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Freitag, 17. Januar 2020
Ausgabe 6724 | Nr. 17 | 19. Jahrgang
Autor: bdt
Herausgeber: dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Rau - Europa muss auch bei Hochschulen zusammenwachsen

# 08.05.2002

Deutsche Hochschulen müssten sich für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus der ganzen Welt mehr öffnen

Bundespräsident Johannes Rau Bundespräsident Johannes Rau

Bonn - Die europäische Einigung darf nach den Worten von Bundespräsident Johannes Rau nicht vor den Hochschultoren Halt machen. Europa werde sich gegenüber den vielfältigen globalen Herausforderungen nur behaupten können, wenn ihnen die Hochschulen gemeinsam gewachsen seien, sagte Rau am Donnerstag auf der Jahresversammlung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) in Bonn. Wenn Europa nicht zu einem europäischen Hochschulraum verschmelze und nationale Hürden, wie fehlende Anerkennung von Studienleistungen aus anderen Ländern, nicht abgebaut würden, dann drohe Europa zum Opfer der Globalisierung zu werden.

Die deutschen Hochschulen müssten sich darüber hinaus für den wissenschaftlichen Nachwuchs aus der ganze Welt mehr öffnen und attraktiver werden, sagte HRK-Präsident Klaus Landfried. Dazu gehörten auch international akzeptierte Abschlüsse. Das schließe außerdem ein, dass ausländischen Studierenden Wohnraum zur Verfügung stehe.

Der 1999 eingeleitete so genannte Bologna-Prozess, an dessen Ende ein europäischer Hochschulraum stehen soll, ziele nicht auf eine «Festung Europa», betonte Landfried. Europa müsse vielmehr konkurrenzfähig werden gegenüber globalen Mitspielern, allen voran den USA und Australien. Die wissenschaftlichen Eliten aus Asien, Lateinamerika und Afrika suchten nach Alternativen zu den USA. Auch die deutschen Studenten müssten endlich «ihren Hintern hochkriegen» und auch vor Studienorten wie dem ukrainischen Odessa und dem russischen Chabarowsk oder auch Indien und Afrika nicht zurückscheuen.

Nach den USA und Großbritannien sei Deutschland mit rund 140 000 ausländischen Studierenden bereits der gefragteste Studienort der Welt, sagte Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn (SPD). Auch die Forschung an europäischen Hochschulen müsse für die «besten Köpfe» aus aller Welt noch attraktiver werden. Über die Grenzen der EU-Mitgliedstaaten hinweg müssten Spitzenforschungszentren eingerichtet werden.

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