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Donnerstag, 24. Mai 2018
Ausgabe 6121 | Nr. 144 | 17. Jahrgang
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Studiengang Nachbergbau ab Sommer

# 05.02.2013

Ausbildung für "Ewigkeitsaufgaben": Bochumer FH bietet ab Sommer neuen berufsbegleitenden Master-Studiengang "Geoingenieurwesen und Nachbergbau" an. Bewerbungsfrist am 28. Februar 2013

Zur Sanierung alter Bergbauflächen zählt u.a. die Sicherung von Schächten. Eine spezifische Ausbildung bietet die Technische Fachhochschule Bochum. Foto: Bernd Kasper / Pixelio Zur Sanierung alter Bergbauflächen zählt u.a. die Sicherung von Schächten. Eine spezifische Ausbildung bietet die Technische Fachhochschule Bochum. Foto: Bernd Kasper / Pixelio

Seit dem späten Mittelalter wird im Ruhrgebiet Steinkohlenbergbau betrieben. Auch wenn die Zeit des aktiven Bergbaus dort langsam abläuft, gibt es für junge Ingenieure in diesem Bereich noch einiges zu tun. Die sogenannten "Ewigkeitsaufgaben" schaffen vielfältige Betätigungsfelder bei Unternehmen, Behörden und Ingenieurbüros. Ab dem kommenden Sommersemester möchte die Technische Fachhochschule (TFH) "Georg Agricola" in Bochum gezielt Fachkräfte für die Planung und Durchführung der komplexen Vorgänge bei Bergwerksschließungen und Nachsorge ausbilden. Laut Hochschule wird der Master-Studiengang "Geoingenieurwesen und Nachbergbau" deutschlandweit einzigartig sein. Die RAG-Stiftung, welche die sozialverträgliche Beendigung des subventionierten Steinkohlenbergbaus in Deutschland steuert, unterstützt das Vorhaben durch die Förderung einer Professur.

Was soll gelehrt werden?

In dem Studiengang sollen naturwissenschaftliche und technische Qualifikationen an den Schnittstellen zwischen Bergbau, Markscheidewesen/Vermessung und Geotechnik kombiniert werden. Inhaltlich stehen vor allem die sogenannten "Ewigkeitsaufgaben" und damit Themen wie Wasserhaltung, Schachtsicherung oder die Sanierung belasteter Flächen auf dem Programm. Neben den Risiken behandelt der Studiengang auch die Chancen des Nachbergbaus, welche sich durch die Entwicklung von nachhaltigen Folgenutzungen für ehemalige Bergbauareale in betroffenen Regionen ergeben können. Das Studium soll sich nicht allein auf den Steinkohlenbergbau beschränken. Jede Art bergbaulicher Rohstoffgewinnung bringe ähnliche Herausforderungen mit sich, so die Verantwortlichen.

Wo gibt es anschließend Arbeit?

Der Bedarf an Fachkräften ist nach Einschätzung der Fachhochschule national wie international gegenwärtig recht groß. Er werde in den nächsten Jahren weiter deutlich zunehmen, so die FH weiter. Absolventinnen und Absolventen hätten daher ausgezeichnete Perspektiven in Behörden, darunter Bergämter, Bauordnungsämter, Umweltämter; Unternehmen des Bergbaus, Erd-, Grund- und Spezialtiefbaus; einschlägigen Ingenieurbüros; sowie in Bohr- und Tunnelbaufirmen. Das breit gefächerte, praxisbezogene Berufsfeld werde sich letztlich nicht auf den Nachbergbau beschränken, da der Studiengang die Kompetenzen, die zur Bearbeitung von Projekten in der Geotechnischen Kategorie GK3 gemäß Eurocode 7 berechtigen, vermittle.

Wie läuft das Studium ab?

Die Lehrveranstaltungen des berufsbegleitend angebotenen Studiengangs finden abends bzw. an Samstagen statt. Die Regelstudienzeit beträgt sechs Semester. Zulassungsvoraussetzung für das Studium ist ein berufsqualifizierender Hochschulabschluss, d.h. Bachelor oder Diplom, in einem einschlägigen ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studium. Die Bewerbungsfrist für den Studienbeginn zum nächsten Sommersemester endet am 28. Februar 2013.

Nachbergbau RAG-Stiftung Geoingenieurwesen Ewigkeitsaufgaben Masterstudiengang Bergbau Markscheidewesen Vermessung Geotechnik Schachtsicherung Berufswelt Bergbau https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/berufswelt/studiengang-nachbergbau-ab-sommer/2513.htm 388 de-DE
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