Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Ausgabe 6631 | Nr. 289 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Gute Ertragslage und positive Geschäftsaussichten

# 29.07.2011

Die Ingenieurunternehmen haben die Finanzkrise gut überstanden. Die Umsätze sind gestiegen, die Ertragslage ist gut. Ingenieure werden in den Büros auch weiterhin stark gesucht. Das sind die Ergebnisse der Konjunkturumfrage 2011 der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau.

Konjunkturumfrage 2011 der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau: rund 65 % der Befragten bewerten ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut, Foto: Thorben Wengert / Pixelio Konjunkturumfrage 2011 der Bayerischen Ingenieurkammer-Bau: rund 65 % der Befragten bewerten ihre Geschäftslage als sehr gut oder gut, Foto: Thorben Wengert / Pixelio

Die Geschäfts- und Auftragslage speziell der bayerischen Planungsbüros hat sich der Umfrage zufolge im Vergleich zum Vorjahr weiter verbessert. Auch den kommenden Monaten sehen die meisten Ingenieure mit positiven Erwartungen entgegen. "Die Gesamtsituation wird positiv eingeschätzt, die Ingenieurunternehmen haben die Finanzkrise gut überstanden", so Kammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Schroeter. Ein Dauerproblem bleibe der Mangel an Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt. Hier hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr weiter verschärft. Die allgemeine Geschäftslage ihres Planungsbüros bewerten mit

  • sehr gut 15,5 Prozent der Befragten,
  • gut 49,1 Prozent,
  • befriedigend 29,9 Prozent und
  • schlecht 5,8 Prozent.

Die Auftragslage ist stabil geblieben, das Auftragsvolumen gestiegen. Die Auftragslage wird von zwei Drittel der Befragten (66,1 Prozent - Vorjahr 65,1) als gut bis sehr gut bewertet und von 25,2 Prozent der Teilnehmer als befriedigend (Vorjahr 20,9). Insgesamt hat das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahr zugenommen: Bei 41,4 Prozent ist das Auftragsvolumen gestiegen (Vorjahr 37,7 Prozent), bei 36,8 Prozent gleich geblieben (Vorjahr 37,3) und bei 21,8 Prozent gesunken (Vorjahr 24,9).

Ein positiver Trend war ebenfalls bei den Fragen nach der Ertragslage und dem Umsatz zu verzeichnen. Insgesamt sind die Umsätze der Ingenieurbüros im Vergleich zum Vorjahr bei 33,7 Prozent der Mitglieder gestiegen. Bei 47,8 Prozent sind sie gleich geblieben und bei 18,5 Prozent der Befragten sind sie gesunken. Die Ertragslage ihres Planungsbüros beurteilten 40,1 Prozent als gut bis sehr gut und 42 Prozent als befriedigend. Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Ertragslage bei 27,7 Prozent der Teilnehmer verbessert, bei 55,8 Prozent hat sie sich nicht verändert und bei 16,6 Prozent verschlechtert.

Die befragten Ingenieurbüros blicken großteils positiv in die Zukunft. So gehen 35,9 Prozent von einer Steigerung der Umsätze bis Oktober 2011 aus (Vorjahr 26,6) und 47,9 erwarten gleich bleibende Umsätze (Vorjahr 57,6). Die bayerischen Planungsbüros investieren konsequent und nachhaltig in die Zukunft: 32,4 Prozent der Teilnehmer haben ihre Investitionsausgaben gesteigert, bei 52,5 Prozent sind die Ausgaben gleich geblieben und bei 15,1 Prozent gesunken. Bis Oktober 2011 planen 20,2 Prozent eine weitere Steigerung ihrer Investitionen, bei 62,9 Prozent werden sie gleich bleiben und bei 16,9 Prozent sinken (Vorjahr 17,6).

Viele Planungsbüros wollen weiter einstellen. So planen 16,9 Prozent die Anzahl der Mitarbeiter bis Oktober zu erhöhen (Vorjahr 14,5). Beim Großteil wird sich die Mitarbeiterzahl aber nicht verändern und lediglich 5,1 Prozent rechnen mit einer Verringerung. Hier zeigt sich deutlich, dass sich der gerade bei den Ingenieuren im Bauwesen seit Jahren bestehende Mangel an qualifiziertem Personal auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärft: 28,1 der befragten Ingenieurbüros haben offene Stellen (Vorjahr 23,3). Und bereits heute stößt über die Hälfte (50,9 Prozent) der Büros auf Schwierigkeiten, qualifizierte Stellen zu besetzen (Vorjahr: 45,7).

Gesucht werden vor allem Diplom-Ingenieure mit Fachhochschulabschluss (73,0 Prozent), gefolgt von Diplom-Ingenieuren mit Universitätsabschluss (42,1 Prozent). Ingenieure mit Bachelor- (21,3 Prozent) oder Master-Abschluss (30,3 Prozent) werden zwar noch deutlich weniger nachgefragt, im Vergleich zum Vorjahr jedoch mit einer deutlichen Steigerung um 20 Prozentpunkte. Am gefragtesten sind bei den Ingenieurbüros mit 52,5 Prozent weiterhin Mitarbeiter für den Fachbereich Konstruktiver Ingenieurbau. Darauf folgen Sachverständigenwesen und Gutachtertätigkeit mit 15,5 Prozent, Projekt- und Objektmanagement sowie Baubetrieb und Objektüberwachung mit je 14,9 Prozent und der Bereich Technische Ausrüstung mit 14,4 Prozent.

Erstmals haben wir nach den Ingenieurgehältern und dem durchschnittlichen Bruttoeinstiegsgehalt für Studienabsolventen gefragt. Nach den Ergebnissen der Umfrage beträgt das durchschnittliche Bruttojahresgehalt bzw. Jahreseinkommen bei Beratenden bzw. selbstständig oder freiberuflich tätigen Ingenieuren 70.000 Euro, bei leitenden Angestellten 60.000 Euro, bei Angestellten 45.000 Euro und bei Studienabsolventen 38.750 Euro.

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