Fachbeiträge & Interviews
Mittwoch, 24. Juli 2019
Ausgabe 6547 | Nr. 205 | 18. Jahrgang
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Herausgeber: Keller Grundbau GmbH Keller Grundbau GmbH email-weiterempfehlendruckansicht

Untertunnelung des Hauptbahnhof in Antwerpen – Teil 3/3

# 24.09.2001

Im dritten und letzten Teil des Beitrags werden Rohrvortrieb und der aktive Setzungsausgleich während der Baumaßnahmen aufgezeigt

7. Rohrvortrieb und Hebungsinjektionen

Vergleichende Höhenmessung zwischen Schlauchwage und Nivellement, Abb.: Keller Grundbau GmbH Vergleichende Höhenmessung zwischen Schlauchwage und Nivellement, Abb.: Keller Grundbau GmbH

Nach Abschluß der Vorinjektion konnten die acht Rohrvortriebe mit einem Durchmesser von 2,5 bis 3,0 m ohne Störungen bei maximalen Setzungen bis 4,0 mm ausgeführt werden. Die Hebungsinjektionen erfolgten nach jedem Einzelvortrieb. Auflockerungszonen wurden somit unmittelbar stabilisiert und die Fundamente wieder in die ursprüngliche Lage gehoben. Vergleichsmessungen zwischen Schlauchwaagen- und Nivellementpunkten bestätigten die Setzungen und Hebungen.

8. Aushub

Isoliniendarstellung während des Rohrvortriebs (Rohr E), Abb.: Keller Grundbau GmbH Isoliniendarstellung während des Rohrvortriebs (Rohr E), Abb.: Keller Grundbau GmbH

Nach Fertigstellung der Rohrvortriebe A und H wurden die Tunnelwände aus den Rohren heraus senkrecht nach unten abgetäuft (in händischer Bauweise). Nach dem Abtäufen wurden die 1,3 m dicken, 17 m hohen und 3 m breiten Stahlbetonelemente betoniert. Das Bewehren und Ausbetonieren der Röhren erfolgt schrittweise nach Fertigstellung der Tunnelwände. In Arbeitsabschnitten von 10 Metern wird der Tunnel vorgetrieben. Nachfolgend wird nach dem Schalwagenprinzip die Tunneldecke sowie die Sohle betoniert. Durch den Abschnittsweisen Baufortschritt entsteht ein Bereich von 10 m, in dem die Stahlröhren von bis zu 3 m Durchmesser freitragend sind. Das eine Auflager wird vom noch nicht ausgekofferten Erdreich gebildet, das andere durch die vom Schalwagen betonierte Tunneldecke.

Setzungen und Hebungen des Bauwerks, Abb.: Keller Grundbau GmbH Setzungen und Hebungen des Bauwerks, Abb.: Keller Grundbau GmbH

Bedingt durch den Vortrieb der Rohrschirmdecke wurden 20 mm Gesamtsetzung erwartet. Aufgabenstellung der Soilfrac - Maßnahme war es, die Setzungen möglichst unmittelbar auszugleichen, um Grenzwertüberschreitungen zu verhindern. Während der einzelnen Rohrvortriebe und Herstellung der Schlitzwände erfolgte, über eine Vielzahl von Einzelinjektionen, insgesamt ein Hebungsausgleich von bis zu 24 mm. Nach Abschluß dieser Bauphase und Abklingen der Nachsetzungen wurde eine Überkompensation von etwa 4 mm im Vergleich zum Ausgangsniveau erreicht. Kritische Verformungen sind zu keinem Zeitpunkt aufgetreten.

Injektionsvisualisierung, Abb.: Keller Grundbau GmbH Injektionsvisualisierung, Abb.: Keller Grundbau GmbH

Bis zum Abschluß der dargestellten Aktivitäten sind tausende Einzelinjektionen ausgeführt worden. Sämtliche Injektionsdaten wurden auf Datenträger gespeichert und regelmäßig ausgewertet. Die Verteilung der für den Setzungsausgleich erforderlichen Injektionsmengen zeigt deutliche Unterschiede. Im Bereich der hochbelasteten Hauptfundamente wurden erheblich größere Injektionsmengen erforderlich. Durch den Einsatz von Ventilrohren (TAMs) konnten einige Injektionsstufen vielfach beaufschlagt werden. Durch die Anwendung des Soilfrac - Verfahrens und den Einsatz umfangreicher Überwachungssysteme ist es gelungen, die Tunnelarbeiten ohne Störungen und Schäden am Bauwerk auszuführen.

9. Ausführung

Keller Grundbau GmbH
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44866 Bochum
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Quellen-und-Verweise  QUELLEN UND VERWEISE:
Keller Grundbau GmbH
Keller Grundbau Geotechnik Tunnelbauarbeiten Antwerpen Injektionen Bahnhof Antwerpen Verbau Abtäufen abgetäuft Bohrungen Grundwasser Absenkung Hochdruckinjektion Geotechnik Tunnelbau https://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/geotechnik/untertunnelung-des-hauptbahnhof-in-antwerpen-teil-3-3/167.htm 397 de-DE
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