Autor: Dr. M. Kotthaus
Herausgeber: Franki Grundbau GmbH, Seevetal

Sondergründung von Aufzügen und Treppenhäusern

# 11.03.2002

Bei der Sanierung verschiedener Objekte im Raum Leipzig waren auf Grund der Baugrundsituation Sondergründungen notwendig

Ausgangssituation

Abb. 1 - Herstellen von Preßpfählen in einem Kellerraum Abb. 1 - Herstellen von Preßpfählen in einem Kellerraum

Bei der Sanierung von verschiedenen Objekten, vor allem Wohnhäusern, in Leipzigs Auegebieten südlich und westlich des Zentrums, wurden durch die Bodengutachter und Statiker auf Grund der Baugrundsituation die Notwendigkeit von Sondergründungen für den Einbau von schweren Treppenhäusern und neuen Aufzügen festgestellt.

Abb. 2 - Baugrundaufschluß durch schwere Rammsondierung Abb. 2 - Baugrundaufschluß durch schwere Rammsondierung

Die Setzungen der Gebäude, die in den Auelehmschichten gegründet sind, waren schon in der ungefähr 100 Jahre zurückliegenden Rohbauphase abgeklungen und haben teilweise zu Verwerfungen geführt. Das Absetzen der schweren Einzellasten mit neuem Setzungspotential war durch spezielle Gründungen auszuschließen. Da das Grundwasser unter der bindigen Auelehmschicht im gespannten Zustand ansteht, wurde eine konventionelle Unterfangung und Gründung als zu aufwendig oder als nicht genehmigungsfähig abgelehnt.

Die Umsetzung

Abb. 3 - Spezialverankerung und Betonierung nach Preßvorgang Abb. 3 - Spezialverankerung und Betonierung nach Preßvorgang

Als technische Lösung bot sich eine Pfahlgründung an. Da die Arbeiten jedoch in beengten Räumen mit begrenzten Zugangsöffnungen (Kellerräume) auszuführen waren, erwiesen sich Presspfähle als wirtschaftlichste Lösung. Die Pfähle werden bei voller Bodenverdrängung erschütterungsfrei in den Baugrund eingebracht. Die aus 1 m-Schüssen bestehenden, bis zu 5 m langen Pfähle binden 30 bis 50 cm in die Sande bzw. Kiese ein. Zur Ableitung der Preßdrücke werden dabei Spezialverankerungen in den bewehrten Bodenplatten genutzt, die im Zuge der Sanierung eingebaut wurden. Die Pfähle werden mit 30 Prozent Überlast eingepreßt und ergeben damit vor allem für die sensiblen Aufzüge setzungsfreie Gründungen.

Herstellungsprinzip der Preßpfähle

Abb. 4 - Aussparung mit eingebrachtem Preßpfahl und Anschlußeisen / Verschraubter Pfahlkopf Abb. 4 - Aussparung mit eingebrachtem Preßpfahl und Anschlußeisen / Verschraubter Pfahlkopf

Der FRANKI-Preßpfahl ist ein eingedrückter Stahlrohrpfahl in Anlehnung an die Vornorm DIN V 4026-500. Zu seiner Herstellung werden Rohrschüsse mit einem Vorzugsdurchmesser von 219,1 mm und einer Wandstärke ≥ 6,3 mm in variabler Länge (0,5 m bzw. 1,0 m), abhängig von Bauhöhe und Pfahllänge, durch Einpressen in den Baugrund gedrückt, anschließend verschweißt und ausbetoniert. Der Pfahlfuß ist mit einer Stahlplatte, gleich dem Außendurchmesser des Pfahles, geschlossen. Die Lastübertragung am Kopf des Pfahles wird durch eine Stahlbetonbodenplatte, Dicke ≥ 35cm, einen einbetonierten Spezial-Bewehrungskorb und eine verschraubte Stahlplatte realisiert. Von seitlich aufgehenden Wänden muß dabei ein Mindestabstand von 40 cm eingehalten werden.

Projektdaten

Abb. 5 - Schnittdarstellung der Gründung Abb. 5 - Schnittdarstellung der Gründung
  • Pfahlanzahl: 50 (alle Projekte)
  • Pfahldurchmesser: 219 mm
  • Pfahllängen: ca. 5,0 m
  • Gebrauchslast: 250 bis 400 kN pro Pfahl

Objekte in Leipzig:
  • Konzertsaal der Hochschule für Musik und Theater
  • Tschaikowskistraße 24
  • Löhrstraße 12 und 19
  • Humboldtstraße 4
  • Gottschedstraße 19
  • Auenstraße 32
  • Friedrich-Ebert-Straße 118
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