Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 16. Oktober 2019
Ausgabe 6631 | Nr. 289 | 19. Jahrgang
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

VBI kritisiert Zertifizierungswahn für Ingenieure

# 31.08.2011

Der Verband beratender Ingenieure (VBI) kritisiert, dass verschiedene Weiterbildungsträger und Institutionen versuchten, neue Bezeichnungen für "Fachplaner" wie beispielsweise für die Bereiche Brandschutz oder nachhaltiges Bauen zu etablieren. Entsprechende Zertifikate müssten von den Planern mit erheblichem finanziellem Aufwand erworben werden. Immer mehr spezialisierte Berufsbezeichnungen führten zu immer weniger Transparenz, heißt es beim VBI.

Wichtig für die Auftragsakquise ist die Referenzliste, Foto: Rainer Sturm / Pixelio Wichtig für die Auftragsakquise ist die Referenzliste, Foto: Rainer Sturm / Pixelio

"Die einzigen verlässlichen Beurteilungskriterien für die Fähigkeiten eines Ingenieurunternehmens sind sein Erfolg oder Misserfolg am Markt", erklärt VBI-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Klaus Rollenhagen die Position des Verbandes. "Die Auftraggeber schenken unseren Büros bei Auftragsvergabe das Vertrauen, die gestellten Aufgaben zu lösen. Können sie das nicht, werden sie keine Aufträge mehr gewinnen. Daher geht die ganze Diskussion um die schleichende Einführung eines bunten Straußes von Fachplanerzertifikaten an den Kernbedürfnissen von Auftraggebern und Bauherren vorbei. Auftraggeber wollen erfolgreiche Projekte und keine Zertifikate", sagt VBI-Hauptgeschäftsführer Dipl.-Ing. Klaus Rollenhagen.

"Immer mehr spezialisierte Berufsbezeichnungen führen zu immer weniger Transparenz für den Bauherren und letztendlich zu einer unnötigen Zersplitterung des Berufsstandes. Beratende Ingenieure und Mitarbeiter unabhängiger VBI-Ingenieurbüros verfügen über eine exzellente akademische Ausbildung und langjährige Berufserfahrung. Sie übernehmen die Verantwortung für eine ganze Reihe von Fachfragen. Die Unternehmen allein sind dafür verantwortlich, welche Qualifikationen sie im Unternehmen etablieren und wie sie ihre Mitarbeiter weiterbilden."

Der VBI warnt davor, den Universitäten letztendlich die Zuständigkeit abzusprechen, über die Berufsbefähigung von Planern zu entscheiden. Akademische Berufsausbildung, Berufserfahrung und Markterfolg seien die drei tragenden Säulen für die Berufsbefähigung, sagt Rollenhagen. "Es gibt wirklich wirksamere Wege, die fachliche Qualifikation von Ingenieurbüros verlässlich herauszufinden, als Zertifikate zu lesen. Mit einem Blick in die Referenzliste und einem kurzen Anruf beim Auftraggeberkollegen ist die Sache erledigt."

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