Fachbeiträge & Interviews
Montag, 30. November 2020
Ausgabe 7042 | Nr. 335 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Digitale Baugenehmigung: Ingenieurkammern unterstützen mit Datenbank

# 02.10.2020

Gesetz verpflichtet öffentliche Verwaltungen bis Ende 2022 zu Online-Angebot. Zugang nur für qualifizierte Planer vorgesehen. XBau-Standard für Datenaustausch kostenfrei verfügbar

Onlinezugangsgesetz: Digitale Verwaltung bis Ende 2022

2022 sollen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland auch digital erfolgen können. Foto: Tim Reckmann / Pixelio 2022 sollen alle Verwaltungsleistungen in Deutschland auch digital erfolgen können. Foto: Tim Reckmann / Pixelio

Die Digitalisierung im Bauwesen ist ohne entsprechende Anpassungen innerhalb der öffentlichen Verwaltung nicht vollständig realisierbar. Bis Ende 2022 soll sich hier noch einiges tun.

Bereits 2017 wurde das "Gesetz zur Verbesserung des Onlinezugangs zu Verwaltungsleistungen" (Onlinezugangsgesetz bzw. OZG) verabschiedet.

Es verpflichtet Bund, Länder und Kommunen dazu, ihre jeweiligen Verwaltungsleistungen, darunter Baugenehmigungen, bis zur genannten Frist digital anzubieten.

Abfrage der Bauvorlageberechtigung durch neue Datenbank

Mit der Bereitstellung einer gemeinsamen Datenbank zur automatisierten Abfrage der Bauvorlageberechtigung wollen die Architekten- und Ingenieurkammern die Umsetzung des digitalen Baugenehmigungsverfahrens unterstützen. Man bringe sich so aktiv in das Musterverfahren des staatlichen IT-Planungsrates ein, heißt es von den Kammern.

"Wir freuen uns, im Verbund mit den Architektenkammern und der Verwaltung den Digitalisierungsprozess zu gestalten und voranzubringen", sagt Hans-Ullrich Kammeyer, Präsident der Bundesingenieurkammer.

Anträge für Baugenehmigungen nur durch Fachplaner

Martin Müller, Vizepräsident der Bundesarchitektenkammer, sieht darin eine eindeutige Verbesserung für die Verbraucher: "Für den öffentlichen und privaten Bauherrn bietet eine digitale Abfrage über Kammerlisten und Berufsverzeichnisse die Sicherheit, dass nur qualifizierte Planerinnen und Planer Baugenehmigungen beantragen."

Die Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens ist eine von 575 Verwaltungsleistungen, die im OZG-Umsetzungskatalog als zu digitalisierende Leistung genannt ist. Mit der beschriebenen Datenbank soll es möglich sein, über die jeweilige Kammerzugehörigkeit Auskunft zu geben, auf deren Basis die Behörden die Bauvorlageberechtigung beurteilen können.

Datenaustausch basiert auf XBau-Standard

Im Zuge des Genehmigungsverfahrens haben sich 30 Architekten- und Ingenieurkammern zur Unterzeichnung eines "Letter of Intent" (LoI) bereit erklärt. Gegenstand des LoI ist die Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Länderkammern zur Entwicklung einer gemeinsamen Datenbank, die über den XBau-Standard in den Digitalisierungsprozess eingebunden ist.

XBau ist der XML-basierte Standard für den Datenaustausch der Bauaufsichtsbehörden mit ihren Kommunikationspartnern, darunter Bauherren, Planungsbüros und Behörden zahlreicher Rechtsbereiche. Die publizierten Versionen des Standards XBau sind kostenfrei verfügbar im XRepository (siehe Quellen und Verweise).

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
0 von 5 Sternen | 0 Abstimmungen
Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Versionen des Standards XBau
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/3273