Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 26. September 2021
Ausgabe 7342 | Nr. 269 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Bernd Utesch, Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Eckdaten des Referentenentwurfs zum Energiepass / EnEV 2006

# 02.06.2006

"Spezielle Fortbildung" für Aussteller von Energieausweisen erforderlich / Übergangsfristen bei der Einführung der neuen EnEV

Aussteller von Energieausweisen/Energiepässen müssen u.a. bauvorlageberechtigt sein, Abb.: dena Aussteller von Energieausweisen/Energiepässen müssen u.a. bauvorlageberechtigt sein, Abb.: dena

Die europäische Richtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden wird in Deutschland mit der Novellierung der Energieeinsparverordnung (EnEV) umgesetzt. Schwerpunkt dieser neuen EnEV 2006 wird die Einführung von Energieausweisen für den Gebäudebestand sein. Zur EnEV 2006 liegt ein Referentenentwurf vor, der sich derzeit in der internen Abstimmung der Bundesministerien befindet. In einem Vortrag vom April 2006 berichtet Wolfgang Ornth vom Bundesbauministerium über die wichtigsten Eckdaten des Entwurfs. Demnach müssen/sind die Energieausweise:

  • nach Inhalt und Aufbau den Mustern entsprechend
  • auf der Grundlage des berechneten Bedarfs oder des gemessenen Energieverbrauchs auszustellen
Bei der Ausstellung auf der Grundlage des Bedarfs, kann der Gebäudeeigentümer in der Regel die erforderlichen Gebäudedaten bereitstellen. Bei der Ausstellung auf der Grundlage des Energieverbrauchs sieht der Entwurf vor:
  • relevant für den Flächenbezug ist die Gebäudenutzfläche wie in der EnEV 2002
  • bei der Ermittlung von Energiekennwerten sind drei aufeinander folgende Abrechnungsperioden einzubeziehen
  • der berechnete Energiekennwert ist bei Wohngebäuden mit 1-2 Wohneinheiten (WE) um 30 kWh/m²a und bei Wohngebäuden mit 3-5 WE um 15 kWh/m²a zu erhöhen

Wer darf Energieausweise ausstellen?

Nach dem Referentenentwurf ist vorgesehen, Absolventen von Hoch- oder Fachhochschulen der Studienrichtungen Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik, Bauphysik, Maschinenbau und Elektrotechnik sowie – speziell für Wohngebäude – Innenarchitekten, Handwerksmeister (Bauhandwerk, Heizungsbau, Installation, Schornsteinfegerwesen), staatlich anerkannte Techniker (Hochbau, Bauingenieurwesen, Gebäudetechnik) eine Ausstellungsberechtigung von Energieausweisen für bestehende Gebäude und von Modernisierungsempfehlungen zu erteilen, wenn eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:

  • Energie sparendes Bauen war Ausbildungsschwerpunkt während des Studiums oder nach dem Studium wurden zwei Jahre Berufserfahrung im Bereich der Bau- oder Anlagentechnik erworben
  • die Bauvorlageberechtigung ist vorhanden
  • erfolgreiche Teilnahme an einer speziellen Fortbildung (diese "spezielle Fortbildung" wird in Anhang 11 der EnEV näher beschrieben, demnach sind Ausbildungsinhalte aus der Bauphysik und Wärmetechnik vorgeschrieben)

Übergangsregelungen

Der vorliegende Referentenentwurf sieht eine Reihe von Übergangsfristen vor. So gilt für Wohngebäude, die erstmals einen Energieausweis erhalten, eine Übergangsfrist von sechs Monaten nach Inkrafttreten der EnEV, wenn sie bis 1965 errichtet wurden. Bei jüngeren Gebäuden verlängert sich die Übergangsfrist auf 18 Monaten, bei Nichtwohngebäuden sind es sogar 24 Monate. Zudem werden bereits vorhandene Energiebedarfsausweise gemäß der aktuell gültigen EnEV sowie nach den Bestimmungen der Wärmeschutzverordnung ausgestellte Wärmebedarfsausweise weiterhin anerkannt. Gleiches gelte für Energieausweise, die freiwillig von den Gebietskörperschaften oder auf deren Veranlassung nach einheitlichen Regeln erstellt wurden.

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