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Dienstag, 18. Juni 2019
Ausgabe 6511 | Nr. 169 | 18. Jahrgang
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Umweltfreundliche Gasklimageräte steuerbegünstigt

# 21.07.2005

Die Besteuerung von Gasklimageräten ist jetzt bundesweit einheitlich geregelt / Oberfinanzdirektion Karlsruhe folgte einem Vorschlag der Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V. (ASUE)

Rückerstattung bei hohen Nutzungsgraden

Gasklimagerät als Dachmontage, Foto: Berndt Kälte GmbH, Gelsdorf Gasklimagerät als Dachmontage, Foto: Berndt Kälte GmbH, Gelsdorf

Steuerlich werden Gasklimageräte wie Anlagen der Kraft-Wärme-Kopplung (Blockheizkraftwerke) behandelt. Vor ihrer Inbetriebnahme muss das zuständige Zollamt eine Erlaubnis erteilen. Mit der steuerlichen Einordnung liegt nun eine klare Grundlage für Investoren und Planer vor. Bei Jahresnutzungsgraden von über 70 Prozent wird die Mineralölsteuer zurückerstattet. Hierzu ist ein Antrag beim zuständigen Hauptzollamt zu stellen und der Jahresnutzungsgrad nachzuweisen. Da Gasklimageräte den Wärmepumpeneffekt nutzen, wird der geforderte Jahresnutzungsgrad in der Regel erreicht.

Das bedeutet, es können unter heutigen Rahmenbedingungen um mehr als zehn Prozent an Energiekosten eingespart werden. Bisher war die steuerliche Einordnung der Gasklimageräte nicht einheitlich geklärt, da es sich bei ihnen in Deutschland um eine neue Anwendungstechnik handelte. In den USA und Japan gehören Raumklimageräte in Büros, Hotels, Läden, Gewerberäumen und vielen Haushalten schon lange zum Standard. Seit einigen Jahren gewinnt die gewerbliche und private Klimatisierung aber auch in Europa zunehmend an Bedeutung.

Ressourcen schonende Technik

Mit dieser Regelung honoriert der Gesetzgeber die Ressourcen schonende Technik, die sich sowohl zur Beheizung als auch zur Kühlung von Räumen eignet. Bei der in Deutschland dominierenden Beheizung erreichen die Geräte über den Wärmepumpeneffekt "Coefficient of Performance" (COP) - Werte von bis zu 1,4. Dieses entspricht einem "Wirkungsgrad" – bezogen auf die eingesetzte Brennstoffenergie – von 140 Prozent. Der COP-Wert ist definiert als das Verhältnis aus Kälteleistung und hierfür benötigter Antriebswärmeleistung.

Die hohen Wirkungsgrade über 100 Prozent werden durch die Nutzung von Umweltwärme erreicht. Zusätzlich können die Geräte – zum Beispiel im Sommer – zum Kühlen eingesetzt werden. Durch den Einsatz des Energieträgers Erdgas entstehen weitere Umweltvorteile, denn Erdgas ist eine Primärenergie, die nicht (anders als Strom) erst "erzeugt" werden muss. Da die bei der Stromerzeugung entstehenden Umwandlungsverluste entfallen, lässt sich der Primärenergieeinsatz mit dem gasmotorischen Kaltdampfprozess um etwa 29 % senken.

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