Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 13. November 2019
Ausgabe 6659 | Nr. 317 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Betrieb von Bauwerken: Strabag entwickelt BIM-Standard mit

# 20.09.2019

Mehrheit der Bauwirtschaft noch ohne Digitalisierungsstrategie. BIM-Kompetenzzentrum definiert Arbeitspakete. Projektleiter: Viel Grundsatzarbeit nötig

BIM-Strategie fehlt bislang in meisten Unternehmen

Bauwerke sollen in Zukunft standardmäßig mithilfe von BIM geplant, gebaut und betrieben werden. Grafik: planen-bauen 4.0 GmbH / bayika Bauwerke sollen in Zukunft standardmäßig mithilfe von BIM geplant, gebaut und betrieben werden. Grafik: planen-bauen 4.0 GmbH / bayika

Building Information Modeling bzw. BIM verändert das Planen und Bauen in Deutschland. Allein, es machen noch nicht alle mit.

Zwar wollen laut einer Studie des Wirtschaftsprüfungsunternehmens PricewaterhouseCoopers (PwC) rund 80 Prozent der Firmen im Bauwesen "in den nächsten Jahren" mit BIM arbeiten. Eine wirkliche Strategie zur BIM-Integration verfolgen bislang jedoch nur rund 40 Prozent der befragten Unternehmen (siehe Quellen und Verweise).

Entscheidend für den Fortschritt der Digitalisierung sind neben dem Wandel in der Wirtschaft auch politische Maßnahmen. Damit BIM mehr und mehr zur Selbstverständlichkeit wird, hat die Bundesregierung unlängst ein BIM-Kompetenzzentrum gegründet (wir berichteten).

Sechs Arbeitspakete für BIM-Kompetenzzentrum

Zum Start des Zentrums wurden folgende sechs Schwerpunkte als Arbeitspakete (APs) definiert:

  1. Einrichtung und Betrieb des Zentrums (AP 1)
  2. BIM-Aktivitäten koordinieren (AP 2)
  3. Informieren, Kommunizieren, Beraten (AP 3)
  4. Informationen, Daten, Anwendungen bereitstellen (BIM-Portal, AP 4)
  5. BIM in der Betriebsphase anwenden (AP 5)
  6. Strategie für BIM nach 2020 erarbeiten (AP 6)
Das Arbeitspaket 5 wird federführend von der Strabag AG als einem von insgesamt 18 Projektpartnern betreut. Ziel ist die Entwicklung eines bundesweit einheitlichen BIM-Standards für die Kontrolle, Wartung und Unterhaltung von Infrastruktur- und Hochbauprojekten.

Projektleiter: BIM-Modelle erfordern viel Grundsatzarbeit

Projektleiter Jürgen Litsch sieht hierbei viel Grundlagenforschung auf sich und seine Mitstreiter zukommen: "Zunächst gilt es, zu definieren und festzulegen, welche Projektdaten in BIM-Modelle einfließen müssen, um den späteren reibungslosen Betrieb des Bauwerks zu ermöglichen. Hier ist noch viel Grundsatzarbeit nötig."

Mit der Digitalisierung der Baubranche hat Strabag in mehreren BIM-Pilotprojekte im Straßenbau bereits europaweit Erfahrungen gesammelt. Dazu zählen unter anderem die Autobahn-Projekte A5 (Drasenhofen) in Österreich und A1 in Polen.

BIM-basiertes System für Straßenerhaltung bereits entwickelt

In Kooperation mit dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg realisierte das Verkehrswegebau-Team der Strabag AG das Projekt BIM SE (Straßenerhaltungsmanagement).

Dieses hatte die Entwicklung eines BIM-basierten Systems für die Planung und Vergabe von Straßenerhaltungsarbeiten (Wartung und Sanierung) auf Basis von Rahmenverträgen zum Ziel. Dafür gab es 2018 den ersten BIM-Award des BIM-Clusters Hessen.

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/3171