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17. Jahrgang | Ausgabe 5939 | Nr. 327
Fachbeiträge für Bauingenieure » Berufswelt
 
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Herausgeber:  bauingenieur24 Informationsdienst
 

Weiterbildung zum Bauleiterassistenten soll Entlastung bringen

05.09.2017
 

Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW bietet deutschlandweit erste Weiterbildung zur Bauleitungsassistenz im Hoch- und Tiefbau. 4.500 Euro Gebühren für zehnwöchige Maßnahme. Handlungshilfen für Bauunternehmen als kostenfreier Download

 

Überlastung der Bauleitung steht außer Frage

Damit Führungskräfte mit der Bauleitung nicht allein dastehen, bildet die Bauindustrie in NRW seit 2016 Bauleitungsassistenten aus. Foto: Jörg Brinckheger / Pixelio Damit Führungskräfte mit der Bauleitung nicht allein dastehen, bildet die Bauindustrie in NRW seit 2016 Bauleitungsassistenten aus. Foto: Jörg Brinckheger / Pixelio

Bauleiter und sonstige Führungskräfte auf der Baustelle leisten im Schnitt etwa 14,5 Überstunden pro Woche. Dennoch können sie, aus Zeitmangel, innerhalb ihrer Arbeitszeit wichtige Aufgaben oft nicht erledigen oder müssen Aufgaben ausführen, für die die Bauleitung im Grunde genommen überqualifiziert ist.

Dies sind die Ergebnisse einer Online-Befragung unter Baustellen-Führungskräften, welche eine eigens gegründete Projektgruppe um das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW durchgeführt hat.

Ausgangspunkt der Untersuchung war laut Projektinitiatoren die Frage "Müssen und wenn ja, wie können Baustellen-Führungskräfte entlastet werden?" In der Folge kam man überein, dass der Bedarf an einer Entlastung offensichtlich ist. Zur Beantwortung des "Wie?" half ein Blick auf andere Berufsgruppen: Die Bauleitung müsste – ähnlich wie ein Arzt – durch eine fachlich kompetente Assistenz unterstützt werden. Die Idee der "Assistenz der Bauleitung" war geboren.

 

Bauindustrie entwickelt Weiterbildung zur Bauleiterassistenz mit IHK-Abschluss

Das Berufsförderungswerk der Bauindustrie NRW entwickelte daraufhin gemeinsam mit der Bergischen Universität Wuppertal (Lehrstuhl Prof. Helmus) und den Baugewerblichen Verbänden ein gleich lautendes Folgeprojekt. Innerhalb dessen wurde schließlich die neue Weiterbildung mit IHK-Zertifikat entwickelt. Das Projekt wurde gefördert aus Mitteln des Ministeriums für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und des Europäischen Sozialfonds (ESF).

Zielgruppe der Schulung zur "Bauleitungsassistenz Hochbau/Tiefbau (IHK)" sind laut Initiatoren "gewerbliche, technische und kaufmännische Mitarbeiter/innen, Rehabilitanten sowie Studienabbrecher/innen mit Berufserfahrung".

 

Umfassende Lerninhalte und Aufgaben für angehende Bauleiter-Assistenten

Auf dem Lehrplan der Weiterbildung stehen folgende Lerninhalte:

  • Kommunikation,
  • Qualitätsmanagement
  • Bauzeichnen / Vermessung,
  • Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Umweltschutz,
  • Ausschreibung und Vergabe,
  • Arbeitsplanung und
  • Bauausführung.
Nach erfolgreicher Teilnahme an der Weiterbildung soll die Bauleitungsassistenz die Bauleitung in folgenden organisatorischen, kaufmännischen und betrieblichen Tätigkeiten unterstützen können:
  • Aktualisierung von Arbeitsplänen
  • Vornehmen von Änderungen in Bauzeichnungen
  • Ausführung von vorbereitenden Tätigkeiten zur Ausschreibung, Angebotserstellung, Baukalkulation, Abrechnung und Nachtragskalkulation
  • Baustellenvorbereitung unter Berücksichtigung der Kosten und Termine
  • Bearbeitung von Lieferbeanstandungen und Baustellen-Mängelanzeigen sowie deren Nachverfolgung und Dokumentation
  • Einhaltung von Qualitätsstandards
  • Erfassung und Dokumentation von Bauleistungen sowie Einpflegen in die zugehörige Software
  • Ermittlung von Bauzeiten, Kosten und Terminen auf Grundlage der Ausführungsplanung
  • Rücksprachen mit den am Bau Beteiligten
  • Überwachung des Umweltschutzes
  • Mitarbeit bei der Dokumentation für interne und externe Zwecke sowie zur Schaffung von Rechtssicherheit (insbesondere Bautagebuch, Stundenberichte, Leistungsmeldungen, Gesprächsnotizen und Protokolle sowie Fotodokumentation)
  • Mitwirkung bei Vertragsverhandlungen, Koordination der am Bau Beteiligten und der firmeninternen Kommunikation
  • Organisation und Koordination bei der Abwicklung von Mängel- und Gewährleistungsansprüchen
  • Organisation, Verwaltung und Verteilung der Planungs- und Ausführungsunterlagen
  • Prüfung der Rechnungen von Lieferanten und Nachunternehmern
  • Überprüfung und Dokumentation der Einhaltung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes
 

Positive Rückmeldung nach erstem Schulungsdurchgang

Seit Ende 2016 wurde eine erste Gruppe Auszubildender im Ausbildungszentrum der Bauindustrie NRW in Essen auf ihre künftigen Aufgaben als Bauleitungsassistenten vorbereitet.

Die Rückmeldungen sowohl der Firmen als auch der Teilnehmer sei sehr positiv, heißt es von Seiten der Veranstalter. 85 Prozent der Bauunternehmen könnten demnach die Weiterbildung weiterempfehlen.

Die nächste Schulung zur Bauleitungsassistenz findet vom 09.01. bis 19.03.2018 statt (siehe "Quellen und Verweise"). Für die zehnwöchige Schulung fallen Gebühren in Höhe von 4.500 Euro an. Eine Förderung über Aufstiegs-Bafög ist möglich.

 

Kostenfreie Handlungshilfen für Bauunternehmen veröffentlicht

Neben dem Konzept der Weiterbildung zur Baustellenassistenz haben die Mitarbeiter des zuständigen Projektes "Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit von Baustellen-Führungskräften" (EBBFü) kostenfreie Handlungshilfen für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) der Bauwirtschaft erarbeitet (siehe "Quellen und Verweise").

Diese sollen eine "Win-Win-Situation für Baustellen-Führungskräfte und das Bauunternehmen herbeiführen", um sowohl die Beschäftigungsfähigkeit der Baustellen-Führungskräfte zu erhalten, als auch die Wettbewerbsfähigkeit der KMUs zu stärken.

 
Quellen und Verweise
Weiterbildung zur Bauleitungsassistenz im Hochbau / Tiefbau (IHK)
Handlungshilfen zum Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit von Baustellen-Führungskräften
 
Kurz-Link zu diesem Beitrag
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2969
 
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