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Mittwoch, 24. Juli 2019
Ausgabe 6547 | Nr. 205 | 18. Jahrgang
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Herausgeber: dpa dpa email-weiterempfehlendruckansicht

Schulen Schuld an Ingenieur-Mangel

# 13.05.2002

Bis auf Bayern und Baden-Württemberg ist eine technikfreundliche Ausbildung Mangelware

Im Ingenieurwesen - speziell auch im Bauingenieurwesen lichten sich allmählich die Ränge Im Ingenieurwesen - speziell auch im Bauingenieurwesen lichten sich allmählich die Ränge

Darmstadt - Am Ingenieur-Mangel in Deutschland sind aus Sicht des Darmstädter Studienberaters Andreas Bootz die Schulen Schuld. «Die meisten Schulabgänger besitzen nicht mehr das notwendige Rüstzeug für ein technisches Studium», sagte Bootz in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Der Wissenschaftler organisiert das Darmstädter Hochschulgespräch an diesem Donnerstag in Darmstadt, bei dem Vertreter der Wirtschaft, des Arbeitsamtes und der Hochschule über die «Zukunft der Ingenieure» diskutieren.

Das Leistungsvermögen der Abiturienten sei sehr unterschiedlich. «Auffällig ist, dass Schulabgänger aus Bayern und Baden-Württemberg über gute Voraussetzungen verfügen», meinte Bootz. In den anderen Bundesländern sei eine technikfreundliche Ausbildung dagegen Mangelware. «Deshalb haben viele Studienanfänger auch große Angst vor den Ansprüchen des Ingenieurstudiums», sagte der Studienberater. Hinzu käme Lustlosigkeit, sich in die Inhalte hinein zu knien. «Viele wählen den Weg des geringsten Widerstandes.» Daraus erkläre sich die hohe Abbrecherquote.

Die Universitäten haben nach Ansicht des Diplomingenieurs dagegen inzwischen ihre Hausaufgaben gemacht. «Es wird mehr in Teams und an praktischen Beispielen gelernt, um den umfangreichen Stoff zu bewältigen.» Außerdem werde das selbstständige Arbeiten gefördert. Mit neuen Bachelor- und Masterstudiengängen sei die Ausbildung internationaler und schneller geworden. In Zukunft müssten die Universitäten jedoch stärker um die besten Studienanfänger konkurrieren. «Dann werden nur noch wenige technische Hochschulstandorte übrig bleiben, die dafür einen guten Ruf genießen.»

Die Anzahl der Studienanfänger im Ingenieurwesen ist nach Angaben von Bootz in den vergangenen zehn Jahren dramatisch gesunken. So waren zum Beispiel 1993 in Darmstadt 475 Bauingenieure eingeschrieben, im Jahr 2000 nur noch 121. Zugleich zeigten Untersuchungen, dass die Industrie ihren Bedarf an Ingenieuren nicht mehr decken könne.

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