Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 17. November 2019
Ausgabe 6663 | Nr. 321 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Demografie: Kommunalentwicklung muss integrativ sein

# 09.09.2014

Bevölkerungsrückgang auf dem Land unverkennbar. Hochschule will mit Master-Studiengang Experten für künftige Herausforderungen ausbilden. Einschreibefrist bis 30.09.2014 verlängert

Teilung Deutschlands in Metropolen und Einöde steht bevor

Junge Menschen zieht es in die Stadt. Im Jahr 2030 werden geschätzte 48 Millionen Deutsche Städter sein. Foto: Corbis Junge Menschen zieht es in die Stadt. Im Jahr 2030 werden geschätzte 48 Millionen Deutsche Städter sein. Foto: Corbis

Boomende Städte, sterbende Dörfer: Immer mehr junge Menschen zieht es in Richtung Großstadt, wogegen ältere Menschen im ländlichen Raum bleiben oder zurückkehren möchten. Zahlen des Demografie-Portals der Bundesregierung zeichnen ein drastisches Bild: Demnach rechnet man deutschlandweit mit 48 Millionen Städtern im Jahr 2030, was ein Verwaisen der Dörfer und Kleinstädte zur Folge hätte.

Die zunehmende Teilung Deutschlands in wachsende Städte und schrumpfende ländliche Räume bringt einschneidende demografische und damit verbunden auch wirtschaftliche Veränderungen mit sich.

Um dieser eindeutigen Entwicklung zu begegnen, müssen Strategien und Ansätze einer neuen Planungskultur in urbanen und ländlichen Regionen erforscht und weiterentwickelt werden. Dafür sind Experten mit breitem Fachwissen gefragt. Um solche auszubilden, bietet unter anderem das Fernstudienzentrum der Hochschule Wismar zum Wintersemester 2014/15 erneut den noch jungen, interdisziplinären Master-Studiengang "Integrative StadtLand-Entwicklung" (ISLE) an. Als Fernstudium konzipiert, wendet er sich gezielt an bereits Berufstätige bzw. berufstätige Studierende.

Stadt-Land-Entwicklung nachhaltig betrachten

"Ziel ist es, auch angesichts der aktuellen Problematik, Studierenden die komplexen Prozesse der integrativen Entwicklungsplanung für Städte, Dörfer und Regionen näher zu bringen und diese aus der Perspektive der verschiedensten Fachebenen zu beleuchten", erläutert die Professorin Andrea Gaube, wissenschaftliche Leiterin des Studiengangs.

Die Studierenden würden sich mit allen Parametern der Stadt-Land-Entwicklung beschäftigen, "um grundlegende Aspekte der integrativen, nachhaltigen, sozialen und kulturellen Entwicklung von Städten und Dörfern im regionalen Kontext zu verstehen und entsprechend zu handeln", so Gaube. Angesprochen seien alle Berufstätigen, die in Gestaltungs- und Entwicklungsprozesse von Städten und Gemeinden involviert sind oder ihr Berufsfeld in diese Richtung entwickeln möchten. "Das können Architekten und Planer sein, aber genauso gut Verwaltungsangestellte, Kommunalpolitiker bis hin zu PR- und Marketingverantwortlichen", fasst Gaube zusammen.

Akuter Handlungsbedarf in neuen Bundesländern

Im Osten Deutschlands sind gegenwärtig die Folgen der gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und demografischen Veränderungen am stärksten zu spüren. Ein drastischer Bevölkerungsrückgang führt vielerorts zu extrem dünn besiedelten Gebieten und schrumpfenden Regionen. Dies zwingt die beteiligten Akteure mittelfristig unweigerlich zu Rück- und Umbaumaßnahmen. Deshalb haben sich bereits seit 2007 Forscher aus verschiedenen Universitäten und Fachrichtungen in Mecklenburg-Vorpommern (MV) zu interdisziplinären Fragen der Stadt-Land-Entwicklung ausgetauscht. Auf dieser Basis entwickelten sie auch das Studienkonzept von ISLE, das 2011 durch das Bildungsministerium MV genehmigt wurde.

"In allen Entwicklungs- und Planungsprozessen ist es sehr wichtig, die Wünsche und Bedürfnisse der Bevölkerung bei der Umgestaltung ihrer Heimat einzubeziehen", so Andrea Gaube. Deswegen würden den Studierenden neben dem nötigen Know-how in den Bereichen Wirtschaft, Baukultur und Entwicklung auch kommunikative und sozialwissenschaftliche Kompetenzen vermittelt, sagt die Professorin. Um diese zu trainieren, würden die Studierenden bereits während des Studiums ein interdisziplinäres Projekt der Stadt- und Dorfentwicklung pro Semester bearbeiten.

Einschreibefrist verlängert

Die Einschreibefrist wurde vom 31. August bis zum 30. September verlängert. Nähere Informationen zu den Terminen und zur Anmeldung finden sich auf der Webseite des WINGS-Instituts (siehe Quellen und Verweise).

Wismar International Graduation Services GmbH

kurz WINGS, ist ein 2004 gegründetes Tochterunternehmen der Hochschule Wismar. Als Fernstudienzentrum organisiert es berufsbegleitende Fernstudiengänge und zertifizierte Weiterbildungen in den Bereichen Wirtschaft, Technik und Gestaltung mit den staatlichen Graduierungen Bachelor, Diplom und Master. WINGS bietet Angebote an zehn bundesweiten Standorten sowie in Zürich und Wien an. Derzeit sind rund 3.500 Fernstudenten und mehr als 500 Weiterbildungsteilnehmer an der Hochschule Wismar eingeschrieben.

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