Fachbeiträge & Interviews
Sonntag, 15. Dezember 2019
Ausgabe 6691 | Nr. 349 | 19. Jahrgang
Autor: Fabian Hesse
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

Messe Frankfurt: Lückenschluss durch 250-Millionen-Euro-Halle

# 26.11.2018

Weitere 33.600 Quadratmeter Ausstellungsfläche für weltweit größten Messeveranstalter. Schwere Fertigteile und große Montagehöhen erschweren Bauausführung. Neubau ermöglicht überdachten Rundweg

Messehalle für 250 Millionen Euro mit 30 Meter hoher Glasfassade

Die neue Messehalle 12 auf der Messe Frankfurt bietet 33.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Foto: Messe Frankfurt/ Jean-Luc Valentin Die neue Messehalle 12 auf der Messe Frankfurt bietet 33.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche. Foto: Messe Frankfurt/ Jean-Luc Valentin

Die Messe Frankfurt GmbH ist der weltweit größte Veranstalter von Messen, Kongressen und Events auf dem eigenen Gelände. Zu ihr gehören 30 Tochtergesellschaften und mehr als 50 Vertriebspartner in 188 Ländern. Anteilseigner sind die Stadt Frankfurt mit 60 Prozent und das Land Hessen mit 40 Prozent.

Nach knapp zwei Jahren Bauzeit wurde unlängst mit der Messehalle 12 noch mehr Platz für (inter-)nationale Präsentationen und Geschäfte geschaffen. Das 248 Meter lange und 118 Meter breite Gebäude entstand auf der letzten freien Fläche im Westen des Messegeländes. Die imposante Glasfassade mit rautenförmigen Ziergittern ragt über 30 Meter in die Höhe. Die Baukosten betrugen 250 Millionen Euro.

Verantwortlich für den Entwurf zeichnete das Aachener Architekturbüro kadawittfeldarchitektur, die Errichtung realisierte das Bauunternehmen Max Bögl in Arbeitsgemeinschaft mit der Ed. Züblin AG und der ENGIE Deutschland GmbH.

Halle und Parkhaus schließen Lücke auf Messegelände

Verteilt auf zwei Geschossebenen, die unabhängig voneinander eine flexible Nutzung zulassen, bietet die neue Messehalle mit 33.600 Quadratmetern Ausstellungsfläche Raum für bis zu 23.600 Personen. Die geschossübergreifenden Foyers im Osten, Westen und Norden werden durch insgesamt 18 Rolltreppen erschlossen.

Neben der Messehalle entstand zeitgleich ein neues Parkhaus mit rund 800 Stellplätzen. Transporter können direkt in die obere Ebene fahren. Alle Hallen des Messegeländes sind durch die neue Halle mit der inzwischen rund drei Kilometer langen "Via Mobile", einem überdachten Transportsystem aus Laufbändern und Rolltreppen, miteinander verbunden, wodurch ein Rundweg durch alle Messegebäude möglich ist.

Montage von 110 Tonnen schweren Fertigteilen als Herausforderung

Die Umsetzung des Großprojekts gestaltete sich aufgrund der extremen Abmessungen der Bauteile sowie beachtlicher Montagehöhen als Herausforderung. Die verwendeten Fertigteile wurden in den Werken der Firmengruppe Max Bögl am Hauptsitz in Sengenthal und am Standort Gera hergestellt.

Die leichtesten Bauteile waren zwischen zehn und 20 Tonnen schwer. Demgegenüber wiegen die 27 Meter langen Spannbetonbinder, welche als Hauptträger für die obere Hallenebene dienen, jeweils ganze 110 Tonnen.

Bei der Montage kam ein Raupenkran neben zwölf Hochbaukränen zum Einsatz. In der Rohbauphase waren bis zu 500 Facharbeiter auf der Baustelle aktiv, wobei fast sämtliche Montagearbeiten im Gebäude mittels Hubsteiger auf Höhen von sechs bis 14 Metern erfolgten.

Wirtschaftsministerium: Messen als Schaufenster der Wirtschaft auch in Zukunft relevant

Die Verantwortlichen der Messe Frankfurt sehen in dem aufwendigen Neubau trotz der Zunahme einer immer weitergehenden digitalen Ökonomie eine zukunftsfähige Investition.

Persönliche Begegnungen und unmittelbarer Austausch seien durch nichts zu ersetzen, sagt diesbezüglich Matthias Samson, Staatssekretär im hessischen Wirtschaftsministerium. Messen behielten daher ihre Funktion als Branchentreffs und Schaufenster der Wirtschaft.

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