Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 10. Dezember 2019
Ausgabe 6686 | Nr. 344 | 19. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Bayerische Ingenieurkammer - Bau email-weiterempfehlendruckansicht

Ingenieurekammer fordert mehr Physik- und Mathematikunterricht an den Schulen

# 13.05.2002

Der 4. Dezember 2001 ist durch die Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse in die Bildungsgeschichte eingegangen.

Der 4. Dezember 2001 ist durch die Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse in die Bildungsgeschichte eingegangen. Der OECD-Schulvergleichstest attestierte den deutschen Schülern im internationalen Vergleich allenfalls Mittelmaß.

München - Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau, die 5.000 Ingenieure in der bayerischen Bauwirtschaft und Bauverwaltung vertritt, ruft dazu auf, möglichst rasch Konsequenzen aus der PISA-Studie zu ziehen. Der Nachwuchsförderung für den Technikstandort Deutschland müsse mehr Beachtung geschenkt werden. Insbesondere fordert die Kammer die Verbesserung des Unterrichts in den mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern an den Schulen. "Technik und Naturwissenschaften müssen unsere Schüler täglich aufs Neue begeistern. Wenn wir den deutschen Spitzenplatz im internationalen Wettbewerb der Bautechnik behaupten wollen, führt kein Weg daran vorbei, den Mathematik- und Physikunterricht an den Schulen aufzuwerten. Die tragischen Ereignisse in Erfurt sind uns zugleich eine Mahnung, dieses Ziel nicht zu Lasten der Vermittlung humanistischer Werte und der Ethik eines aufgeklärten Menschenbildes zu verfolgen," erklärte Kammerpräsident Prof. Dipl.-Ing. Karl Kling heute in München.

Der Kammerpräsident hob den Zusammenhang zwischen Nachwuchsförderung und Technologieposition hervor. "Wenn der Negativtrend bei den Studienanfängern im Bereich Bauingenieurwesen nicht schnell gestoppt wird, werden uns zur Mitte des Jahrzehnts zirka 3.000 Jungingenieure fehlen". Bereits im siebten Jahr in Folge sei ein Rückgang der Erstsemesterzahlen an deutschen Universitäten, Fachhochschulen und Gesamthochschulen zu verzeichnen. Da der Bedarf an qualifiziertem Führungspersonal weiterhin hoch bleibe, steuere die Branche auf ein akutes Personalproblem zu. Mit dem qualifiziertem Personal ginge aber auch die Technologieführerschaft verloren, warnte Kling.

Die Ingenieurekammer ruft die Politik auf, Bildung in den nächsten Jahren zu einem Schwerpunktthema zu machen. Nur so könne die Leistungsfähigkeit des Bildungssystems verbessert werden. Kling: "Qualität der Bildung und Ausbildung sowie die Vermittlung von Werten und Grundhaltungen sind für die Wettbewerbsfähigkeit Bayerns und Deutschlands von entscheidender Bedeutung." Dabei komme es auch darauf an, technische und wirtschaftliche Inhalte stärker in den Unterrichtsplänen zu verankern. Auch gelte es die Zusammenarbeit von Schule und Wirtschaft zu verstärken. "Deutschland muss wieder einen Spitzenplatz im internationalen Bildungswettbewerb erreichen."

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/805