Fachbeiträge & Interviews
Montag, 03. August 2020
Ausgabe 6923 | Nr. 216 | 19. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Bayerische Ingenieurkammer - Bau email-weiterempfehlendruckansicht

Breite Mehrheit stimmt für virtuelle Kooperationen

# 13.12.2001

Vier von fünf Planern setzen zukünftig auf die internetbasierte Zusammenarbeit mit anderen Baubeteiligten

Der globale Wettbewerb zwingt die rund 840 bayerischen Ingenieurunternehmen auf virtuelle Kooperation zu setzen Der globale Wettbewerb zwingt die rund 840 bayerischen Ingenieurunternehmen auf virtuelle Kooperation zu setzen

München - Der globale Wettbewerb zwingt die rund 840 bayerischen Ingenieurunternehmen, verstärkt auf tiefere Arbeitsteilung und Kooperation zu setzen. Nicht die einzelne Geschäftsidee, sondern die vernetzte ist Erfolg versprechend. Künftig werden in der umkämpften Branche der Ingenieur-Dienstleistungen diejenigen höhere Chancen haben, die sich auf strategische Allianzen einlassen. Wie eine jetzt veröffentlichte Umfrage der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau zeigt, besteht bereits bei vier von fünf befragten Planer die grundsätzliche Bereitschaft zur internetbasierten Kooperation mit anderen Baubeteiligten.

Virtuelle Kooperationen erlauben Ingenieuren, ihr Leistungsspektrum zu ergänzen und Dienstleistungen auf elektronischen Marktplätzen sowohl anzubieten wie auch einzukaufen. Kleinere und mittlere Ingenieurbüros werden in die Lage versetzt, ihren Wirkungskreis zu erweitern und neue Geschäftsfelder zu erschließen. Die hohe Akzeptanz virtueller Zusammenschlüsse unter den Planern wird besonders bei einer abstrakten Betrachtung deutlich: 78% der Umfrageteilnehmer äußern sich grundsätzlich positiv zu einer internetgestützten Kooperation mit ihren deutschen und internationalen Berufskollegen. Abwartend stehen nur rund 12% derartigen Bündnissen gegenüber. Künftig will aber auch diese Gruppe internetbasierte Kooperationen in Betracht ziehen. Nur eine Minorität (4%) scheut die Risiken virtueller Zusammenschlüsse. Diese Gruppe fürchtet den Abfluss von Know How und Vertragsunsicherheiten.

Verlässt man die Ebene der abstrakten Betrachtung und untersucht die Bereitschaft zum individuellen Engagement in internetbasierten Zusammenschlüssen, treten trotz einer positiven Grundhaltung durchaus noch Vorbehalte zutage. Zwar befürworten 68% der Befragten dauerhafte Internet-Bündnisse, 28% zeigen sich jedoch nur an befristeten und projektbezogenen Ergänzungen des eigenen Leistungsspektrums interessiert. 4% zeigen keine Bereitschaft, das eigene Büro in virtuelle Bündnisstrukturen einzubringen. Mechanismen und Werkzeuge scheinen dieser Gruppe nicht sicher genug.

Für viele Ingenieurunternehmen ist das Internet derzeit primär ein Informations- und Kommunikationsinstrument. Das könnte sich aber bald ändern: Unter vier zur Auswahl gestellten Kategorien und der Möglichkeit von Mehrfachnennungen entschieden sich 42% der Umfrageteilnehmer für das internetbasierte Projektmanagement (IBPM) als wichtigster neuer Nutzungsvariante. Per IBPM lässt sich der Austausch von Dokumenten (z.B. von Planungsunterlagen, Besprechungsprotokollen, Angeboten, Ausführungsanweisungen, etc.) auch im Sinne des Qualitätsmanagements verbessern.Großes Interesse ziehen auch die Ausschreibungsdatenbanken auf sich. Der Aufwand und die Kosten des Verteilens von Plan-Unterlagen (Aufwendungen für Kopieren, Verpacken und Versand) könnten künftig deutlich reduziert werden. 28% der Befragten geben an, diese Variante nachfragen zu wollen. An dritter Stelle, mit rund 16% der Nennungen, rangiert das Interesse an Informationen über nationale und internationale Ausschreibungen für Architekten- und Ingenieurleistungen. An virtuellen Einkaufsgemeinschaften, die auf elektronischen Marktplätzen beispielsweise Büromaterialien zu besonders vorteilhaften (Rahmenvertrags-) Konditionen anbieten, zeigen schließlich noch 12% der Befragten Interesse.

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