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Dienstag, 16. Juli 2019
Ausgabe 6539 | Nr. 197 | 18. Jahrgang
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Triaxialversuche im Wasserbau werden präziser

# 12.07.2016

Bundesanstalt für Wasserbau nimmt neue Prüfstände in Betrieb. Einrichtung reagiert auf höhere Anforderungen für Baumaßnahmen an Wasserstraßen. Messungen im Nanometerbereich mit Belastung bis zu zehn Tonnen möglich

Geotechnische Versuche immer komplexer

Die Präzisions-Triaxialprüfstände im geotechnischen Labor der Bundesanstalt für Wasserbau ermöglichen die verbesserte Analyse eines Baugrunds. Foto: BAW Die Präzisions-Triaxialprüfstände im geotechnischen Labor der Bundesanstalt für Wasserbau ermöglichen die verbesserte Analyse eines Baugrunds. Foto: BAW

Ein geotechnisches Gutachten, im allgemeinen als Baugrundgutachten bezeichnet, dient zum einen der Sicherheit zukünftiger Bauwerke. Zum anderen wird überhaupt erst anhand dieses in Deutschland vorgeschriebenen Berichts erkennbar, welche Möglichkeiten und Grenzen für das Bauen auf einem bestimmten Grundstück gelten. Hierbei sind Eigenschaften wie das Verformungsverhalten des Bodens maßgeblich. Verlässliche Auskunft darüber geben geotechnische Versuche, insbesondere Triaxialversuche.

Für letztere bietet die Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) nun eine neuartige Prüfanlage. Anlässlich der Inbetriebnahme der vier neuen Triaxialprüfstände in der BAW erklärte dazu der Leiter des Referats Baugrunderkundung, Eberhard Kunz: "Wir reagieren damit auf die gestiegenen Anforderungen an die Präzision und die Bandbreite der Versuchsdurchführung für Baumaßnahmen an den bundesdeutschen Wasserstraßen und für Aufgaben der Forschung in diesem Ressort.

Verbesserte Analyse für veränderlich feste Gesteine und Porenwasserdruck

Die neue Versuchstechnik erlaube es zum einen, Versuche mit beliebigen Spannungspfaden mit größerer Präzision durchzuführen. Zum anderen könne auch Material mit höherer Festigkeit bis zum Bruch belastet werden. "Letzteres ist bei den so genannten veränderlich festen Gesteinen von Bedeutung, die in ihrem mechanischen Verhalten weder den klassischen Böden noch dem Fels zugeordnet werden können", so Kunz.

Zu den Hauptkomponenten der Anlage zählen eine axiale Belastungseinrichtung sowie entsprechende Druckerzeugungsanlagen. Die Belastung kann laut BAW mit Verformungsraten von nur 1/1000 mm pro Stunde aufgebracht werden, um z.B. den Einfluss des Porenwasserdrucks präzise zu erfassen. Dazu Kunz: "Dies bedingt, dass Regelvorgänge im Nanometerbereich erfolgen, und dies bei Lasten bis zu zehn Tonnen. Die kleinsten messbaren Volumenströme des Porenwassers liegen bei zehn µl/h bei einem Druckniveau bis zu 100 bar."

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