Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Ausgabe 6631 | Nr. 289 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Ob FH oder Uni entscheidet sich im Studium

# 18.07.2011

Fachhochschule oder Universität? In Cottbus müssen sich die Studierenden im Bauingenieurwesen erst im Laufe ihres Studiums entscheiden, welchen Weg sie einschlagen wollen. Das David-Gilly-Institut koordiniert die Lehrangebote zwischen den beiden Hochschulen.

Das Direktorium des David Gilly Institutes (DGI) mit den Präsidenten der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz (4.v.l.) und der BTU Cottbus Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli (5.v.l.), Foto: BTU Cottbus Das Direktorium des David Gilly Institutes (DGI) mit den Präsidenten der Hochschule Lausitz, Prof. Dr. Günter H. Schulz (4.v.l.) und der BTU Cottbus Prof. Dr. Walther Ch. Zimmerli (5.v.l.), Foto: BTU Cottbus

Zum Wintersemester 2011/12 können damit erstmals in Deutschland Studierende des Bauingenieurwesens an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus und der Hochschule Lausitz ihr Studium beginnen und sich dann erst im Laufe ihres weiteren Studiums entscheiden, ob sie ihren Abschluss an der Fachhochschule oder an der Universität ablegen wollen. Diese Studienform konnte in einer rund dreijährigen Vorarbeit entwickelt werden und wurde seit 2010 mit fast einer halben Million Euro gefördert.

Das neue Studienangebot ist gegenwärtig im Genehmigungsverfahren des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Brandenburg und wurde durch die Förderer Mercator und VolkswagenStiftung im Rahmen der Initiative "Bologna – Zukunft der Lehre" unterstützt.

Die intensive Zusammenarbeit von Hochschule Lausitz und BTU Cottbus mündet jetzt in einer Vereinbarung zum David-Gilly-Institut für Lehre, Forschung und Kommunikation im Bauwesen, die im Juni 2011 zwischen beiden Hochschulen unterschrieben wurde. Das David-Gilly-Institut hat die Aufgabe, ab dem Wintersemester 2011/12 die Lehrangebote beider Hochschulen im Bauingenieurwesen zu koordinieren und vorzubereiten. Zudem werden unter dem Dach des David-Gilly-Instituts gemeinsame, hochschul-übergreifende, grundlagennahe wie anwendungsorientierte Forschungsaktivitäten sowie die Kommunikation und Förderung der Zusammenarbeit mit der regionalen Bauwirtschaft organisiert.

Durch abgestimmte, teilweise gemeinsame Lehrveranstaltungen beider Einrichtungen werden Studierende beider Einrichtungen vom Anwendungsbezug der Fachhochschul-Ausbildung und von der Grundlagen- und Forschungsorientierung der universitären Ausbildung profitieren. Zudem wird künftig der Wechsel zwischen dem Bachelor of Science (B.Sc.) der Universität und dem Bachelor of Engineering (B.Eng.) der Fachhochschule bei entsprechender Eignung ohne große Zeitverluste möglich sein.

Das Studienkonzept im Bachelor-Bereich hat zwei Kernstücke - das so genannte "X-Modell" für die Vernetzung der Studienangebote und das Projektstudium: Der Begriff "X-Modell" resultiert aus der Studienstruktur, die von Immatrikulationen an der Universität oder an der Fachhochschule ausgeht. Während der Ausbildung gibt es einen gemeinsamen Studienteil und je nach Qualifikation schließen die Studierenden entweder mit dem B.Sc. der BTU Cottbus oder dem B.Eng. der Hochschule Lausitz ihr Studium ab. Mit diesem Lehrangebot wird das erfolgreiche Projektstudium, ein besonderes didaktisches, mehrfach ausgezeichnetes Konzept mit einer sehr gut betreuten, praxisnahen Ausbildung an beiden Hochschulen umgesetzt. Das Projektstudium wurde an der BTU bereits 2005 eingeführt, und hat - mit fächerübergreifenden Projekten in jedem Studiensemester - Alleinstellungscharakter für das Studium des Bauingenieurwesens in Deutschland.

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