Fachbeiträge & Interviews
Donnerstag, 24. September 2020
Ausgabe 6975 | Nr. 268 | 20. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Nachtragsmanagement: Unbezahlte Leistungen vermeiden

# 05.06.2015

Büros scheuen zu häufig Geltendmachung. Aktive Anwendung durch Mehrumsatz ohne Mehraufwendung immer lohnenswert. Nachfrage an einschlägigen Fortbildungsveranstaltungen seit 2013 stark gestiegen

Bedeutung des Nachtragsmanagement mit HOAI 2013 gestiegen

Wird die Bezahlung der Leistungen für Nachträge in Planungsbüros konsequent geltend gemacht, können daraus zusätzliche Gewinne ohne großen Mehraufwand erzielt werden. Foto: Thorben Wengert  / Pixelio Wird die Bezahlung der Leistungen für Nachträge in Planungsbüros konsequent geltend gemacht, können daraus zusätzliche Gewinne ohne großen Mehraufwand erzielt werden. Foto: Thorben Wengert / Pixelio

Als Planer wird man in laufenden Projekten fast täglich vor neue Herausforderungen gestellt. So auch nach Projektabschluss, denn die Liste möglicher Nachträge in einem Bauprojekt kann endlos sein:

  • Nachträglich geänderte Wünsche des Bauherrn,
  • unerwartete Probleme mit dem Baugrund,
  • geänderte rechtliche Rahmenbedingungen,
  • unvollständige Planungen oder
  • äußere Witterungseinflüsse.

Häufig haben Planer große Vorbehalte, solche Besonderen oder Zusätzlichen Leistungen geltend zu machen. Oder aber diese werden zu spät erkannt und können nachträglich nicht mehr beim Bauherrn durchgesetzt werden.

Durch die Festschreibung der Kostenberechnung als Grundlage des gesamten Grundhonorars in der HOAI 2013 hat das Nachtragsmanagement enorm an Bedeutung zugenommen. Hierdurch sind auch die Anforderungen an die Qualität der Verträge und der Dokumentation der zugrunde liegenden Leistungen enorm gestiegen. Nur wenn eindeutig beschrieben ist, was geschuldet wird bzw. was eben nicht geschuldet wird, ist die Fortschreibung der Verträge und damit der Honoraransprüche möglich.

Professionalität beim Nachtragsmanagement

Ein professionelles Nachtragsmanagement setzt genau an diesem Punkt an, denn es schafft klare Transparenz. Wenn sich Planer und Bauherr hier auf Augenhöhe begegnen, stärkt dies nicht nur das nötige Vertrauen sondern legt Zeugnis ab über Qualität und Professionalität des Planungsbüros. Und nur so kann heutzutage ein für alle Seiten wirtschaftlich optimales Projektergebnis erzielt werden.

Die Neuordnung des Honorarrechts steht derzeit erst am Anfang. Studien und Umfragen haben ergeben, dass deutsche Ingenieurbüros aktuell mehr als 25 Prozent Zusätzliche und Besondere Leistungen erbringen, die bislang nicht abgerechnet werden.

Dank Nachträgen deutlicher Mehrumsatz ohne Mehraufwendungen möglich

Jedes Jahr entgehen Planungsbüros hierdurch geschätzte Gewinne in Milliardenhöhe. Ein aktives Nachtragsmanagement kann dagegen maßgeblich zu einer Steigerung des Gewinns beitragen. Denn allein bei einer Reduzierung dieses unberechneten Anteils um fünf Prozent, verdoppelt sich der Gewinn, da dem Mehrumsatz keine Mehraufwendungen gegenüberstehen.

Wie wichtig das Thema ist und welch großen Aufklärungsbedarf es gibt, lassen deutschlandweit ausgebuchte Seminare zum Thema Nachtragsmanagement erkennen. Diese werden unter anderem seit 2013 vom Freiburger Softwarehaus wiko Bausoftware GmbH veranstaltet.

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