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Montag, 14. Oktober 2019
Ausgabe 6629 | Nr. 287 | 19. Jahrgang
Autor: Pressestelle
Herausgeber: Hauptverband der Deutschen Bauindustrie email-weiterempfehlendruckansicht

Studentenstatistik Bauingenieurwesen 2001/2002

# 02.04.2003

Nur noch 5.900 Studienanfänger / Entwicklung am Scheidepunkt - Erstmals weniger Studienanfänger als Absolventen / Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften in vier Jahren erwartet

Dr. Ing. Klaus-Dieter Ehlers - Vizepräsident Technik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V. Dr. Ing. Klaus-Dieter Ehlers - Vizepräsident Technik des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie e.V.

Die Nachwuchsrekrutierung im Bereich Bauingenieurwesen steht an einem Scheidepunkt. Erstmals seit Erhebung einer aussagekräftigen Studentenstatistik gibt es weniger Studienanfänger als Absolventen in der Studienrichtung Bauingenieurwesen. Damit kann die Branche definitiv ihren Bedarf an Jungingenieuren in den kommenden Jahren nicht mehr decken." Dies erklärte der Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Dr.-Ing. Klaus-Dieter Ehlers, bei der Vorstellung der aktuellen Studentenstatistik heute in Berlin. Da trotz der schwierigen wirtschaftlichen Gesamtsituation in der Bauwirtschaft der Bedarf an qualifiziertem Führungspersonal hoch bleibe, müsse man in etwa vier Jahren mit einem eklatanten Mangel an qualifizierten Nachwuchskräften rechnen. Eine weitere Verschärfung der Lage sei durch die ungünstige demografische Entwicklung zu erwarten.

Laut Studentenstatistik ist die Zahl der Erstsemester an wissenschaftlichen Hochschulen (Technischen Universitäten oder Universitäten) und Gesamthochschulen im akademischen Jahr 2001/2002 um rund 20 Prozent auf 1661 bzw. 384 gesunken. Fachhochschulen hingegen hatten "nur" ein Minus von 7 Prozent, und damit einen Rückgang auf 3894 zu verzeichnen. Damit hat sich die Zahl der Studienanfänger gegenüber dem Spitzenjahr 1994 quasi halbiert.

Gleichzeitig gab es erstmals seit 1994 weniger Studienabsolventen. Im akademischen Jahr 2001/2002 standen den 6.012 Studienabsolventen nur noch 5.900 Studienanfänger gegenüber. Alle qualifizierten Absolventen, zumal mit Fremdsprachen- oder betriebswirtschaftlichen Kenntnissen, konnten unmittelbar in Arbeitsverhältnisse übernommen werden. Blieben die Studienabbrecherzahlen bei etwa 50 Prozent, so stünden in wenigen Jahren einem Bedarf von etwa 5.000 Jungingenieuren nur ca. 3.200 Absolventen gegenüber. Als positiver Trend zeichnet sich zurzeit nur der konstant gebliebene Anteil der weiblichen Studierenden im Bauingenieurwesen ab. Er liegt unverändert bei rund 20 Prozent. Damit ist der Frauenanteil im Bauingenieurwesen allerdings noch deutlich unter dem Durchschnitt aller Studiengänge, der bei 45 Prozent liegt.

Ehlers warnte die Fakultäten und Fachbereiche, bei rückläufiger Auslastung ihre Angebote zurückzunehmen oder übereilt Kapazitäten abzubauen: "Ohne eine ausreichende Zahl an gut ausgebildeten Bauingenieuren ist die Qualität der Bauausführung nicht mehr zu halten und die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen gefährdet".

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