Fachbeiträge & Interviews
Samstag, 21. September 2019
Ausgabe 6606 | Nr. 264 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

2. Stammstrecke München: Aufträge für Hauptbaumaßnahmen vergeben

# 01.02.2019

Bauunternehmen Max Bögl, Wayss & Freytag und Züblin mit je 30 Prozent an Arbeitsgemeinschaft beteiligt. Firma Bauer übernimmt Spezialtiefbau. Leistungen für 865 Millionen Euro bis 2026 zu erbringen

S-Bahn-Ausbau in München seit 1990er Jahren in der Planung

Der Bau der 2. Stammstrecke der S-Bahn ist derzeit das größte Infrastrukturprojekt in München. Quelle: Deutsche Bahn AG / Fritz Stoiber Productions GmbH Der Bau der 2. Stammstrecke der S-Bahn ist derzeit das größte Infrastrukturprojekt in München. Quelle: Deutsche Bahn AG / Fritz Stoiber Productions GmbH

Die Planungen und ersten Bauausführungen an der Zweiten Stammstrecke der S-Bahn in München werden von so manchem Bauingenieur bereits seit Jahren begleitet (vgl. Interview unter Quellen und Verweise). Bereits in den 1990er Jahren begann die Diskussion um das Infrastrukturgroßprojekt, welches bis 2026 umgesetzt werden soll.

Die Deutsche Bahn hat Ende 2018 die ersten beiden Aufträge (Baulose VE 10 und VE 30) für die Hauptbaumaßnahmen entlang der rund zehn Kilometer (7 km Tunnelstrecke) langen 2. Stammstrecke München vergeben. Die Zuschläge erhielten die Firmen Wayss & Freytag Ingenieurbau AG (30%), Ed. Züblin AG (30%), Max Bögl Stiftung & Co. KG (30%) und Bauer Spezialtiefbau GmbH (10%) in Bietergemeinschaften.

Neubauten umfassen Brücke, Tunnel und Personenbahnhof

Die Leistungen umfassen die Hauptbaumaßnahmen im Bereich "Oberirdisch West" – von der Station Laim bis zur Donnersberger Brücke – und dem Hauptbahnhof inklusive der Tunnelstrecke Donnersberger Brücke - Marienhof. Das Gesamtvolumen der beiden Aufträge beläuft sich auf knapp 865 Millionen Euro.

Der erste Auftrag (VE 10) für die Arbeitsgemeinschaft unter Federführung der Ed. Züblin AG beinhaltet unter anderem folgende Teilbereiche:

  • Rückbau und Neubau von Gleisen und Weichen
  • Neubau zweier Überwerfungsbauwerke,
  • Neubau einer zweigleisigen, stählernen Stabbogenbrücke und einer Lärmschutzwandbrücke
  • Neubau von weiteren Lärmschutzwänden, Stützbauwerken und der Umweltverbundröhre in Laim
  • Erneuerung des Personenbahnhofes Laim
  • Elektroarbeiten an Niederspannungs- und Mittelspannungsanlagen,
  • Kabeltiefbauarbeiten
  • Baufeldfreimachung für das Tunnelportal West

Anbindung an Hauptbahnhof erfordert Spezialtiefbau-Experten

Das zweite Baulos VE 30 (Federführung: Wayss & Freytag) umfasst vor allem Baumaßnahmen rund um die Anbindung an den Münchner Hauptbahnhof, darunter folgende Einzelmaßnahmen:

  • Bahnsteigröhren in bergmännischer Bauweise unter Druckluft
  • rund 40 Meter tiefe Zugangsbauwerke im bestehenden Hauptbahnhof
  • zwei S-Bahn-Röhren mit rund 8,50 Metern Durchmesser Hauptbahnhof - Marienhof (Tübbingbauweise)
  • umfangreiche Spezialtiefbau- und Wasserhaltungsmaßnahmen
  • innerstädtische Rettungsschächte

Der Baubeginn ist noch in diesem Jahr geplant. Vorab sind nach Angaben der Projektbeteiligten umfangreiche Leistungen für Planungen und Arbeitsvorbereitungen umzusetzen.

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