Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 17. September 2019
Ausgabe 6602 | Nr. 260 | 19. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: FH Zittau / Görlitz email-weiterempfehlendruckansicht

Kooperative Ingenieurausbildung / Ausbildungsintegriertes Hochschulstudium

# 11.04.2003

Ausbildung mit Facharbeiter-Berufsabschluss und Hochschuldiplom / Für die Studierenden dieser Studienform bestehen erstklassige berufliche Zukunftschancen

Prof. Dr. Ing. habil. Rudolf Förster - Rektoratsbeauftragter KIA der Hochschule Zittau / Görlitz Prof. Dr. Ing. habil. Rudolf Förster - Rektoratsbeauftragter KIA der Hochschule Zittau / Görlitz

Die kooperative Ingenieurausbildung (KIA) - ein ausbildungsintegriertes Hochschulstudium für technisch Interessierte wird seit 1997 an der Hochschule Zittau/Görlitz angeboten. Über 100 Unternehmen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg kooperieren mit der Hochschule und bilden somit ihren eigenen ingenieurtechnischen Nachwuchs heran. Für die Studierenden in dieser Studienform bestehen erstklassige berufliche Zukunftschancen.

Insbesondere große und mittelständische Unternehmen fordern bereits seit Jahren eine praxisbezogene Ausbildung an den Hochschulen, eine verbesserte Zusammenarbeit mit ihnen und die Verkürzung der Ausbildungszeit zugunsten eines frühen Eintritts in das Arbeitsleben, - möglichst bereits mit ersten Berufserfahrungen.

Vor diesem Hintergrund führte die Hochschule 1997 die "Kooperative Ingenieurausbildung" (KIA) (ein Studium mit integrierter Berufsausbildung) ein, immatrikulierte bereits 320 Studierende und unterhält mit mehr als 100 Unternehmen Kooperationsverträge. Damit leistet sie zugleich einen Beitrag für die mittelfristige Planung des Ingenieurnachwuchses in Wirtschaftsunternehmen.

Die KIA ist ein fünfjähriges Hochschulstudium mit international anerkanntem Diplomabschluss und integrierter zweieinhalbjähriger (bei Mechatronik und Bauingenieurwesen dreijähriger) Berufsausbildung mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer/Handwerkskammer zum Die KIA ist ein fünfjähriges Hochschulstudium mit international anerkanntem Diplomabschluss und integrierter zweieinhalbjähriger (bei Mechatronik und Bauingenieurwesen dreijähriger) Berufsausbildung mit Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer/Handwerkskammer zum Facharbeiter/Geselle in einem dem Studiengang adäquaten Ausbildungsberuf.

Reiner Bückner - Geschäftsführer KIA-Sachsen Reiner Bückner - Geschäftsführer KIA-Sachsen

Voraussetzung für diese Studienform ist die Zugangsberechtigung für ein Hochschulstudium mit besonderem Interesse an Technik und hoher Leistungsfähigkeit in naturwissenschaftlichen Fächern. Die Interessenten bewerben sich zunächst im Unternehmen und schließen mit diesem einen Vertrag zur berufspraktischen Ausbildung ab. Mit der Kopie des Vertrages stellt der Interessent den formgebundenen Antrag auf Einschreibung/Zulassung an der Hochschule. Der rechtzeitige Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen Unternehmen und Hochschule stellt dabei sicher, dass auch ein Studienplatz bereitgestellt wird. Die Auswahl der für das Studium infragekommenden Bewerber treffen die Unternehmen und tragen daher frühzeitig Sorge, geeignete Bewerber anzusprechen.

Das Studium beginnt am ersten September mit einer vierwöchigen berufspraktischen Ausbildung im Unternehmen, setzt ab Oktober mit dem ersten bzw. den ersten beiden Hochschulsemestern an der Hochschule als Direktstudium fort. Daran schließen sich Teilzeitsemester an, die im periodischen vierzehntägigen Wechsel mit der berufspraktischen Ausbildung im Unternehmen durchgeführt werden. Die Berufsschulausbildung wird durch das Hochschulstudium ersetzt. Die zur Facharbeiter-/Gesellenprüfung notwendigen Theoriebezüge werden über planmäßige Vorlesungen und zusätzliche Lehrangebote vermittelt. Die vorlesungsfreien Zeiten stehen für die berufspraktische Ausbildung (insgesamt 2/3 des Jahres) zur Verfügung, in dieser Zeit ist auch der Urlaubsanspruch abzugelten. Die Unternehmen gewähren in dieser Zeit eine Ausbildungsvergütung.

Nach 2,5 Jahren bzw. 3 Jahren wird der Studierende als Externer zur Facharbeiter-/Gesellenprüfung zugelassen und setzt danach sein Studium als Direktstudium mit berufsbegleitender Tätigkeit fort. In dieser Zeit sollten über Studienförderverträge Beleg- und Studienarbeiten (auch in den Semesterferien) sowie Praxissemester- und Diplomarbeiten in den Unternehmen mit dem Ziel durchgeführt werden, nach der Diplomprüfung im Unternehmen angestellt zu werden.

Die Hochschule bietet diese Studienform in den Studiengängen über einen dem Studiengang adäquaten Elektro-, Metall- oder Bauberuf an:

  • Elektrotechnik
  • Mechatronik
  • Maschinenbau
  • Energie- und Umwelttechnik
  • Bauingenieurwesen

Die bei dieser Studienform bestehenden Vorteile sind vor allem:

Vorteile für die Unternehmen:

  • Langfristige Entwicklung eines mit den speziellen Technologien des Unternehmens vertrauten Ingenieurnachwuchses
  • frühe Bindung an das Unternehmen
  • Verjüngung dieser Absolventen um zwei bis drei Jahre gegenüber denen, die vor dem vierjährigen Studium eine drei bis vierjährige Berufsausbildung absolviert haben
  • zum Kennenlernen ausländischer Unternehmen und Vertiefung der Sprachkenntnisse, Absolvierung eines Fachsemesters oder des Praktikumsemesters im jeweiligen Ausland
  • wesentliche Verringerung der Einarbeitungszeit beim Berufseinstieg
  • Präsenz der Studierenden besonders in der Urlaubszeit und Durchführung des Praxis- und Diplomsemesters im Unternehmen
  • Vertiefung der Kontakte zur Wissenschaft durch Nutzung der Fachkompetenzen der Hochschullehrer bei der Betreuung von Praxissemestern und Diplomarbeiten
Vorteile für die Studierenden:
  • Verkürzte Ausbildungszeit mit Facharbeiter-Berufsabschluss und Hochschuldiplom
  • Systematisches Training von Schlüsselqualifikationen
  • Berufseinstieg schon während des Studiums
  • nicht unerhebliche finanzielle Zuwendung durch das Unternehmen während der Ausbildung und des Studiums
  • gesicherter Arbeitsplatz nach Studienende

Die Sächsische Staatsregierung fördert mit Beschluss von Juni 2001 diese duale Ausbildung, initiiert die Einführung an anderen Hochschulen des Freistaates Sachsen und empfiehlt den Unternehmen die Teilnahme an der KIA. Das geschaffene Kompetenzzentrum Kooperative Ingenieurausbildung - Sachsen e.V. (KIA-Sachsen) ist durch die Sächsische Staatsregierung beauftragt, die Hochschulen bei der Einführung zu unterstützen bzw. Kooperationsbeziehungen herzustellen. Im Rahmen eines web-basierten Datenbankprojektes wird das Kompetenzzentrum durch den Europäischen Sozialfonds und den Freistaat Sachsen gefördert.(Prof. Dr. - Ing. habil. R. Förster, Rektoratsbeauftragter KIA und Vorsitzender KIA-Sachsen; Dipl.-Betriebswirt R. Bückner, Geschäftsführer Kooperative Ingenieurausbildung - Sachsen e.V.)

Für Ihre Rückfragen:

Fachbereich Bauwesen
Dr. Ing. Ernst Richter
[email protected]
Tel. 03583 / 61 - 1631

KIA-Sachsen
Reiner Bückner
[email protected]
Tel. 03583 / 61 - 1839

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