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Dienstag, 28. Januar 2020
Ausgabe 6735 | Nr. 28 | 19. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Cornelius von HOAI-Novelle enttäuscht

# 06.08.2013

VBI kritisiert verabschiedetes Regelwerk als Mogelpackung. Präsident äußert Unverständnis über dauerhafte Ausgrenzung wichtiger Leistungen. Schwindende Weiterbildungsmöglichkeit als Gefahr für Wirtschaftsstandort erkannt

Kritik an neuen "Beratungsleistungen"

Kann über die neue HOAI gar nicht lächeln: VBI-Präsident Volker Cornelius. Foto: VBI Kann über die neue HOAI gar nicht lächeln: VBI-Präsident Volker Cornelius. Foto: VBI

Wie für den Hauptgeschäftsführer des Verbands Beratender Ingenieure (VBI), Arno Metzler, ist auch für Volker Cornelius die HOAI 2013 aus Sicht der Branche kein Schritt nach vorn. Metzler hatte sich bereits vor der Absegnung durch den Bundesrat empört über einen vermeintlichen Wortbruch der Politik gezeigt (bauingenieur24 berichtete). Nun reagierte der VBI-Präsident mit Unverständnis und Bedauern auf die beschlossene siebte Novelle.

"Die darin festgeschriebene Degradierung von Ingenieurleistungen wie Geotechnik, Vermessung, Bauphysik und Schallschutz zu so genannten Beratungsleistungen, deren Honorierung der Gesetzgeber nicht mehr verbindlich regelt, diskriminiert den ganzen Berufsstand", brachte Cornelius seinen Unmut zum Ausdruck, wobei er die Einwände seines Geschäftsführers noch einmal wiederholte.

Die genannten Leistungen seien unverzichtbare Bestandteile des Planungsprozesses - nicht nur im Hochbau. Cornelius wies auf ihre Gesamtbedeutung, auch im Zusammenhang mit wichtigen politischen und letztlich gesellschaftlichen Zielen, hin: "Sie setzen grundlegende öffentlich-rechtliche Anforderungen etwa bei der Einhaltung energetischer Standards durch und sind beispielsweise auch mitentscheidend bei der Energiewende."

Honoraranhebung nicht ausreichend

Anders als Metzler, der im Mai von einer "begrüßenswerten" Anpassung des Honorars an die "Planungsrealität" gesprochen hatte, bezeichnete der VBI-Präsident die Erhöhung für die verbindlich zu vergütenden Ingenieurleistungen ebenfalls als enttäuschend.

Diese liege deutlich unter der von den Ingenieuren eingeforderten angemessenen Honorierung ihrer hochqualifizierten Leistungen. So sei zum Beispiel das hohe Risiko, das allen Ingenieuren im Rahmen der gesamtschuldnerischen Haftung aufgebürdet wird, bei der Honorarfestsetzung nicht berücksichtigt worden.

Kaum Spielraum für Weiterbildung

"Dazu kommt, dass den Ingenieurbüros immer weniger finanzieller Spielraum für fachliche Weiterbildung und Qualifikation bleibt, während die Anforderungen an die Ingenieure, etwa durch die neueste Normengeneration für Brücken- und Stahlbaukonstruktionen, aber immer komplexer werden." Der daraus erwachsende Know-how-Verlust bei den Ingenieuren sei eine Gefahr für den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Seine Kritik am neuen Regelwerk machte Cornelius mit Verweis auf den VBI-Leitspruch zusammenfassend kenntlich: "Es bleibt dabei, wer billig plant, baut teuer."

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