Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 12. August 2020
Ausgabe 6932 | Nr. 225 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Neue Leitlinien: VBI und DEGES wollen Partnerschaft stärken

# 21.07.2020

Leitfaden von 2013 überarbeitet. Einigung auf obligatorische Start- und Abschlussgespräche. Faire Zusammenarbeit auch nach DEGES-Übergang in Autobahn GmbH geplant

Bauwirtschaft: Vertrauen in Krisenzeiten essentiell

Für den Verband Beratender Ingenieure ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auch nach dem Übergang der DEGES in die Autobahn GmbH wichtig. Grafik: VBI/DEGES Für den Verband Beratender Ingenieure ist eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auch nach dem Übergang der DEGES in die Autobahn GmbH wichtig. Grafik: VBI/DEGES

Gerade in Krisenzeiten ist ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen Geschäftspartnern Gold wert. Vertrauen kann über eine jahrelange Beziehung entstehen. Oder aber man verpflichtet sich bereits vorab, ohne das Gegenüber lange zu kennen, zur Wahrung gemeinsamer Werte im Rahmen eines Verhaltenskodexes.

Zwischen dem Verband Beratender Ingenieure (VBI) und der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH (DEGES) gibt es sowohl langjährige Geschäftsbeziehungen als auch vertrauensbildende Vereinbarungen, sogenannte "Leitlinien für den Projekterfolg".

Leitlinien von 2013 wurden überarbeitet

Letztere wurden bereits 2013 erstmals beschlossen. Die seitdem gemachten Praxiserfahrungen und aktuelle Veränderungen im Projektgeschäft haben beide Partner nun veranlasst, die Leitlinien zu überarbeiten.

"Das Ziel, gemeinsam einen Beitrag zu einer leistungsfähigen Infrastruktur in Deutschland zu leisten, besteht nach wie vor. Unsere neuen Leitlinien sind Ausdruck unseres sich weiterentwickelnden Miteinanders und setzen einen zeitgemäßen Rahmen für die vor uns liegenden Aufgaben", so Dirk Brandenburger, Technischer Geschäftsführer der DEGES.

Wir-Gedanke soll gestärkt werden

Während in den 2013er Leitlinien die Rollen von Auftraggeber und Auftragnehmer klar voneinander abgegrenzt gewesen seien, werde im neuen Text vorwiegend das "wir" betont.

Das unterstreiche laut VBI-Präsident Jörg Thiele die Tatsache, "dass wir auf dem Weg zu einer partnerschaftlichen Projektabwicklung auf Augenhöhe einen großen Schritt vorangekommen sind. Wir wissen, dass ein Projekt nur dann erfolgreich realisiert werden kann, wenn beide Vertragspartner mit der fachlichen und vertraglichen Projektabwicklung zufrieden sind."

BMVI-Leitfaden für Großprojekte als Orientierung

Um eine gute Kommunikation und partnerschaftliche Zusammenarbeit zu gewährleisten, schreiben die "Leitlinien" zum Beispiel ein Startgespräch fest, in dem unter anderem gemeinsam Zuständigkeiten, Kommunikationsregeln, Schnittstellen- und Konfliktmanagement vereinbart werden.

Außerdem regelt die Vereinbarung während der fachlichen und der vertraglichen Projektabwicklung den Informationsaustausch sowie die Qualitätssicherung. Beide Parteien wollen sich ferner nicht nur bei Großprojekten am "Leitfaden Großprojekte" des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) orientieren und die darin bereitgestellten Checklisten projektspezifisch anwenden.

Am Projektende soll jeweils vor der förmlichen Abnahme ein Abschlussgespräch stehen, um einvernehmlich zu klären, ob alle Vertragspunkte zu beiderseitiger Zufriedenheit abgearbeitet wurden und welche Projekterfahrungen bei künftigen Verkehrsprojekten "nachgenutzt" werden könnten.

DEGES geht in Autobahn GmbH auf

Noch in diesem Jahr soll die DEGES in der Autobahn GmbH des Bundes aufgehen und als Geschäftsbereich "Großprojekte" die ihr übertragenen Projekte weiterführen. Die Autobahn GmbH übernimmt ab dem 1. Januar 2021 Planung, Bau, Betrieb, Erhaltung, Finanzierung und vermögensmäßige Verwaltung der Autobahnen in Deutschland.

VBI und DEGES sehen darin zwar eine Veränderung des gesellschaftsrechtlichen Rahmens ihrer Zusammenarbeit, die gemeinsamen Aufgaben blieben allerdings die gleichen. "Für ihre Bewältigung geben uns unsere Leitlinien eine gute Basis – heute und in Zukunft", so der gemeinsame Tenor.

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