Fachbeiträge & Interviews
Montag, 16. Mai 2022
Ausgabe 7574 | Nr. 136 | 21. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Obermeyer in Tschechien: Übernahme soll BIM-Durchbruch herbeiführen

# 05.01.2022

Münchner Planungsgesellschaft nimmt führende Rolle bei digitaler Bauplanung in Anspruch. Unternehmenstochter Helika übernimmt einheimischen Mitbewerber. Fusion auch Reaktion auf hohen Konkurrenzdruck

Tschechische Planungsbüros Obermeyer Helika und Casua fusionieren

Durch seine Expansion in Tschechien will die Münchner Planungsgesellschaft Obermeyer das Building Information Modeling (BIM) im ganzen Land etablieren. Grafik: bauingenieur24 Durch seine Expansion in Tschechien will die Münchner Planungsgesellschaft Obermeyer das Building Information Modeling (BIM) im ganzen Land etablieren. Grafik: bauingenieur24

Die international agierende Planungsgesellschaft Obermeyer hat über ihre tschechische Tochter Helika 100 Prozent der Geschäftsanteile an dem ebenfalls tschechischen Planungsunternehmen Casua erworben.

Die Verantwortlichen sehen sich dabei in einer national bedeutsamen Rolle. So soll der Zusammenschluss laut Obermeyer der Modernisierung der gesamten Baubranche in Tschechien zugutekommen.

Man gehe davon aus, dass die Helika als nun größeres und finanzstärkeres Unternehmen bessere Chancen hat, innovative Verfahren flächendeckend umzusetzen. Dies sei ein wesentlicher Grund für die Übernahme von Casua.

Alleingesellschafter gibt landesweite BIM-Einführung als Losung aus

Maximilian Grauvogl, Alleingesellschafter der Obermeyer Gruppe, gibt dementsprechend eine selbstbewusste Losung vor: "Zusammen mit Casua wird es Obermeyer Helika gelingen, den tschechischen Markt wesentlich mitzugestalten und dort die digitale Bauplanung durch die umfassende Implementierung von Building Information Modeling ganz nach vorne zu treiben."

Dem schließt sich Jirí Fousek, Vorstandsvorsitzender von Obermeyer Helika an: "Wir sehen derzeit die wichtigste Herausforderung darin, die Art und Weise, wie Gebäude geplant werden, durch den komplexen Einsatz von 3D-Technologien und der BIM-Methodik nachhaltig zu verändern. Diese fortschrittlichen, transparenten Methoden erlauben es uns, über die eigentliche Planung hinaus auch Kosten, Termine und damit den späteren Betrieb zu kalkulieren."

Helika und Casua seit 30 Jahren im Geschäft

Der feste Glaube daran, dass Helika und Casua gemeinsam die angedachte Wirkmacht in Tschechien entfalten werden, rührt unter anderem daher, dass die beiden Unternehmen für sich genommen seit mehr als 30 Jahren etabliert sind und sich dabei laut Obermeyer bereits zu führenden Bauplanungsgesellschaften des Landes entwickelt haben.

1991 gründeten der Architekt Oleg Haman und der Bauingenieur Ales Podebrad das Planungsbüro Casua, welches heute über 70 Fachkräfte beschäftigt. Die beiden Geschäftsführer bleiben auch nach der Übernahme in ihren Funktionen aktiv.

Starker Wettbewerb im tschechischen Bauwesen

Die 1990 gegründete Helika, seit 2007 in der Obermeyer Gruppe, ist mit rund 100 Mitarbeitern eines der größten Architektur-, Planungs- und Bauberatungsbüros der Tschechischen Republik und auf dem tschechischen sowie dem slowakischen Markt im Bereich der 3D-Planung und des BIM-Baumodellierungssystems nach eigener Aussage bereits führend.

Neben dem technologischen Fortschritt sieht sich Obermeyer in Tschechien auch vom Wettbewerb innerhalb der Baubranche angetrieben. "Der tschechische Markt ist aktuell sehr konkurrenzintensiv. Somit ist ein organisches Wachstum enorm herausfordernd und wichtig", sagt Jens Ulrich, Geschäftsführer der Obermeyer Gruppe.

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