Fachbeiträge & Interviews
Dienstag, 30. November 2021
Ausgabe 7407 | Nr. 334 | 21. Jahrgang
D.I.E. Baustatik Software - Einfach | Anders | Besser
Autor: Michael Braun
Herausgeber: bauingenieur24 Informationsdienst email-weiterempfehlendruckansicht

B1-Beschichtungen für Holz verbessert

# 08.06.2009

Die Bauordnungen der Länder definieren Mindestanforderungen im Bezug auf die Brennbarkeit von Baustoffen und deren Feuerwiderstandsdauer. Dadurch sind der Anwendung des Baustoffes Holz in Gebäuden Grenzen gesetzt. Neuartige, dämmschichtbildende Beschichtungen sollen dazu beitragen, den Anwendungsbereich für Holz im Bausektor zu erweitern.

Transparente Holzbeschichtung mit Nanopartikeln, Foto: ICT Transparente Holzbeschichtung mit Nanopartikeln, Foto: ICT

Das Fraunhofer-Institut für Chemische Technologie (ICT) entwickelt neuartige dämmschichtbildende Brandschutzbeschichtungen und Hochtemperatur-Isolationsmaterialien für Holz, Metalle, Kunststoffe und Verbundmaterialien für Anwendungen im Baubereich. "Der gegenwärtig erreichte Entwicklungsstand bei den dämmschichtbildenden Brandschutzbeschichtungen für Holz ermöglicht es, transparente B1-Beschichtungen mit besseren Gebrauchseigenschaften wie Kratz- oder Abriebsfestigkeit und Widerstand gegen Feuchtigkeit als handelsübliche B1-Produkte herzustellen", erklärt Dr. Stefan Tröster, Zentrales Management beim ICT.

Neu entwickelt wurden Beschichtungen mit einem gesteigerten Entzündungsschutz bei einer Kapselung für die Feuerwiderstandsklasse F15 und F30. Mit deckenden Beschichtungen können noch höhere Brandschutzleistungen erzielt werden. Durch Kombination mit keramikbildenden Stoffen konnten erstmals Beschichtungen realisiert werden, die bei Hitzeeinwirkung aufquellen und hochtemperaturstabile Keramikschäume ausbilden, zum Beispiel für Anwendungen als Hochtemperatur-Isolationsmaterial, wie sie auch in der Raumfahrttechnik gefordert werden.

Am Fraunhofer ICT wurden zudem neuartige Kunststoffbeschichtungen entwickelt, die Kunststoffe und Compositmaterialien effektiver vor einer Entzündung schützen, als dies mit Flammschutzmitteln erreicht werden kann. "Ziel unserer Entwicklungen ist die Vermeidung von umweltgefährdenden Flammschutzmitteln und damit eine einfachere Recyclebarkeit von Kunststoffen bei gleichzeitig besseren Flammschutzeigenschaften", erklärt Dr. Stefan Tröster. Die Wissenschaftler am ICT forschen und entwickeln in den Kernkompetenzen Energetische Materialien, Energetische Systeme, Angewandte Elektrochemie, Umwelt Engineering und Polymer Engineering.

Ihre Bewertung für diesen Fachbeitrag
0 von 5 Sternen | 0 Abstimmungen
Kurz-Link  Kurz-Link zu diesem Beitrag:
https://www.bauingenieur24.de/url/700/2108