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17. Jahrgang | Ausgabe 5903 | Nr. 291
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Was macht ein Baubiologe?

04.08.2017
 

Vertreter des ökologischen Bauens setzen auf Schadstoffbegrenzung und Umweltbewusstsein. Zusatzqualifikation für Bauingenieure interessant. Fachgebiet seit 40 Jahren in Deutschland anerkannt

 

Ganzheitliche Bauausführung zum Wohle der Nutzer

Ökologisch nachhaltig und im Einklang mit der Umwelt zu Bauen ist das Ziel eines jeden Baubiologen. Foto: Lars Paege / Pixelio Ökologisch nachhaltig und im Einklang mit der Umwelt zu Bauen ist das Ziel eines jeden Baubiologen. Foto: Lars Paege / Pixelio

Die Beziehung des Menschen zu seiner gebauten Umwelt ist Gegenstand des Wissenschaftsfeldes der Baubiologie. Hinzu kommen Fragen der Ressourcen schonenden und dabei schadstoffminimierten Bauausführung. Letztlich geht es um das ganzheitliche Wohlbefinden der Nutzer bzw. Bewohner von Gebäuden, weshalb baubiologische Grundsätze vor allem im Wohnungsbau, im Krankenhausbau, im Schulbau, aber auch im Gewerbebau und beim Bau von Büros angewendet werden.

Der Begriff Baubiologie spielt in Deutschland seit den 1960er Jahren eine Rolle. Damals war es der Arzt Hubert Palm, welcher mit landesweiten Vorträgen auf die Bedeutung des "gesunden und nachhaltigen Bauens und Wohnens" hinwies. Sein Buch "Das gesunde Haus" gilt bis heute als Standardwerk der Baubiologie.

 

40 Jahre Ausbildung von Baubiologen am IBN-Institut in Rosenheim

Nach Palm setzte vor allem Anton Schneider als weltweit erster Professor für Baubiologie an der Hochschule Rosenheim Akzente in dem neuen Fachgebiet. Hier publizierte er zahlreiche Schriften und gründete schließlich das Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit (IBN).

Vor 40 Jahren, also 1977, bot das Institut unter Schneiders Federführung erstmals den fachübergreifenden und staatlich anerkannten "Fernlehrgang Baubiologie IBN" an. Inzwischen wird dieser auch in Englisch, Französisch, Japanisch und Spanisch angeboten, zum Teil in Kooperation mit Partnerinstituten in aller Welt.

 

Verbesserung der Wohn- und Arbeitsumfelder als Ziel

Baubiologen beschäftigen sich mit dem Wohn- und Arbeitsumfeld der Menschen. Ihr Tätigkeitsfeld erstreckt sich von der Beratung zu gesundem Schlafen und Wohnen, dem Bau und der Sanierung von Gebäuden und Wohnungen über die gezielte Analyse belastender Raumfaktoren bis hin zur Verbreitung baubiologischen Wissens durch Vorträge, Seminare, Fachliteratur und Kongresse.

Durch die Absolventen des Lehrgangs erhofft sich das Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit eine flächendeckende Verbreitung baubiologischer Beratungsstellen. Auch werden regional aktive Arbeitsgruppen oder gar die Gründung eines Ökozentrums empfohlen.

 

Baubiologische Zusatzausbildung für Bauingenieure sinnvoll

Für Bauingenieure kann die Zusatzqualifikation dahingehend hilfreich sein, dass sie gegenüber Bauherren kompetenter auftreten können. Letztere würden heute ein fundiertes Know-how bezüglich der Auswirkungen eines Gebäudes auf die Gesundheit und Lebensqualität erwarten, so Architekt Winfried Schneider, Geschäftsführer des Instituts für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN. Aus diesem Grund sei die Teilnahme am Fernlehrgang für Bauingenieure äußerst lohnend.

 

Fernlehrgang Baubiologie IBN – Lehrmodule (u.a.)

Der Fernlehrgang Baubiologie ist als Online- und Printversion verfügbar. Foto: Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN Der Fernlehrgang Baubiologie ist als Online- und Printversion verfügbar. Foto: Institut für Baubiologie + Nachhaltigkeit IBN
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