Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 21. September 2019
Ausgabe 6606 | Nr. 264 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

BIM: Bund will stärker fördern

# 23.05.2014

Digitalisierung des Bauwesens soll Standard werden. Verkehrsminister kündigt Auslobung von Projekten durch Task Group an. Wirtschaftsministerium stellt 180.000 Euro in drei Jahren zur Verfügung

Komplexe Bauvorhaben besser planen können

Von der Planung bis zum Facility Management soll einmal ein digitalisierter Standard in Deutschland herrschen. Foto: Rainer Sturm  / Pixelio Von der Planung bis zum Facility Management soll einmal ein digitalisierter Standard in Deutschland herrschen. Foto: Rainer Sturm / Pixelio

Das Bauwesen in Deutschland ist durch eine Struktur geprägt, in der viele kleine, mittelständische und große Unternehmen zusammenarbeiten. Die Herausforderung besteht darin, die unterschiedlichen Arbeitsabläufe und Geschäftsprozesse aufeinander abzustimmen. Klassische Planungsmethoden werden neuen Entwicklungen, wie z.B. der fortschreitenden Aufsplitterung der Planung und der daraus entstehenden Komplexität der Bauvorhaben, häufig nicht mehr gerecht.

Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Große Koalition aktuell bereit, mehr Unterstützung zu leisten, damit sich das Building Information Modeling (BIM) - zu deutsch Bauwerksdatenmodellierung oder auch Bauwerksdatenmanagement - als standardgemäßes Verfahren in Deutschland etablieren kann.

Verkehrsminister fordert BIM als Standard

Eine bundesweite Einführung der Digitalisierung der Planungs- und Bauprozesse wurde unlängst vom Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Alexander Dobrindt (CSU), gefordert. "Dies wird dazu beitragen, die Planungstiefe zu erhöhen, die Kostentreue zu steigern und Risiken zu minimieren", so der Minister. Der Bund sei bereit entsprechende Projekte auszuloben.

Eigene Task Group BIM entsteht

"Wir haben entschieden, dass eine Task Group BIM eingesetzt wird", fasste VBI-Bundesvorstand Heinrich Best das zentrale Ergebnis der jüngsten Sitzung der im Verkehrsministerium zuständigen Reformkommission Großbauprojekte zusammen. Die Task Group werde von Verbänden aus Planung und Bauwirtschaft - darunter der VBI - und dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur getragen.

Nach Bests Einschätzung werden die Pilotprojekte wahrscheinlich den Bereich der Infrastruktur betreffen. Dies hänge damit zusammen, dass man die Arbeit der Kommission auch von Seiten des Bundesbauministeriums in den kommenden eineinhalb Jahren im Bundesverkehrsministerium belassen wolle.

Referenzprojekt für ganz Deutschland gestartet

Ein Team der Jade Hochschule übernimmt die didaktische Aufbereitung eines Referenzprojektes der Bundesregierung. Foto: buildingSMART e.V. / Gunther Wölfle Ein Team der Jade Hochschule übernimmt die didaktische Aufbereitung eines Referenzprojektes der Bundesregierung. Foto: buildingSMART e.V. / Gunther Wölfle

Auch in einem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) mit 180.000 Euro geförderten Verbundprojekt soll nun die Implementierung des BIM insbesondere in der mittelständisch geprägten Bau- und Immobilienwirtschaft vorangetrieben werden. Die Förderdauer des "BIMiD – BIM-Referenzobjekt in Deutschland" beträgt zunächst drei Jahre.

Die Forschung nach IT-gestützten Verfahren im Bauwesen habe in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen, heißt es von Seiten der Jade Hochschule in Niedersachsen, welche durch den Fachbereich Bauwesen und Geoinformation im Referenzprojekt vertreten wird und dessen didaktische Aufbereitung übernimmt.

Neben der Jade Hochschule sind das Fraunhofer Institut für Bauphysik (IBP), das Fraunhofer Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO), die AEC3 Deutschland GmbH, das Institut für Mittelstandsforschung (ifm) der Universität Mannheim sowie der Verein buildingSMART e.V. als Projektpartner beteiligt.

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