Fachbeiträge & Interviews
Montag, 26. Juli 2021
Ausgabe 7280 | Nr. 207 | 20. Jahrgang
Autor: Elke Dünnhoff, Christian Wieg
Herausgeber: bauingenieur24® Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Stadt Aachen erstellt kommunales EnergieEffizienzKonzept nach EU-Richtlinie

# 23.08.2006

Gemeinsam haben die Stadt Aachen, die Stadtwerke Aachen und die ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH hat nach eigenen Angaben das erste kommunale EnergieEffizienzKonzept erstellt, dass die Forderungen der EU-Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen berücksichtigt

Energie-Einsparpotenziale in Aachen in den nächsten 10 Jahren, Abb.: ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH Energie-Einsparpotenziale in Aachen in den nächsten 10 Jahren, Abb.: ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg GmbH

Hintergrund für die Erstellung des EnergieEffizienzKonzeptes Aachen ist die EU-Richtlinie zu Energieeffizienz und Energiedienstleistungen (EDL). Die EDL-Richtlinie soll die Effizienz der Endenergienutzung in Privathaushalten und im öffentlichen Sektor verbessern. Die Mitgliedsstaaten sollen innerhalb von 9 Jahren nach In-Kraft-Treten der Richtlinie 9 Prozent der verbrauchten Endenergie einsparen – durchschnittlich jährlich 1 Prozent. Für die Stadt Aachen bedeutet dies, dass pro Jahr etwa 50 Gigawattstunden (GWh) eingespart werden müssten. Anders als andere kommunale Klimaschutzkonzepte zielt das EnergieEffizienzKonzept nur auf Energieeinsparpotenziale ab, ohne Maßnahmen aus dem Bereich der Erneuerbaren Energien für die Erreichung der Einsparziele zu berücksichtigen. Damit soll der bisherige Trend in Aachen gestoppt und eine nachhaltige Effizienzsteigerung eingeleitet werden.

Von 1981 bis 2003 ist der Endenergieverbrauch in Aachen um 8 Prozent von 5.020 GWh auf 5.410 GWh gestiegen. Dieser Zuwachs wurde durch die hohe Zunahme des Stromverbrauchs verursacht. Während der Endenergieverbrauch im Wärmebereich sogar leicht sank (-1 Prozent), stieg der Stromverbrauch um 44 Prozent! Das ist eine jährliche Steigerung von etwa 1,7%.

Werden alle Einsparmaßnahmen aus dem vorgeschlagenen 5-Jahresplan umgesetzt, so könnte der Endenergiebedarf in Aachen immerhin um 0,4 Prozent jährlich gesenkt werden. Die fehlenden 0,6 Prozent müssten dann durch weitere Maßnahmen auf Landes- oder Bundesebene erschlossen werden. Die Anschubkosten für die Einsparmaßnahmen aller Sektoren der Stadt liegen jährlich zwischen etwa 500.000 Euro (in 2006) und 600.000 Euro (in 2010). Zur Realisierung der Projekte wurden vier Facharbeitsgruppen ins Leben gerufen, die Effizienzprojekte in Aachen konzeptionell gestalten und in den beteiligten Institutionen umsetzen sollen.

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