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Donnerstag, 15. November 2018
Ausgabe 6296 | Nr. 319 | 18. Jahrgang
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Fernstudiengang Lichtdesign: Atmosphärisches Gespür gefordert

# 17.04.2015

Fachkräfte sind Gestalter, Physiker und Techniker zugleich. Arbeitsfelder im In- und Ausland in den letzten Jahren mit deutlichem Zuwachs. Hochschule bietet Fernstudiengang "Lighting Design" berufsbegleitend an

Vereinte Nationen begehen Jahr des Lichts

Professionelle Lichtdesigner sorgen unter anderem für das richtige innerstädtische Lichtkonzept. Foto: Corbis Professionelle Lichtdesigner sorgen unter anderem für das richtige innerstädtische Lichtkonzept. Foto: Corbis

Sich ein ganzes Jahr lang mit einem wichtigen Thema auseinanderzusetzen sollte nachhaltiger sein, als es nur einen kürzeren Zeitraum zu tun. Um der Zeit und Energie, die es braucht, Dinge von Tragweite erfolgreich anzustoßen, Rechnung zu tragen, erscheinen zwölf Monate als beinah schon zu kurz. Dennoch ist ein Jahr, gerade für internationale Unternehmungen, ein guter Begriff und so halten es auch die Vereinten Nationen mit der einheitlichen Zeitspanne.

Aktuell begeht die UNO das internationale Jahr des Lichts und der Lichttechnologien. Ziel ist es, auf die zentrale Bedeutung des Lichts für Wissenschaft und Kultur aufmerksam zu machen. Geht man weiter in den Bereich der Wirtschaft und speziell des Bauwesens, rückt hier die Branche der Lichtdesigner in den Vordergrund.

Lichtdesigner als Beruf in Deutschland inzwischen etabliert

In Deutschland hat sich diese in den vergangenen 15 bis 20 Jahren erst entwickelt und inzwischen auch etabliert. Zu den Hintergründen kann Thomas Römhild, Professor an der Hochschule Wismar, Auskunft geben: "Der Qualitätsanspruch in der Innen- und Außenraumgestaltung ist in den letzten Jahren immens gestiegen. Und zu den architektonischen Stilmitteln gehört eben auch das Licht."

In Wismar werden seit 2011 in Zusammenarbeit mit dem Fernstudienzentrum der Hochschule, WINGS, Lichtexperten im internationalen Master-Fernstudiengang "Lighting Design" ausgebildet, zu dem sich Interessierte derzeit noch bis zum 15. Juni für das kommende Wintersemester einschreiben können. "Der Studiengang ist weltweit der einzige, der sich an Berufstätige richtet", so Römhild. 2013 wurde das Konzept des berufsbegleitenden Masters mit dem PLDR Award for Education, einem der wichtigsten Preise in der Lichtbranche, ausgezeichnet.

Besonderes atmosphärisches Gespür gefordert

"Zu den wichtigsten Aufgabenfeldern für Lichtdesigner gehört es, sowohl Tages- als auch Kunstlicht nicht nur nach technischen Möglichkeiten, sondern auch entsprechend menschlicher Ansprüche an Ästhetik und Wohlbefinden zu gestalten", erklärt Römhild das Berufsbild. Lichtdesigner seien deshalb einerseits Techniker und Physiker, andererseits aber auch Gestalter, welche für ihre Arbeit ein besonderes atmosphärisches Gespür benötigten.

Nicht selten arbeiten die im Lichtdesign ausgebildeten Fachleute in internationalen Teams zusammen. Hierbei müssen klimatische sowie kulturelle Unterschiede beachtet werden, welche dann in ein individuelles, auf die konkrete Aufgabe bezogenes Lichtkonzept einfließen sollen. Die berufsbegleitende Ausbildung zum Lichtdesigner in Wismar findet aufgrund der internationalen Ausrichtung des Gebiets in englischer Sprache statt und beinhaltet Ausbildungsabschnitte in Singapur und Bangkok.

Ergonomische Lichtverhältnisse machen Arbeitsplätze attraktiver

Darüber hinaus gehören auch alltägliche Beleuchtungsvorhaben, wie zum Beispiel für Bürokomplexe, zum Aufgabenspektrum der Lichtdesigner. Eine Herausforderung für den Experten besteht hierbei darin, bestmögliche, ergonomische Lichtverhältnisse für die Arbeitsplätze zu gewährleisten. Gleichzeitig soll vom Lichtdesigner ein energieeffizientes und wirtschaftliches Konzept für das Gebäude erstellt werden.

Typische Arbeitsplätze für Lichtdesigner finden sich überwiegend in lichtgestalterischen Planungsbüros sowie in der Lampen-, Leuchten- und tageslichttechnischen Industrie. Auf dem Arbeitsmarkt fanden sich in den letzten Jahren immer mehr Angebote für die Berufsgruppe, was sich nach Einschätzung der Ausbilder aus Wismar in Zukunft noch verstärken soll.

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