Fachbeiträge & Interviews
Freitag, 03. April 2020
Ausgabe 6801 | Nr. 94 | 19. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Modulbau 2020: Branche will weiter wachsen

# 04.02.2020

Bauweise verspricht günstigere und schnelle Bauprojekte. Kritiker fürchten um Individualität des Planens und Bauens. Hersteller und Anwender Ende März auf großer Jahrestagung in München

Kindergarten und Krankenhäuser: Modulbau häufig kommunal genutzt

Bauprojekte in Modulbauweise sind für die einen günstig und schnell realisierbar, für die anderen vor allem monotone Fertigprodukte. Grafik: Management Forum Starnberg GmbH Bauprojekte in Modulbauweise sind für die einen günstig und schnell realisierbar, für die anderen vor allem monotone Fertigprodukte. Grafik: Management Forum Starnberg GmbH

Ob ein Kindergartenneubau in der stark wachsenden Vorstadt oder neue Pflegestationen der Charité – Bauprojekte in Modulbauweise finden sich überall und immer mehr.

Was auffällt: Oft handelt es sich um öffentliche Einrichtungen wie eben Kindergärten oder Krankenhäuser, die mit der modularen Fertigung in der Werkhalle nach Meinung von Bauherren und Herstellern schneller und günstiger realisiert werden als in konventioneller Massivbauweise.

Anders sieht es beispielsweise bei privaten Mietswohnungen aus, wo der Modulbau nicht unumstritten ist. Verfechter der architektonischen und menschlichen Individualität wie Reinhold Knodel, Chef des Kölner Immobilienunternehmens Pandion, sehen hier die Gefahr von "Monostrukturen mit replizierter Einheitsgestaltung".

Dem Versprechen der Modulbaubranche, sowohl die Bauzeit als auch die Baukosten mit ihren Produkten zu senken, halten Kritiker wie Knodel zudem entgegen, dass trotz modularer Bauweise Baugenehmigungen keineswegs schneller erfolgen und Bauland keineswegs billiger zu haben ist.

Modulbaubranche trifft sich in München

Dessen ungeachtet setzt die noch relativ junge Modulbaubranche in Deutschland weiter auf Wachstum. Zu diesem Zweck richtet das Management Forum Starnberg am 24. und 25. März 2020 in München die Fachkonferenz Modulbau 2020 aus. Zu der inzwischen fünften Jahrestagung mit angeschlossener Fachausstellung werden vom Veranstalter über 200 Entscheider erwartet.

Inhaltlich nimmt man nicht nur den deutschen Markt in den Blick: Die Bauwelt befinde sich im Umbruch, da es an Fachkräften und Baumaterial in ganz Mitteleuropa mangele. Planer und ausführende Betriebe seien komplett ausgelastet, durch folgende Bauverzögerungen und Nachträge würden die Planungs- und Baukosten unkalkulierbar ansteigen, Kosten- und Terminsicherheit Fehlanzeige.

Mischbauweise ermöglicht individuelle Planung

Dies alles kann die Modulbauweise nach Einschätzung ihrer Befürworter lösen. Einer der Vorteile sei, dass Bauwerke in der Werkhalle wetter- und kälteunabhängig, termin-, kosten- und qualitätssicher vorproduziert werden könnten.

Die Bauweise reicht vom reinen Modulbau bis zu Mischbauweisen und kann sich so durchaus auch Besonderheiten des Architektenplans anpassen. Bauherren können zwischen Stahlrahmen-, Holz- und Betonmodulbauweise entscheiden.

Modulbau 2020: Vorgefertigte Raumzellen im Fokus

Für die Wirtschaftlichkeit und Qualität eines Bauprojektes in Modulbauweise sind wie in jedem anderen Baufachgebiet Erfahrung der Beteiligten und deren stets aktualisierte Kenntnisse über die Modulbauanbieter entscheidend. Anhand von verschiedenen Gebäudenutzungen sollen ausgesuchte Themen auf der Modulbau 2020 erörtert werden.

Bauingenieure, Architekten, Bauherren der freien Wirtschaft und der öffentlichen Hand sowie Investoren treffen sich laut Veranstalter auf dieser größten deutschsprachigen Veranstaltung ihrer Art, um wichtige Informationen zum modularen Bauen mit vorgefertigten Raumzellen in allen Facetten zu erhalten.

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Wohnungswirtschaft will mehr Modulbau
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