Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 18. September 2018
Ausgabe 6238 | Nr. 261 | 18. Jahrgang
Autor: 
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst bauingenieur24 Informationsdienst Jobs Stellenangebote Stellen Stellenanzeigen email-weiterempfehlendruckansicht

Kraft-Wärme-Kopplung auf dem Vormarsch

# 22.08.2017

Technologie soll 2020 deutschlandweit 110 Terrawattstunden Strom liefern. Gesetzesnovelle schafft Privilegierung der Industrie nach EEG-Vorbild. Gasabsatz in der Folge deutlich gestiegen

Kraft-Wärme-Kopplung für Energiewende wichtig

Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, wie z.B. Blockheizkraftwerke, sollen in Deutschland zunehmend die Stromversorgung sichern. Foto: schau.media / Pixelio Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung, wie z.B. Blockheizkraftwerke, sollen in Deutschland zunehmend die Stromversorgung sichern. Foto: schau.media / Pixelio

Die Energiewende in Deutschland ist beschlossene Sache. Während aufgrund des Dieselskandals aktuell vor allem über die Reduzierung der Schadstoffe durch alternative Antriebssysteme von Fahrzeugen diskutiert wird, geht der allgemeine Trend zu effizienterer Energienutzung in allen gesellschaftlichen Bereichen unvermindert weiter.

Einen wichtigen Teilaspekt bildet hierbei die Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Entsprechende Anlagen machen die bei der Herstellung von Strom entstehende Wärme nutzbar, so zum Beispiel als Wärmeenergie für öffentliche und private Verbraucher.

Neuausrichtung der Förderung von KWK-Anlagen

Die Bundesregierung, deren Ziel es ist, die Treibhausgasemissionen bis zum Jahr 2050 um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu senken, setzt gezielt auf die Förderung von hocheffizienten und CO2-armen KWK-Anlagen. Mit dem Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) setzt sie seit 2002 Anreize für entsprechende Investitionen, um den Anteil der Stromerzeugung aus KWK zu erhöhen.

Durch die letzte Novelle des Gesetzes wurde 2016 das Fördervolumen auf 1,5 Milliarden Euro pro Jahr verdoppelt. Dies soll laut zuständigem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mehr Planungssicherheit garantieren.

Höhere Nettostromerzeugung mittels KWK angestrebt

Dazu wurde der Förderrahmen 2022 verlängert, das Ausbauziel präzisiert und längerfristig gefasst. Im Klartext ist von 110 Terrawattstunden (TWh) Nettostromerzeugung aus Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen in 2020 und 120 TWh in 2025 die Rede. Bei einem annähernd gleich bleibenden Gesamtnettostromverbrauch in Deutschland von 524 TWh (2014) entspräche dies für 2020 rund 21 Prozent.

Die Förderung mittelgroßer KWK-Anlagen zwischen einem und 50 Megawatt elektrischer Leistung wird seit der Novellierung durch Ausschreibungen ermittelt. Dies komme dem Verfahren gleich, welches auch im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) Anwendung findet.

Energieintensive Industrie wird entlastet

Mit letzterem sei laut Bundesministerium schließlich das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) harmonisiert worden. Konkret geht es um die Privilegierung der stromkostenintensiven Industrie bei den Förderkosten. Beide Gesetze enthalten nun eine beihilferechtskonforme besondere Ausgleichsregelung. Wer einen positiven Bescheid nach dem EEG habe, werde auch im KWKG entlastet.

Meldungen der Gasbranche zufolge hat die Überarbeitung des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes bereits zu einer deutlichen Absatzsteigerung geführt. Das steigende Interesse an der KWK-Technologie zeigen auch aktuelle Zahlen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA. So wurden allein in den letzten fünf Jahren rund 30.000 Anlagen neu zugelassen.

Kraft-Wärme-Kopplung KWK-Anlagen Förderung EEG Energien Gesetzgeber Bunderegierung Bundesministerium Wirtschaft Gasindustrie Wärmeenergie Stromerzeugung KWKG Gesamtnettostromverbrauch Terrawattstunde Novellierung Gesetzesänderung beihilferechtskonforme Energie Kraft-Wärme-Kopplung https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/energie/kraft-waerme-kopplung-auf-dem-vormarsch/2966.htm 368 de-DE
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2966