Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 26. Januar 2020
Ausgabe 6733 | Nr. 26 | 19. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Bayerische Ingenieurkammer - Bau email-weiterempfehlendruckansicht

Sonderkonjunktur hemmte Innovationen im Bauwesen

# 29.11.2001

Effiziente Organisation, Spezialisierung und Serienfertigung auch im Bauwesen unverzichtbar

Weimar / Erfurt - Hart gingen Bauunternehmer, Architekten, Wissenschaftler, Planer, junge Existenzgründer und Studenten aus Thüringen mit jahrelangen Versäumnissen und falschen Weichenstellungen in der Baubranche ins Gericht. Im "Erfahrungsaustausch innovativer Ideenträger" des neuen Centrums für Innovatives Bauen (CIB.Weimar), der Stiftung für Technologie- und Innovationsförderung Thüringen (STIFT), der Bauhaus-Uni Weimar und der Thüringer Existenzgründerinitiative (THEI) kristallisierte sich nach Angaben der Thüringischen Landeszeitung Kritik an der Rückständigkeit der Branche. Durch üppige staatliche Wohltaten, aber auch durch den Aufbau Ost seien strukturelle Reformen, wie sie etwa im europäischen Ausland stattgefunden hätten, in der deutschen Baubranche unterblieben. Anzeichen technologischer Veränderungen, besonders in der Arbeitsorganisation und bei der Logistik, suche man in der Bauwirtschaft oftmals vergebens.

Künftig müsse sich ein Verständnis von Bauen "als Produkt" entwickeln. Effiziente Organisation, mehr Spezialisierung, Serienfertigung nach dem "Ikea-Prinzip" seien unverzichtbar. Gute Ideen der Planer könnten nur dann zum Zuge, wenn sie sich auch in marktfähige Produkte kleiden lassen würden. Die Baubranche müsse zu neuen Geschäftsmodellen finden. Angesichts des rigorosen Konkurrenzdrucks habe sie sich einseitig dem Preiswettlauf verschrieben, innovative Erkenntnisse anderer Industriezweige aber nicht übernommen.

Hier soll künftig das CIB ansetzen und innovative Ressourcen der Bauwirtschaft bündeln, um zukunftsfähige und intelligente Lösungen und Verbesserungen voranzutreiben. Gründern soll der Markteinstieg durch die kostengünstige Nutzung moderner Technik und durch die fächerübergreifende Kooperationen erleichtert werden. Der Wissenstransfer aus Hochschulen und Instituten hin zu den Baubetrieben und etablierten Planungsbüros, wo teilweise nach veralteten Methoden wenig wirtschaftlich gearbeitet werde, sei von existenzieller Bedeutung.

Neben der Bauhaus-Uni und ihrer Versuchstechnischen Einrichtung (VTE), der Materialforschungs- und Prüfanstalt (MPA), dem Institut für Fertigteiltechnik und Fertigteilbau (IFF) und dem Forschungsinstitut für Tief- und Rohrleitungsbau (FITR) sollen vor allem Ingenieurbüros, Consult- und Start up-Unternehmen sowie Existenzgründer aus dem Hochschulbereich Einrichtungen und Angebote des CIB nutzen.

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