Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 09. Dezember 2018
Ausgabe 6320 | Nr. 343 | 18. Jahrgang
Autor: 
Herausgeber: IWW Institut für Wirtschaftspublizistik GmbH & Co. KG IWW Institut für Wirtschaftspublizistik GmbH & Co. KG email-weiterempfehlendruckansicht

Gekündigte Verträge: Fiskus will gesamtes Honorar besteuern

# 05.01.2015

Bezüge für nicht erbrachte Leistungen bisher als steuerfreier Schadenersatz deklarierbar. Finanzamt Lörrach fordert dennoch Umsatzsteuer. Beitrag von Rechtsanwältin für Betroffene hilfreich

Umsatzsteuer trotz vorzeitiger Kündigung

Steuerprüfer scheinen ein neues Ermittlungsfeld ausgemacht zu haben: die Umsatzsteuer bei vorzeitig gekündigten Planungsverträgen. Foto: Matthias Preisinger  / Pixelio Steuerprüfer scheinen ein neues Ermittlungsfeld ausgemacht zu haben: die Umsatzsteuer bei vorzeitig gekündigten Planungsverträgen. Foto: Matthias Preisinger / Pixelio

In der Fachzeitschrift Planungsbüro Professionell (PBP 4/2014) wurde vor einiger Zeit darüber informiert, dass das Finanzamt eine neue Einnahmequelle entdeckt hat: die Umsatzsteuer bei vorzeitig gekündigten Planungsverträgen.

Umsatzsteuersonderprüfer vertreten nämlich urplötzlich den Standpunkt, dass Sie auch auf das Honorar für die nicht mehr erbrachten Leistungen Umsatzsteuer berechnen und abführen müssen. Bisher war die gängige Meinung, dass es sich dabei um nicht umsatzsteuerbaren Schadenersatz handelt.

Finanzamt beharrt auf seiner Meinung

Die Sache, auf die uns ein PBP-Leser aufmerksam gemacht hat, hat sich leider nicht entspannt. Das Finanzamt (hier: Lörrach) beharrt auf seiner Meinung, dass auch auf das Honorar für die nicht mehr erbrachten Leistungen Umsatzsteuer abzuführen ist. Es hat alle Gegenargumente und Stellungnahmen an sich abprallen lassen. Der PBP-Leser wird also beim Finanzgericht klagen müssen, wenn er die Steuer (und zusätzliche Zinsen) nicht zahlen will. Ob er dies tatsächlich tut, ist offen.

Praxishinweis

Falls Ihnen Ähnliches widerfahren sollte, hilft Ihnen ein gutachtenähnlicher Beitrag von Rechtsanwältin Kornelia Reinke aus Bonn. Er belegt eindrucksvoll, warum auf das Honorar für die kündigungsbedingt nicht mehr erbrachten Leistungen keine Umsatzsteuer erhoben werden darf. Sie finden den Beitrag unter Quellen und Verweise.

Umsatzsteuer Leistungen Kündigung Finanzamt fiskus steuern schadenersatz schadensersatz steuerfrei planungsverträge sonderprüfer planungsbüro finanzgericht gutachter zinsen umsatzsteuerbar Berufswelt HOAI https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/berufswelt/gekuendigte-vertraege-fiskus-will-gesamtes-honorar-besteuern/2705.htm 255 de-DE
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2705