Autor: Dipl.-Ing. Klaus D. Siemon, Osterode/Harz
Herausgeber: IWW Institut für Wirtschaftspublizistik GmbH & Co. KG

Planungsmanagement: Zuständigkeiten durch Schnittstellenregelung klären

# 28.12.2018

Neue Planungsansätze und Technologien machen Planung komplexer. HOAI bietet mit Grundleistungen keine eindeutige Regelung der Arbeitsaufteilung. Fachmagazin PBP bittet um Teilnahme am Erfahrungsaustausch

Organisation der Planung: Gesetze und Normen helfen nur bedingt

Planungen werden durch mehr Beteiligte sowie neue Technologien und Methoden immer komplexer. Planungsmanagement heißt das Gebot der Stunde. Foto: Ijeab / Freepik Planungen werden durch mehr Beteiligte sowie neue Technologien und Methoden immer komplexer. Planungsmanagement heißt das Gebot der Stunde. Foto: Ijeab / Freepik

Die Planungsinhalte werden immer komplexer, es reden mehr Fachleute mit, es wird alles unübersichtlicher. Das Konglomerat an Objektplanern und Fachplanern, Beratern und späteren Nutzern bleibt nur dann handhabbar, wenn Schnittstellen, Zuständigkeiten und Determinanten der Honorarabrechnung klar geregelt sind und alle Beteiligten optimal zusammenarbeiten. "Planungsmanagement" heißt daher das Gebot der Stunde.

Die Vorgaben des Gesetzgebers helfen hierbei nur bedingt. Die HOAI stellt beispielsweise nur ein Preisrecht dar. Die Grundleistungen sind also nur dann relevant, wenn sie auch im Vertrag als Leistungsbestandteil vereinbart sind. Letztlich können aber auch die Grundleistungen nicht für alle Projekte regeln, wer was im Detail zu erbringen hat und wer sich auf welche Angaben eines Projektbeteiligten verlassen darf.

Zuständigkeiten ändern sich mit baupraktischen Neuerungen

Auch der Blick auf DIN-Normen bringt in der Regel keine vollständige Gewissheit. Viele DIN-Normen sind nicht bindend, andere dann aber wieder doch.

Hinzu kommen neue Technologien, hohe Anforderungen aus der Bauphysik oder neue Planungsansätze, welche zu neuen Zuständigkeiten und Bearbeitungsformen führen. Daraus entwickeln sich neue Leistungs- und Honorarvereinbarungen, die neben den Vereinbarungen zu den Grundleistungen getroffen werden müssen.

Praxisbeispiel: Wie wird der Brandschutz organisiert?

Komplexe Fälle aus der Praxis gibt es viele. Wer organisiert und prüft beispielsweise das mangelfreie Zusammenwirken von komplexen Brandschutzmaßnahmen (z. B. Brandfallsteuerung), die fünf unterschiedliche Planungsdisziplinen und sieben Ausführungsgewerke betreffen?

Solche Prüfungen sind oft vor der Übergabe des Objekts durchzuführen (Auflagen aus der Baugenehmigung) und die "Abnahmebescheide" rechtzeitig bei der Bauaufsicht einzureichen. Deutlich wird, wie wichtig es ist, dem Thema "Planungsmanagement" die richtige Aufmerksamkeit zu widmen. Nur wer hier strategisch vorgeht, kann zeitraubende und teure Auseinandersetzungen vermeiden.

Zahlreiche Beiträge zum Thema bereits online

Zum Thema "Schnittstellen" bzw. "Planungsmanagement im Planungsbüro sind bereits folgende Beiträge erschienen (siehe dazu Link zum Abrufen unter Quellen und Verweise):

  • Überlaufrinne im Hallenbad: Objektplanung oder Fachplanung (PBP 10/2102, Seite 9 → Abruf-Nr. 35580050)
  • Notentwässerung eines Flachdachs: Wer plant was? (PBP 11/2009, Seite 6)
  • Wer muss Lagepläne erstellen? (PBP 8/2017, Seite 10 → Abruf-Nr. 44789700)
  • Wo liegt die Leistungsgrenze zwischen Ingenieurbauwerk und Elektroplanung? (PBP 12/2015, Seite 2 → Abruf-Nr. 43743279)
  • Schnittstelle zwischen Objektplaner und Fachplaner Technische Ausrüstung bei Revisionsöffnungen (PBP 9/2015, Seite 8 → Abruf-Nr. 43555624)
  • Lph 5 im Bereich TGA: Leistungsabgrenzung zwischen Architekt und Fachplaner (PBP 3/2010, Seite 4)
  • Planung von Sanitäranlagen: Wie müssen Objekt- und TA-Planer kooperieren? (PBP 9/2013, Seite 15 → Abruf-Nr. 42276827)
  • So regeln Sie die Honorar-Schnittstelle zwischen den Objektplanungen Gebäude und Innenräume (PBP 5/2013, Seite 7→ Abruf-Nr. 39189880)
  • Schnittstellenabstimmung bei der Planung von Baustelleneinrichtungen und Provisorien (PBP 7/2012, Seite 20 → Abruf-Nr. 33247290)
  • Nichttragende Innenwände: Empfehlungen für die Planungs- und Schnittstellenabstimmung (PBP 4/2012, Seite 11 → Abruf-Nr. 32486600)

In Bearbeitung und für die Veröffentlichung vorgesehen sind aktuell die folgenden Beiträge:

  • Wer legt in welchem Planungsstadium fest, welche Räume mechanisch be- und entlüftet werden sollen/müssen?
  • Wer koordiniert die leistungsbildübergreifende Fachplanung und Qualitätsüberwachung des leistungsbildübergreifenden Brandschutzes bei größeren Projekten am besten?
  • Wer plant die Grundleitungen unter der Bodenplatte?
  • Wer plant den Verschluss von Wand- und Deckendurchbrüchen, nachdem die Installationen eingebaut worden sind?

Großer Bedarf an Berichterstattung zum Thema Planungsmanagement

Aufgrund zahlreicher Anfragen will PBP das Thema "Planungsmanagement" in einer Beitragsserie verstärkt aufgreifen. Es können dazu noch Themenwünsche beigesteuert und per E-Mail an [email protected] gesendet werden.

Die Vorschläge sollten wie folgt gegliedert sein:

  • Beschreibung des Sachverhalts und der möglichen fachtechnischen und organisatorischen Konflikte
  • Beifügen relevanter zitierfähiger Auszüge der einschlägigen technischen Normen und Richtlinien

Darüber hinaus können Leser zum Erfahrungsaustausch beitragen, indem Sie darstellen, wie Sie bei konkreten Schnittstellenproblemen im Tagesgeschäft vorgehen. Ziel ist es, ein Kompendium zu erarbeiten, das zur Recherche und dauerhaften Nutzung online zur Verfügung steht.

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Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
https://www.iww.de/pbp/archiv
https://www.bauingenieur24.de/zeitschriften/baurecht/planungsbuero-professionell-iww-institut-fuer-wirtschaftspublizistik-verlag-gmbh-co-kg/131.htm
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/3099