Fachbeiträge & Interviews
Montag, 26. Juli 2021
Ausgabe 7280 | Nr. 207 | 20. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Recyclingbaustoffe: Neues Kooperationsbündnis soll Quote erhöhen

# 14.05.2021

Wirtschaftsunternehmen und Forschungseinrichtungen gründen Netzwerk. TU Bergakademie Freiberg mit Institut für Aufbereitungsmaschinen beteiligt. Bauabfälle werden elektrodynamisch zerkleinert

Kreislaufwirtschaftsgesetz lässt Recyclingquote stagnieren

An der Bergakademie Freiberg werden ausgesonderte Baustoffe als Grundlage für Recyclingbaustoffe erforscht. Die TU ist Teil des neuen Kooperationsnetzwerks "RecyBau". Foto: TU Bergakademie Freiberg An der Bergakademie Freiberg werden ausgesonderte Baustoffe als Grundlage für Recyclingbaustoffe erforscht. Die TU ist Teil des neuen Kooperationsnetzwerks "RecyBau". Foto: TU Bergakademie Freiberg

Seit 1996 gibt es in Deutschland ein bundesweit gültiges Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG).

Die letzte Anpassung im Jahr 2020 brachte eine vorgeschriebene Recyclingquote von mindestens 70 Prozent bei Bau- und Abbruchabfällen mit sich. Hintergrund sind unter anderem die immer knapper werdenden Deponiekapazitäten (vgl. Quellen und Verweise).

Nach Einschätzung von Experten findet trotz dieser Verschärfung ein "echtes" Recycling bisher nur bei einem kleinen Anteil der Abfälle statt. Das unlängst gegründete Kooperationsnetzwerk "RecyBau" will dies ändern.

Institut der Bergakademie Freiberg entwickelt Recyclingverfahren

Selbsterklärtes Ziel des neuen Verbundes ist es, die bisherigen Quoten zu steigern und ressourcenschonende Recyclingverfahren zu entwickeln, die der regionalen Baustoffbranche aufbereitete Materialien bzw. Recyclingbaustoffe ohne Qualitätsverlust zur Verfügung stellen. Die Fertigung und die Wiederaufbereitung sollen dabei vor allem auf regionalen, nachhaltigen und klimafreundlichen Stoffkreisläufen beruhen.

Beteiligt sind neben der TU Freiberg 24 weitere Partner aus Mittelstand, Industrie, Forschung und Lehre. Das an der TU ansässige Institut für Aufbereitungsmaschinen und Recyclingsystemtechnik (IART) arbeitet speziell an Innovationen in den Bereichen Sortierverfahren, Baustoffherstellung sowie sortenreine Rückbaufähigkeit.

Zerkleinerung von Bauschutt unter Hochspannung

Dazu zählt ein Verfahren zur selektiven Zerkleinerung durch elektrodynamische Fragmentierung, bei welchem mittels Hochspannungsimpulsen bis 600 Kilovolt Stoffverbunde in einem kontinuierlichen Prozess aufgespalten werden. Hinzu kommen Technologien zur gezielten Erkennung und zum Ausschleusen von Schadstoffen aus dem Stoffkreislauf.

Bei seiner Forschung und Entwicklung kann das IART auf eine breite maschinentechnische Ausstattung mit nahezu allen gebräuchlichen Typen von Zerkleinerungs-, Klassier-, Pelletier- und Brikettiermaschinen in unterschiedlichen Größen bis zur Pilotanlage zurückgreifen.

Das Kooperationsnetzwerk RecyBau

wurde durch die RAS AG gegründet und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen des Zentralen Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) gefördert.

Die insgesamt 25 Netzwerkpartner sind entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Baubereich angesiedelt und bündeln damit vielfältige Kompetenzen im Hinblick auf die erforderlichen technologischen Innovationen für die zukünftige Realisierung von nachhaltigen Gebäuden aus ressourcenschonenden Recyclingbaustoffen.

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