger Arbeit Werkstoffe analysiert und geprüft. Das Kennenlernen der verschiedenen Analysemethoden, wie die Rasterelektronen- und Lichtmikroskopie, die optische und akustische Teilchengrößenbestimmung, Infrarotspektroskopie sowie chemische Analysen stünden dabei im Vordergrund. Ergänzt werden soll das materialwissenschaftliche Studium durch Fächer wie Ingenieurmathematik, experimentelle Physik und Bauchemie. Auch die für das Bauingenieurwesen notwendigen Grundlagen der Mechanik und der Baukonstruktion sollen zum Studium dazugehören. Abgerundet wird das Studium durch Fächer wie Baurecht und Bauwirtschaft.

"Den Absolventen des Studienganges Baustoffingenieurwissenschaft stehen interessante berufliche Perspektiven offen", lautet die Einschätzung der Verantwortlichen in Weimar. Sie könnten beispielsweise in der Baustoff- und bauchemischen Industrie in der Forschung und Produktentwicklung ihr Wissen anwenden. Andere Absolventen wiederum würden in Ingenieurbüros oder bei Behörden mit den Themen Sanierung, ökologisches Bauen, Recyclingtechnologien oder Produkten aus nachwachsenden Rohstoffen betraut. Hochschulen und Forschungseinrichtungen böten außerdem Berufsmöglichkeiten: die Absolventen würden in der innovativen Material- und Baustoffentwicklung tätig sein oder aber auch bei der Schadensanalytik und Gutachtenerstellung.

Das Studium ist zweistufig konzipiert: zunächst wird ein Bachelorabschluss nach 6 Semestern Regelstudienzeit erworben, danach folgt das Masterstudium. Der Bewerbungsschluss für den grundständigen, interdisziplinären Bachelor-Studiengang ist der 30. September 2009. Das European Credit Transfer System (ECTS) wird durchgängig angewandt. Studienvoraussetzung für den Bachelorstudiengang ist eine allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife oder alternativ eine Meisterprüfung bzw. gleichwertige Ausbildung. Für den Masterstudiengang ist ein Bachelor- oder vergleichbarer Abschluss in den Fachgebieten Bauingenieurwesen; Materialwissenschaft; Bau, Steine, Erden Zugangsbedingung für die Aufnahme des Studiums.

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