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Montag, 17. Juni 2019
Ausgabe 6510 | Nr. 168 | 18. Jahrgang
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Ingenieurbüros: Mehr Geld und Training soll Nachwuchs sichern

# 08.05.2019

Personalsicherung angesichts bester Auftragslage für Büroinhaber weiterhin oberste Priorität. Jeder dritte Absolvent mit über 45.000 Euro Einstiegsgehalt in Bayern. Ingenieurkammer bietet externes Traineeprogramm für KMU-Mitarbeiter

Deutsche Ingenieurbüros von Außenpolitik weitgehend unbeeindruckt

Junge Bauingenieure sind begehrt wie nie. Höhere Einstiegsgehälter und ein attraktives Traineeprogramm soll in Bayern den Nachwuchs sichern. Foto: BayIKa-Bau Junge Bauingenieure sind begehrt wie nie. Höhere Einstiegsgehälter und ein attraktives Traineeprogramm soll in Bayern den Nachwuchs sichern. Foto: BayIKa-Bau

Angesichts der anhaltend hohen Binnennachfrage für Bauleistungen sorgen äußere Ereignisse, wie die bevorstehende Europawahl oder der "Brexit", in den deutschen Ingenieurunternehmen derzeit für wenig Unruhe. Die Konjunkturumfrage 2019 der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau macht dies am Beispiel Bayern deutlich.

"Unsere Ingenieurlandschaft ist mittelständisch geprägt und agiert überwiegend regional. 76 Prozent der Unternehmen sind gar nicht im Ausland aktiv. Damit hat beispielsweise der Brexit, der für viele Branchen sehr bedrohlich ist, auf unsere Mitglieder nahezu keine Auswirkungen", erklärt Kammer- Präsident Norbert Gebbeken.

Bayern: 85 Prozent sehen Geschäftslage positiv

Konkret wird die aktuelle Geschäfts- und Auftragslage von 85 Prozent der bayerischen Ingenieurbüros als weiterhin positiv eingeschätzt. Damit hat sich das Geschäftsklima im Vergleich zum Vorjahr sogar verbessert. Auch die derzeitige Ertragslage wird von der Mehrheit der Büros als gut (66 %) bzw. befriedigend (32 %) eingeschätzt.

Während also die wirtschaftliche Lage als äußerst gut beschrieben wird, sehen in punkto Personal hingegen die bayerischen Ingenieurbüros wie viele Unternehmen anderer Branchen große Probleme. "Unsere Mitglieder müssen immer wieder Aufträge ablehnen, weil sie nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter haben. Hier ist leider seit Jahren keine Entspannung zu spüren", klagt Gebbeken.

Personalbedarf in Ingenieurbüros weiterhin enorm

Aktuell haben rund 50 Prozent (Vorjahr: 51 %) der befragten Büros offene Stellen zu besetzen. 71 Prozent (Vorjahr: 75 %) der Büros geben an, Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen mit qualifiziertem Personal zu haben.

Ein Grund: Der Einstellungsbedarf liegt deutlich über den Absolventenzahlen. Für das Jahr 2019 planen 27 Prozent, ihre Mitarbeiterzahl zu erhöhen. 71 Prozent rechnen mit keiner Veränderung, zwei Prozent mit einer Verringerung.

Einstiegsgehälter für Absolventen steigen mit Gesamtinvestitionen

Die bayerischen Ingenieurunternehmen haben im Wettbewerb um den Nachwuchs zuletzt mit höheren Einstiegsgehältern für Bachelor- und Masterabsolventen reagiert. Der Anteil der Büros, die Einstiegsgehälter über 45.000 Euro zahlen, ist laut Umfrage im Vergleich zum vergangenen Jahr um sechs Prozentpunkte von 27 Prozent auf 33 Prozent gestiegen.

Grundsätzlich wollen 29 Prozent der Befragten ihre Gesamtinvestitionen weiter steigern, bei 61 Prozent werden sie gleich bleiben und nur bei zehn Prozent sinken.

Externes Traineeprogramm für Jungingenieure aus Planungsbüros

Die Bayerische Ingenieurekammer-Bau will indes ihre Mitglieder aktiv bei der Motivation und damit Sicherung ihres Personals unterstützen. Kleine oder mittelständische Ingenieurbüros, die selbst kein eigenes Traineeprogramm wie Großunternehmen oder Konzerne anbieten können, haben die Möglichkeit, ihre Nachwuchsingenieure als Trainees in einer neunmonatigen Weiterbildung der Kammer intensiv schulen zu lassen (siehe Quellen und Verweise).

Wie in anderen Traineeprogrammen durchlaufen maximal 20 Teilnehmer eines Jahrgangs in relativ kurzer Zeit mehrere Abteilungen, was der frühzeitigen Schnittstellenkompetenz und dem Gesamtüberblick im Büroalltag dienen soll. Zudem werden gezielt Präsentations-, Schreib- und Kommunikationstechniken eingeübt, was laut Kammer vor allem auch für ausländische Fachkräfte Vorteile birgt.

Die Teilnahme am Traineeprogramm kostet pro Person 8.900 Euro. Im Falle einer Anmeldung bis zum 31. Juli 2019 wird ein Frühbucherrabatt in Höhe von 500 Euro gewährt.

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