Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 23. Juni 2021
Ausgabe 7247 | Nr. 174 | 20. Jahrgang
Autor: Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Energiepass ab 2008

# 02.04.2007

verbrauchsorientiert oder bedarfsorientiert

Der Energiepass zeigt in der Gesamtbewertung (schwarzer Pfeil) als Grafik an, wie viel Energie je m² je Jahr verbraucht werden, Abb.: dena Der Energiepass zeigt in der Gesamtbewertung (schwarzer Pfeil) als Grafik an, wie viel Energie je m² je Jahr verbraucht werden, Abb.: dena

Ab 2008 wird beim Verkauf oder der Vermietung von Häusern und Wohnungen der Energiepass Pflicht. Dann muss der Eigentümer oder Verkäufer den Gebäude-Energieausweis vorlegen. Im Ausweis zeigt die Gesamtbewertung als Grafik an, wie viel Energie je m² je Jahr verbraucht wird. Das Bewertungsspektrum reicht von grün = sehr gut bis rot = nicht modernisiertes Gebäude. Der Energiepass soll vor allem die Wertigkeit der Immobilie auf einen Blick zeigen. Was für Neubauten seit 2002 Pflicht ist, gilt dann auch für Häuser, die vor 1966 errichtet wurden. Das sind rund zwei Drittel des gesamten Bestands in der Bundesrepublik. Allgemein wird zwischen bedarfs- und verbrauchsorientiertem Ausweis unterschieden. Welchen Ausweis der Energieberater jeweils ausstellt, hängt von Größe und Baujahr des Wohngebäudes ab.

Der verbrauchsorientierte Energiepass hält lediglich den gemessenen, tatsächlichen Energieverbrauch eines Hauses oder einer Wohnung fest. Beim bedarfsorientierten Energieausweis werden die energietechnischen Daten anhand eines ausführlichen Verfahrens auf Basis der Gebäudekennwerte (Qualität der Gebäudehülle und der Anlagentechnik) ermittelt. Dabei wird von normiertem Nutzerverhalten und Witterungsbedingungen ausgegangen.

Der Bedarfsausweis ist damit in der Ausstellung aufwändiger und teurer. Bewertet werden unter anderem die Qualität der Dämmung und der Fenster, die Effizienz der Heizungsanlage sowie der Energieträger, die zur Heizung, Warmwasserbereitung und Lüftung verwendet werden. So identifiziert der Bedarfsausweis energetisch ungünstige Bauweisen und zeigt energiesparende Modernisierungsmöglichkeiten auf.

Bei einem hohen Energieverbrauch der Immobilie soll der Energieausweis Maßnahmen zur Energieeinsparung aufzeigen. Neben zusätzlicher Wärmedämmung und einer neuen Heizungsanlage kann auch die entsprechende Fensterverglasung zur Einsparung beitragen. Experten gehen davon aus, dass sich die Investitionen in energiesparende Maßnahmen für die Eigentümer durch einen höheren Wiederverkaufswert rechnen werden.

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