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Mittwoch, 16. Oktober 2019
Ausgabe 6631 | Nr. 289 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Verkehrswegebau: Branchenprimus Strabag steigert Bauleistung

# 21.06.2019

Über 12.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2,9 Milliarden Euro im Jahr 2018. Auftragsbestand im laufenden Jahr bei 2,2 Milliarden Euro. Investitionen in Unternehmenszentrale und Unterkunft für Auszubildende abgeschlossen

Öffentliche Hand und Automobilindustrie bescherten Großaufträge

Der Verkehrswegebauer Strabag investierte in eine neue Unternehmenszentrale (Bild) sowie in eine Unterkunft für Auszubildende. Foto: Strabag AG Der Verkehrswegebauer Strabag investierte in eine neue Unternehmenszentrale (Bild) sowie in eine Unterkunft für Auszubildende. Foto: Strabag AG

Die starke Baukonjunktur und günstige Witterungsbedingungen ohne größere Ausfallzeiten haben der Strabag AG 2018 eine nach eigenen Angaben "sehr gute" Auslastung beschert.

Im Verkehrswegebau kletterte der Auftragseingang im abgelaufenen Geschäftsjahr um 19,6 Prozent auf ein neues Rekordvolumen von knapp 3,2 Milliarden Euro.

Erheblichen Anteil daran hatten nach Angabe der Unternehmensführung die Großaufträge über den Neu- und Ausbau der Bahnstrecke Oldenburg-Wilhelmshaven bei Sande, die Erschließung des geplanten Audi IN-Campus in Ingolstadt oder der Bau eines Teilstücks der S-Bahnstrecke zwischen Troisdorf und Bonn-Oberkassel (S13) gehabt.

Autobahnbau als wichtige Säule der Beschäftigung

Hinzu kamen zahlreiche Autobahn-Projekte, unter anderem auf der A 9 bei Allersberg, der A 7 bei Mellendorf und der A 5 bei Ettlingen. Der Auftragsbestand im Segment Verkehrswegebau übertraf zum Jahresende mit rund 1,7 Milliarden Euro das Vorjahresniveau um mehr als ein Fünftel (+ 22,1 %), die Bauleistung stieg um 13,4 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro.

Die stabil hohe Nachfrage wirkte sich zudem positiv auf die Beschäftigung aus. Ende 2018 beschäftigte der größte Verkehrswegebauer in Deutschland 12.756 Mitarbeiter, 797 mehr als noch ein Jahr zuvor.

Konzern rechnet mit weiterem Ausbau kommunaler Infrastruktur

Der Boom im Verkehrswegebau hielt bislang auch im laufenden Jahr an. Mit neuen Aufträgen im Volumen von 882 Millionen Euro verbuchte die Strabag AG im 1. Quartal ein Orderplus von 22,3 Prozent. Bei einem um 21,9 Prozent gestiegenen Auftragsbestand in Höhe von 2,2 Milliarden Euro wuchs die Bauleistung um 23,2 Prozent auf 381,5 Millionen Euro. Auslastungsbedingt lag auch die Mitarbeiterzahl am 31.3.2019 mit 12.461 um 820 über dem Vergleichswert des Vorjahres.

Eine Trendwende sei derzeit nicht erkennbar. "Dies liegt zum Teil daran, dass manche Kommunen aufgrund der gestiegenen Rohstoff- und Nachunternehmerpreise dazu übergegangen sind, öffentliche Ausschreibungen, sofern möglich, aufzuschieben", so Vorstandsmitglied Marcus Kaller.

Ausbildungsstandort in Nordhessen erweitert

Neben den Bauprojekten anderer hat die Strabag-Gruppe zuletzt zwei eigene realisiert. Zum einen eröffnete im September 2018 eine neue Auszubildenden-Unterkunft auf dem Gelände der Konzernlehrwerkstatt im hessischen Bebra.

Diese bietet laut Konzern auf drei Geschossen Platz für bis zu 106 Auszubildende. Ende 2018 hätten im Verkehrswegebau bundesweit 863 junge Menschen ihre Ausbildung in gewerblichen und kaufmännischen Berufen absolviert. Die Ausbildungsquote läge damit bei rund sieben Prozent.

Neue Unternehmenszentrale in Köln-Deutz eingeweiht

Zum anderen entstand in Köln-Deutz die neue Unternehmenszentrale der Strabag AG, welche man Ende Mai 2019 einweihte. Bereits im vergangenen Dezember, knapp zwei Jahre nach dem Baustart, hatten rund 700 Mitarbeiter (von über 1.000 geplanten) das sechsgeschossige Bürogebäude in der Siegburger Straße bezogen.

Die in Köln beheimatete Strabag AG ist Obergesellschaft aller deutschen Konzerngesellschaften der Strabag-Gruppe. Laut Thomas Birtel, Vorstandsvorsitzender der österreichischen Strabag SE, würden damit administrative Schlüsselfunktionen für mehr als 7,5 Milliarden Euro Bauleistung im Jahr und rund 30.000 Mitarbeitern von dem neuen Standort aus erbracht.

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